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Rechtsratgeber: Verletzung des Urheberrechts an Aufnahmen

Wer einfach mal Fotografien oder Filmaufnahmen aus dem Internet lädt und verwendet muss mit Strafe rechnen. Schon die Speicherung auf der eigenen Festplatte kann eine Urheberrechtsverletzung sein. Der Fotograf und Filmer hat als Urheber der jeweiligen Aufnahmen das alleinige Recht, diese zu vervielfältigen, zu verbreiten oder im Internet zu veröffentlichen. Verwendet ein Dritter die Aufnahmen, ohne zuvor die Erlaubnis des Urhebers einzuholen, kann der Urheber von dem Verwender Unterlassung und Schadensersatz fordern.
 

Eine Urheberrechtsverletzung an Filmaufnahmen oder Fotografien ist schnell begangen. Bereits das Speichern einer im Internet abrufbaren Fotografie oder Films auf dem eigenen Rechner kann eine unerlaubte Vervielf√§ltigung sein. Der Urheber hat das alleinige Recht √ľber die Vervielf√§ltigung und Verbreitung seiner Aufnahmen zu entscheiden. Eine Vervielf√§ltigung kann beispielsweise auch das Kopieren einer Videodatei oder das Versenden einer Fotografie per Telefax sein. Auch das Herstellen von Abz√ľgen von einem Negativ oder das Ausdrucken eines Einzelbilds aus einer Videodatei stellt eine Vervielf√§ltigung dar. Unter dem Verbreiten einer Aufnahmen wird insbesondere das Anbieten und in Verkehr bringen einzelner Vervielf√§ltigungsst√ľcke verstanden. Der Unterschied l√§sst sich anhand der Herstellung eines Bildbandes verdeutlichen. Das Herstellen des Bildbandes in der Druckerei ist eine Vervielf√§ltigung (¬ß 16 Urheberrechtsgesetz). Verbreitet (¬ß 17 Urheberrechtsgesetz) wird das Werk √ľber den Vertrieb des Verlages, √ľber die eingeschalteten Gro√üh√§ndler und die Buchhandlungen, die den Bildband an den Endverbraucher verkaufen.

Wird Bildmaterial ohne Einwilligung des Urhebers vervielfältigt, verbreitet oder im Internet öffentlich zugänglich gemacht, kann der Urheber von dem Verwender Unterlassung und Schadensersatz verlangen. Das gilt unabhängig davon, ob das Bildmaterial zu rein privaten oder zu geschäftlichen Zwecken verwendet wurde.

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Herunterladen aus YouTube: Bereits das Speichern einer im Internet abrufbaren Fotografie oder eines Filmes auf dem eigenen Rechner kann eine unerlaubte Vervielfältigung sein.
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Verbreitung fremden Materials: Wird Bildmaterial ohne Einwilligung des Urhebers vervielfältigt, verbreitet oder im Internet öffentlich zugänglich gemacht, kann der Urheber von dem Verwender Unterlassung und Schadensersatz verlangen.

Der Unterlassungsanspruch wird dabei in der Regel durch eine sogenannte Abmahnung geltend gemacht. Dabei handelt es sich um die Aufforderung des Urhebers an den Verwender, die Verwendung ohne seine Einwilligung k√ľnftig zu unterlassen. Der Verletzer kann den Unterlassungsanspruch in der Regel nur dadurch beseitigen, dass er eine Erkl√§rung abgibt, wonach er die ger√ľgte Verwendung des Werks k√ľnftig unterl√§sst und an den Urheber eine Vertragsstrafe zahlt, sollte er gegen dieses Versprechen versto√üen. In der Regel wird sich der Urheber f√ľr eine solche Abmahnung der Hilfe eines Rechtsanwalts bedienen. Der Urheber kann in diesem Fall verlangen, dass der Verletzer die hierf√ľr angefallenen Rechtsanwaltsgeb√ľhren erstattet.
Reagiert der Verletzer auf die Abmahnung nicht, kann der Urheber seinen Unterlassungsanspruch gerichtlich weiterverfolgen.

Neben der Unterlassung kann der Urheber von dem Verletzer auch Schadensersatz f√ľr die Verwendung der Aufnahmen verlangen. Dabei gibt es grunds√§tzlich drei M√∂glichkeiten, den Schaden zu berechnen. Der Urheber kann den tats√§chlich entstandenen Schaden ersetzt verlangen oder den durch die Urheberrechtsverletzung erzielten Gewinn herausverlangen oder die Zahlung einer fiktiven Lizenzgeb√ľhr fordern.

Da ein tats√§chlich entstandener Schaden selten zu belegen ist und der Verletzergewinn im Bildrecht selten besonders gro√ü ist, wird in der Praxis bei der Verletzung des Urheberrechts an Aufnahmen meist die Zahlung einer fiktiven Lizenzgeb√ľhr gefordert. Als Ma√üstab daf√ľr, was im Einzelfall als angemessen zu betrachten ist, haben sich die j√§hrlich erscheinenden Empfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (sog. MFM-Tabelle) etabliert. Die darin enthaltenen Honorars√§tze werden von den Gerichten meist als angemessen erachtet. Allerdings kann im Einzelfall auch eine erheblich h√∂here Honorierung in Frage kommen, wenn es sich um sehr hochwertige oder sehr m√ľhsam hergestellte Aufnahmen handelt. Entscheidend ist, was der Filmer oder Fotograf bekommen h√§tte, wenn er sich mit dem Verletzer √ľber die Zahlung eines Bildhonorars geeinigt h√§tte. Die MFM-Tabelle sieht einen Zuschlag von 100 Prozent auf das Grundhonorar f√ľr den Fall vor, dass der Kameramann oder Fotograf bei der Verwendung nicht als Urheber angegeben wird. Auch dieser Zuschlag kann regelm√§√üig als Schaden geltend gemacht werden.

 

FAZIT

Angesichts der strengen Sanktionen, die das Urheberrecht f√ľr die rechtswidrige Verwertung von Aufnahmen vorsieht, sollte jeder, der eine fremdes Bildmaterial verwendet, zuvor mit dem Urheber oder dem jeweiligen Rechteinhaber einen Lizenzvertrag abschlie√üen, der den Umfang der erlaubten Verwertung und das Honorar regelt.

 

Wir ver√∂ffentlichen regelm√§√üig weitere Rechtsratgeber, alle bisher ver√∂ffentlichen Artikel finden Sie hier √ľbersichtlich gelistet. Weitere interessante Rechtsratgeber sind:
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Teure Angelegenheit: Neben der Unterlassung kann der Urheber von dem Verletzer auch Schadensersatz f√ľr die Verwendung der Aufnahmen verlangen.




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