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Nikon kauft RED: der dritte groĂźe Player im Cine-Kamera-Segment

UPDATE: Übernahme von RED ist vollzogen - 07.03.2024 16:05 Uhr: Nikon spielt bisher im Segment der filmenden Kameras eine Nebenrolle – doch das ändert sich ab sofort, denn der japanische Konzern übernimmt alle Anteile am 2005 gegründeten amerikanischen Cine-Kamera-Hersteller RED.

UPDATE:

Nikon verkündet zur NAB, dass man seit dem 8. April 2024 die Übernahme vom Cine-Kamera-Hersteller RED vollzogen und somit zu 100 Prozent in Nikon integriert. Der bisherige Präsident von RED, Jarred Land, sowie der Gründer von RED, James Jannard, sind damit nun „enger Berater des Unternehmens“. Die Rolle als CEO übernimmt Keiji Oishi von Nikons Imaging Business Unit und Tommy Rios, bisher Executive Vice President von RED, wird Co-CEO. Zwischen den Zeilen gelesen kann man erwarten, dass RED auch weiterhin die Cine-Kameras entwickelt und die Marke nicht vom Markt verschwindet, auch wenn sie nun unter der Kontrolle von Nikon steht. Es wird keine Änderungen an der aktuellen Produktpalette, den Partnern und der Beziehung zu den Händlern von RED geben, heißt es weiter. RED wird seine Richtlinien weiterhin mit Garantien, Reparaturdiensten, Kundendienst und allgemeinem Produktsupport unterstützen. Allerdings heißt es auch: „Nikon und RED werden die Stärken beider Unternehmen zusammenführen, um unverwechselbare Produkte zu entwickeln“.

Meldung vom 07.03.2024
In den letzten Jahren hat RED viel von seinem „Hidden Champion“-Status eingebüßt. Arri, als Marktführer im Segment der Cine-Kameras hat mit neuen, auch „preisgünstigeren“ Modellen nachgelegt und gleichzeitig hat Sony mit Venice und Burano deutlich zugelegt. Von ist RED durch die besser werdenden DSLR-Kameras in die Zange genommen worden. Nichts desto trotz hat RED mit den Modellen von der Komodo bis hin zur V-Raptor [X] eine ganze Cine-Kamera-Palette – und damit ein sich ergänzendes Portfolio zu Nikon. RED setzt auf eine proprietären RAW-Komprimierungstechnologie – die vielfach kontrovers diskutiert wird.

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Nikon hat durchaus eigene Fotokameras mit ernstzunehmender Videofunktion - spielt aber bisher im Cine-Kamera-Bereich keine Rolle.

RED hat derzeit 220 Mitarbeiter, die zu einem großen Teil am Sitz in Foothill Ranch, Kalifornien, Vereinigte Staaten von Amerika haben. Nikon will sein Know-how in der Produktentwicklung und in der Bildverarbeitung sowie in der optischen Technologie einfließen lassen. Zudem soll die Akquisition dabei helfen den Markt für professionelle digitale Kinokameras zu erweitern, denn man verspricht sich aus den Netzwerken beider Unternehmen bessere Geschäftsaussichten. Ob dies am Ende bedeutet dass RED als eigenständige Tochter oder doch eher als Kameramarke von Nikon am Markt agiert ist damit allerdings offen. Doch genaugenommen hat der Cine-Kamera-Markt aus unserer Sicht damit nun zwei Drittplatzierte, die sich schon seit langem gegenübersehen: Canon und Nikon.