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Canon EOS R6 Mark II: Vollformat Hybrid-Kamera mit neuem Sensor

Neuer Sensor, besserer Autofokus, optimierte Bildstabilisierung und mehr Videofunktionen – so lassen sich die Änderungen bei der Canon EOS R6 Mark II zusammenfassen. Auch leichte Modifikationen am Gehäuse gibt es – und ein neues 135 mm Objektiv mit F1.8 für das RF-Bajonett.

Die EOS R6 Mark II arbeitet mit einem neuen Sensor, der mit 24,2 Megapixel etwas mehr Auflösung liefert und nicht nach der Stracked-Bauweise (oft auch als BSI für Backside Illuminated bezeichnet) aufgebaut ist. Er arbeitet mit dem Digic X-Prozessor zusammen, wobei dieser nicht exakt den dem Vorgängermodell oder auch dem der EOS R5 bekannten Digic X-Prozessoren entsprechen soll. Vielmehr versteht Canon es Bezeichnung für die Serie der Bildprozessoren, ähnlich wie es Intel bei den Rechnerprozessoren macht und beispielsweise von den i7-Prozessoren eine ganze Range an unterschiedlichen Modellen sowohl für Desktoprechner als auch für mobile Geräte anbieten. Die Kombination aus neuem Bildsensor und -Prozessor soll den Rolling Shutter Effekt auf das Niveau der EOS R 5 bringen. Zudem betont Canon, dass man mit dem neuen Bildprozessor den Autofokus mithilfe von Künstlicher Intelligenz weiterentwickelt und so verbesserte Algorithmen für die Erkennung von Tieren und Fahrzeugen integriert hat. So erkennt die Kamera nun auch ein Pferd, Flugzeug oder Zug und das auf Wunsch auch automatisch. Hat der Autofokus einmal eine Person erkannt, stellt er die Schärfe automatisch an den Augen aus. Dabei soll aber die Verfolgung auch dann weitergehen, wenn sich eine Person der Kamera mal die kalte Schulter zeigt: Ist der Kopf nicht sichtbar, fährt die Kamera mit der Verfolgung des Körpers fort. Zudem kann man auf Wunsch die Kamera so einstellen, dass sie ausschließlich Augen erkennt – verlässt die Person das Bild wird nichtmehr auf den Hintergrund scharf gestellt, sondern die Schärfe bleibt auf dem letzten Wert fixiert, so dass zum Beispiel der Hintergrund unscharf bleibt. Hier können wir aber schon bald einen ersten Test liefern, denn wir haben bereits ein Vorserienmodell zu einem Hands-on in der Redaktion. Das Video ist in Arbeit!

Canon EOS R6 Mark II Front oben

Die EOS R6 hat als Mark II nicht nur einen neuen Sensor und einen ĂĽberarbeiteten Digic X Bildprozessor bekommen. Canon will mit weiteren Schaltern und Tasten dem Hybrid-Anspruch gerecht werden.

Die EOS R6 Mark II erlaubt 4K 60p UHD-Aufnahmen ohne Crop und mit gleichzeitiger Dual Pixel CMOS AF II Fokussierung. Dabei liest die Kamera den Sensor komplett als 6K-Video aus und macht damit ein Oversampling. Gespeichert wird intern auf SD-Karten (Doppelschacht) ein 4K-Video. Wer die höhere Auflösung direkt sichern will, muss einen externen Recorder anschließen. Über den HDMI-Ausgang lassen sich 6K RAW-Videos mit 4:2:2 und 10-Bit und 60 Bildern mit einem Atomos Ninja V+ Recorder in ProRes RAW aufzeichnen. Auf der anderen Seite kann man aber auch weiterhin intern RAW-Daten aufzeichnen, dann mit 3,7K. Allerdings muss man dann ein Crop-Faktor von 1,6 in Kauf nehmen. Bei Full-HD-Auflösung kann man mit der EOS R6 Mark II bis zu 180 Bilder in der Sekunde aufzeichnen. Die HDR-Unterstützung über PQ sowie Canon Log 3 gibt es natürlich auch. Auf Wunsch lässt sich bei der internen Aufnahme ein Pre-Recording von drei oder fünf Sekunden einstellen. Die Videoaufnahme klappt nun unbegrenzt – zumindest fast: Die maximale Aufnahmezeit ist immer noch etwas von der Umgebungstemperatur und natürlich auch von der Speicherkarte beziehungsweise eventuell von der Akkukapazität abhängig. Wirklich unbegrenzt geht es nur bei auf 25 oder 30 Bilder reduzierter Bildrate. Mit 50/60p und 4K geht Canon von einer Aufnahmezeit von circa 50 Minuten aus.

Canon EOS R6 Mark II Back BODYCardslot

Die R6 Mark II hat weiterhin zwei SD-Karten-Slots und definiert hiermit, dass man mit den gĂĽnstigeren Speichermedien eher den AnsprĂĽchen der Foto- und Filmamateure gerecht werden will.

ABSATZ 3 Die Kamera bietet eine Empfindlichkeit bis ISO 102.400 und soll beim Bildstabilisator bis zu 8 Stufen kompensieren – nur fürs Protokoll: Der Wert gilt lediglich für die Fotofunktion, lässt aber durchaus einen gewissen Rückschluss auf stärke der Stabilisierung, nicht jedoch darauf wie harmonisch die Stabilisierung bei einer Videoaufnahme aussieht. Ein klarer Fortschritt ist der Umschalter auf der Kameraschulter, der zudem dafür sorgt, dass die Kamera unterschiedliche Einstellungen für die Foto- und Videofunktionen im Menü erlaubt. So hat sie in der Fotofunktion 10, in der Videofunktion dagegen nur 8 Untermenüseiten im Kameramenü. Neu ist eine Echtzeit Kompensation mit ausgewählten Objektiven für das Focus Breathing – also die Brennweitenveränderung während einer Schärfeverlagerung.

Canon EOS R6 Mark II Back BODY

Der elektronische Sucher (EVF) liefert 1,23 Mio. RGB-Bildpunkte und arbeitet mit einer Bildrate von 120 Bildern pro Sekunde.

Dem internen Mikro spendiert Canon ein weiteres Mikro, das zur Erkennung der Rauschunterdrückung dienen soll. Die Kamera hat eine „Made for iPhone“-Zertifizierung und kann so Fotos direkt in die Foto-Bibliothek des Smartphones übertragen. Die Kamera lässt sich mit der zugeörigen Canon App steuern und wird von Rechnern als Webcam erkannt.

Canon RF 135mm F18 L IS USM Sealing

Ebenfalls neu ist das RF 135 mit einer Anfangsblende von 1,8. Es ist, wie derzeit alle Objektive gedichtet gegen Feuchtigkeit und Staub.

Die Kamera soll ab Ende November fĂĽr 2.899 Euro verkauft werden. Im Kit mit dem RF 24-105mm F4-7.1 IS STM wird sie 3.259 Euro und im Kit mit dem besseren RF 24-105mm F4 L IS USM 4.199 Euro kosten. Mit dem RF 135 mm mit Blende 1,8 hat Canon zudem ein besonders lichtstarke Objektiv mit Bildstabilisator fĂĽr 2.699 Euro. Das Objektiv soll im Januar verfĂĽgbar sein und mit 0,7 Meter Naheinstellgrenze, der Stabilisierung und einer frei belegbaren Taste ĂĽberzeugen.

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