Leica SL2: Vollformat-Kamera mit 5K-Video und Sensor-Shift-OIS

Mit der SL2 bringt der deutsche Kamerahersteller Leica den Nachfolger der SL-Systemkamera. Das Vollformat-Flaggschiff kann jetzt 5K-Video, wird mit rund 6000 Euro aber auch nicht günstig.

Die Leica SL2 setzt auf einen CMOS-Sensor mit effektiven 47,3 Megapixeln, der mit „Sensor-Shift“Technologie eine beweglich gelagerte Bildstabilisierung auf fünf Achsen bietet. Damit will man bei Aufnahmen aus der Hand bis zu 5,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten realisieren. Wer jetzt an die Panasonic Lumix S1R denkt, hat nicht unrecht. Die technischen Parallelen sind nicht zu leugnen und so entspricht wohl auch die Autofokus-Technologie dem Panasonic-Modell. Leica nutzt aber den Maestro III Bildprozessor für die AF-Berechnung und sorgt hier unter anderem auch für eine Gesicht- und Augenerkennung. Für die Videofunktion erlaubt Leica Aufnahmen in bis zu 5K, nennt hier aber im technischen Datenblatt nicht die üblichen Angaben wie man sie aus dem Videobereich kennt, sondern mischt APS-C- und 35mm-Details.

Leica SL2

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Die Leica SL2 ist vom Design her gegenüber der SL nur leicht verbessert. Technisch kann sie jetzt aber 5K-Video aufzeichnen und verfügt über einen optischen 5-Achsen-Bildstabilisator mit Sensor-Shift-Technologie.

Entsprechend wird es wohl eine 1:1-Aufzeichnung mit 4992 x 3744 Pixeln (35 mm - Full scan) und sogar 5504 x 2912 Pixel (APS-C – Full scan) für jeweils 29,97, 25 und 23,98 Bilder in der Sekunde geben. Durchsichtiger sind da aber schon die Angaben für C4K, sprich Cine-4K wonach die Leica SL2 in 4096 x 2160 Pixel mit bis zu 50/60 Bildern in der Sekunde aufnimmt und auch 4K oder UHD mit 3840 x 2160 Pixeln bei gleicher Bildrate aufnehmen kann. Im Full-HD-Videomodus beherrscht sie dann auch Zeitlupen mit bis zu 180 Bildern in der Sekunde. Dabei stellt die Kamera auch diverse Log-Optionen für Rec.709, L-Log Rec.2020 oder HLG Rec.2020 in Aussicht. Als Aufnahmeformat dient MP4 oder MOV mit H.264/MPEG-4 AVC-Kodierung.

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Das Display auf der Rückseite miss 8,1 Zentimeter, lässt sich aber nicht klappen oder drehen. Um es vor Fett und Staub zu schützen, hat Leice es mit einer speziellen Beschichtung versehen. Ein zweites, kleines Display für die Schnellanzeige von wichtigen Einstellungen integriert Leica auf der Oberseite.

Interessant ist die veränderte Bedienlogik im Filmmodus. Schaltet man in den Cine-Modus wird die SL2 zur manuell gesteuerte Filmkamera: Aus ISO wird ASA, die Belichtungszeit gibt die Kamera dann in Grad der Umlaufblende an und die Blendenstufen zeigt die SL2 dann als T-Stops, die die tatsächliche Lichtmenge angeben, die durch das Objektiv auf den Sensor fällt. Über den 10-Bit-fähigen HDMI-Anschluss schließt man externe Recorder und Monitore an und auch eine Mikrofon-Buchse plus Kopfhöreranschluss vergisst Leica nicht. Für die Motivsuche gibt es einen elektronischen Sucher mit 5,76 Millionen Bildpunkten Auflösung und einer Vergrößerung von 0,78fach. Der auf der Rückseite fest verbaute Touch-Monitor ist 8,1 Zentimeter groß (3,2 Zoll) und kommt auf eine Auflösung von 2,1 Millionen Bildpunkte.

Auf der Oberseite ist für die Schnellinformation zu Blende, ISO und Belichtungszeit zudem ein kleines, monochromes LCD mit 128 x 128 Pixeln eingefasst. Kabellose Konnektivität mit Smartphone, Laptop und Tablet erlaubt die SL2 via WiFi (IEEE802.11b/g/n) und Bluetooth 4.2. Die Leica SL2 besteht aus einem Ganzmetall-Gehäuse (Magnesium und Aluminium) und kommt deshalb auf ein Gewicht von 835 Gramm. Sie ist mit einem Kunstleder-Bezug versehen und vor Wasser nach der IEC-Norm 60529 geschützt. Ihre Maße liegen bei 14,6 x 10,7 x 4,2 Zentimetern. Sie wird ab dem 21. November für 5990 Euro im Handel sein.

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