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Rechtsratgeber: Erweiterte Anspr├╝che nach dem Bilderklau

Wer Aufnahmen findet, die durch Dritte ungefragt verwendet werden, hat, wie im vorhergegangenen Rechtsratgeber erkl├Ąrt, Anspruch auf Unterlassung und Erstattung seiner aufgewendeten Anwaltskosten. Doch er hat auch das Recht auf Schadensersatz.. VIDEOAKTIV kl├Ąrt den erweiterten Anspruch bei Bilderklau im Internet in einem neuen Wissen-Recht-Artikel.  
 

Den h├Ąufig vorgebrachten Einwand von ertappten Verletzern, dass doch konkret gar kein Schaden entstanden sei, l├Ąsst die Rechtsprechung nicht gelten. Bei Urheberrechtsverletzungen l├Ąsst sich ein Schaden des Urhebers anhand dreier unterschiedlicher Methoden ermitteln oder sch├Ątzen: Herausgabe des Verletzergewinns, konkrete Verm├Âgenseinbu├če des Verletzten inklusive entgangenem Gewinn oder Berechnung einer fiktiven Lizenzgeb├╝hr anhand der sogenannten Lizenzanalogie.

Da es h├Ąufig schwierig ist, zu ermitteln welchen Gewinn ein Verletzer gerade aufgrund beispielsweise der unberechtigten Nutzung eines fremden Fotos oder Videos erlangt hat und es eben so schwierig ist, die Bemessung eines konkreten eigenen Schadens und entgangenen eigenen Gewinns vorzunehmen, hat sich die dritte Methode der Schadensermittlung anhand der Lizenzanalogie zum praktisch h├Ąufigsten Berechnungsmodell entwickelt.

Geschuldet ist demnach als Schadensersatz eine ├╝bliche Lizenzgeb├╝hr, auf welche sich verst├Ąndige Vertragspartner bei Abschluss eines Lizenzvertrages geeinigt h├Ątten. Der Verletzer kann dem nicht entgegen halten, dass er gegen Entgelt ├╝berhaupt keine Lizenz erworben h├Ątte. Ebenso wenig muss sich der Fotograf entgegen halten lassen, dass er ├╝blicherweise ├╝berhaupt keine Lizenzen an seinen Bildern vergibt. Der Verletzer hat durch die unberechtigte Verwertung eine Faktenlage geschaffen, an die er nun gebunden ist.

Falls der Fotograf selbst keine ├╝blichen Lizenzs├Ątze zur Hand hat, helfen ihm die Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing (MFM) oder des Berufsverbands Kinematografie (BVK).

Rechtsratgeber Bildklau Teil 2 web

Wer ein Video im eigenen YouTube-Kanal nicht nur verlinken, sondern selbst ver├Âffentlichen will, darf es nicht einfach von YouTube ziehen und neu hochladen. Der Urheber des Inhalts kann dann erweiterte Anspr├╝che geltend machen.

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Mathias Straub ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt im Musik-, Urheber- und Medienrecht bei Riegger Rechtsanw├Ąlte in Ludwigsburg.

Weitere Rechtsratgeber:

Beide ver├Âffentlichen ├╝bliche und angemessene Honorare f├╝r verschiedene Nutzungsformen von Fotos bzw. f├╝r Tages- und Wochens├Ątze f├╝r Kameram├Ąnner auf der jeweiligen Internetseiten.

Da die hiermit befassten Gerichte regelm├Ą├čig solche Honorarempfehlungen zur Sch├Ątzung eines Lizenzschadens heran ziehen, kommt ihnen in einem Rechtsstreit erhebliche Bedeutung zu. Die Honorarempfehlungen sehen beispielsweise f├╝r die gewerbliche Nutzung eines Fotos im Internet, etwa in einem Onlineshop mit einer Nutzungsdauer von bis zu einem Jahr, eine ├╝bliche Lizenzgeb├╝hr von 310 Euro vor.

Ist bei der Verwertung auch die namentliche Nennung des Urhebers unterblieben, sprechen viele Gerichte dem verletzten Urheber noch einen Zuschlag von 100 Prozent auf die Lizenzgeb├╝hr zu.

Fazit:

Der Fotograf kann f├╝r die unberechtigte Verwertung seiner Bilder Schadensersatz in H├Âhe einer ├╝blicherweise f├╝r diese Verwertung geschuldeten Lizenzgeb├╝hr verlangen. Die Berechnung kann in der Regel auf Grundlage der MFM-Bildhonorar-empfehlungen erfolgen.

(Mathias Straub/jos)


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