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Filmen von Promis

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Auch Personen, die in der √Ėffentlichkeit stehen haben ein Recht auf Privatsph√§re. Der zweite Teil der Rechtsberatung zum Thema Recht am Bild von Personen zeigt die Grenzen auf. Das Filmen von Personen unter dem Aspekt des Rechts am eigenen Bild war schon Thema des letzten Hefts.
 

Gem√§√ü ¬ß 22 KUG d√ľrfen Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder √∂ffentlich zur Schau gestellt werden. Von dieser sehr strengen Regelung gibt es eine wichtige Ausnahme, n√§mlich f√ľr Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte. Sie soll verhindern, dass √ľber das Recht am eigenen Bild die Presse- und Meinungsfreiheit eingeschr√§nkt werden kann. Die Ausnahme gilt f√ľr Bildnisse von Personen der Zeitgeschichte. Dabei unterscheidet die Rechtsprechung zwischen absoluten und relativen Personen der Zeitgeschichte. Eine absolute Person ist eine Person, die dauerhaft im Blickpunkt der √Ėffentlichkeit steht. Hierzu z√§hlen zum Beispiel wichtige Politiker, Schauspieler oder Musiker. Relative Personen der Zeitgeschichte sind solche, die nur anl√§sslich eines bestimmten Ereignisses und nur vor√ľbergehend von besonderem Interesse f√ľr die √Ėffentlichkeit sind, beispielsweise T√§ter und Opfer einer schweren Straftat oder die √úberlebenden eines Flugzeugabsturzes.

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Paparazzo, Vorsicht: Prominente zu filmen ist nicht ungefährlich.

Auch Aufnahmen von absoluten Personen der Zeitgeschichte d√ľrfen nicht uneingeschr√§nkt verwertet werden. Immer ist der sachliche Bezug des Bildes zur Zeitgeschichte erforderlich. Die Verwertung von Aufnahmen, die den Intimbereich der abgebildeten Person betreffen oder im h√§uslichen Bereich des Abgebildeten gemacht wurden, ist ohne Einwilligung des Abgebildeten generell verboten. Bei Aufnahmen aus dem Privatleben der abgebildeten Personen ist eine Abw√§gung zwischen dem Informationsinteresse der √Ėffentlichkeit und dem Schutz der Privatsph√§re der abgebildeten Person vorzunehmen.

So hat der BGH in √úbereinstimmung mit der Rechtsprechung des Europ√§ischen Gerichtshofs f√ľr Menschenrechte unl√§ngst entschieden, dass Aufnahmen, die einen prominenten Sportler mit Begleitung im Urlaub zeigen, nicht ver√∂ffentlicht werden d√ľrfen, weil das Informationsinteresse der √Ėffentlichkeit hier eher gering ausf√§llt, der private Urlaub jedoch zum Kernbereich der Privatsph√§re z√§hlt. Etwas anderes w√ľrde aber beispielsweise gelten, wenn ein hochrangiger Politiker w√§hrend einer von einem privaten Unternehmen oder aus Steuergeldern bezahlten Vergn√ľgungsreise gefilmt werden w√ľrde.