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Rechtsratgeber: Erweiterte Anspr├╝che nach dem Videoklau

Wer entdeckt, wie seine Videos von anderen ungefragt verwendet werden, hat Anspruch auf Unterlassung und Erstattung der Anwaltskosten ÔÇô und auf Schadensersatz.

Es sei doch gar kein wirklicher Schaden entstanden. Das meinen Urheberrechtsverletzer oft, wenn sie ertappt werden. Doch diesen Einwand l├Ąsst die Rechtsprechung nicht gelten. Ein Schaden des Urhebers l├Ąsst sich n├Ąmlich anhand dreier unterschiedlicher Methoden ermitteln oder sch├Ątzen:

  1. Herausgabe des Verletzergewinns,
  2. konkrete Verm├Âgenseinbu├če des Verletzten  (inklusive entgangenem Gewinn) oder
  3. Berechnung einer fiktiven Lizenzgeb├╝hr anhand der sogenannten Lizenzanalogie.

Meist ist es schwierig, zu ermitteln, welchen Gewinn ein Verletzer gerade durch die unberechtigte Nutzung eines fremden Fotos oder Videos erzielt hat, oder welcher Gewinn dem Urheber dadurch entgangen ist.

Somit hat sich die dritte Methode der Schadens-ermittlung anhand der Lizenzanalogie zum praktisch h├Ąufigsten Berechnungsmodell entwickelt. Geschuldet ist demnach als Schadensersatz eine ├╝bliche Lizenz-geb├╝hr, auf welche sich verst├Ąndige Partner einigten, h├Ątten sie einen Lizenzvertrag abgeschlossen. Der Verletzer kann dem nicht entgegen halten, dass er gegen Entgelt ├╝berhaupt keine Lizenz erworben h├Ątte (ebenso wenig muss sich der Fotograf

entgegen halten lassen, dass er ├╝blicherweise ├╝ber- haupt keine Lizenzen an seinen Bildern vergebe).

Der Verletzer hat durch die unberechtigte Verwertung eine Faktenlage geschaffen, an die er nun gebunden ist. Falls der Fotograf oder Filmer selbst keine ├╝blichen Lizenzs├Ątze zur Hand hat, helfen ihm die Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (MFM) oder des Berufsverbands Kinematografie (BVK).

Rechtsratgeber Bildklau Teil 2 web

Fremde Videos im eigenen YouTube-Kanal zu verlinken, ist kein Problem. Wer aber mehr will, braucht die Erlaubnis des Urhebers ÔÇô einfach von YouTube ziehen und neu hochladen geht nicht.

 

 

Beide ver├Âffentlichen ├╝bliche und angemessene Honorare f├╝r verschiedene Nutzungsformen von Fotos beziehungsweise die Tages- und Wochens├Ątze f├╝r Kameram├Ąnner auf ihren jeweiligen Internetseiten.

Da die hiermit befassten Gerichte regelm├Ą├čig solche Honorarempfehlungen zur Sch├Ątzung eines Lizenzschadens heranziehen, kommt ihnen im Rechtsstreit erhebliche Bedeutung zu.

Die Honorar-empfehlungen sehen beispielsweise f├╝r die ge- werbliche Nutzung eines Fotos im Web, etwa im Onlineshop, mit einer Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr eine ├╝bliche Lizenzgeb├╝hr von 310 Euro vor.

Und: Ist bei der Verwertung auch die namentliche Nennung des Urhebers unterblieben, sprechen viele Gerichte dem verletzten Urheber noch einen Zuschlag von 100 Prozent auf die Lizenzgeb├╝hr zu!

Beide ver├Âffentlichen ├╝bliche und angemessene Honorare f├╝r verschiedene Nutzungsformen von Fotos beziehungsweise die Tages- und Wochens├Ątze f├╝r Kameram├Ąnner auf ihren jeweiligen Internetseiten.

Da die hiermit befassten Gerichte regelm├Ą├čig solche Honorarempfehlungen zur Sch├Ątzung eines Lizenzschadens heranziehen, kommt ihnen im Rechtsstreit erhebliche Bedeutung zu.

 

Die Honorar-empfehlungen sehen beispielsweise f├╝r die ge- werbliche Nutzung eines Fotos im Web, etwa im Onlineshop, mit einer Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr eine ├╝bliche Lizenzgeb├╝hr von 310 Euro vor.

Und: Ist bei der Verwertung auch die namentliche Nennung des Urhebers unterblieben, sprechen viele Gerichte dem verletzten Urheber noch einen Zuschlag von 100 Prozent auf die Lizenzgeb├╝hr zu!

Fazit:

Der Fotograf oder Filmer kann f├╝r die unberechtigte Verwertung seiner Bilder Schadensersatz in H├Âhe einer ├╝blicherweise f├╝r diese Verwertung geschuldeten Lizenzgeb├╝hr verlangen. Die Berechnung kann in der Regel nach den Empfehlungen der Berufsverb├Ąnde erfolgen.

(Mathias Straub/jos)

 Es folgen die Ratgeber:

  • Ausgabe 05/2015: Verteidigung gegen Abmahnungen
  • Ausgabe 06/2015: Pers├Ânlichkeitsrechte beiAufnahmen von Vereinsveranstaltungen