Sony PXW-FX9: Fullframe-6K-Kamera für 4K-Video

Sony stellt eine neue Kamera in der FS5/7-Reihe vor, auch wenn diese nun FX9 heißt. Mit dem X will der Hersteller auf den ganz neu entwickelten Vollformat-Sensor hinweisen, der nativ 6K-Auflösung bietet, auch wenn man die neue Kamera klar als 4K-Kamera positioniert, wie Claus Pfeifer in unserem Video betont.

Vom Gehäuse reiht sich die neue FX9 klar in die FS-Reihe ein, auch wenn der Body etwas länger und nun grau ist. Mit der neuen Gehäusefarbe will man die Nähe zur Venice zeigen, auch wenn man weiterhin von einem Run&Gun-Style spricht. Gleichzeitig betont man allerdings auch die Fähigkeit, mit S-Log zu arbeiten und die 15-Blendenstufen-Dynamikumfang des Sensors, was eine Farbauslegung bringen soll, die weitgehend der Venice entspricht. Auch die RAW-Ausgabe für Recorder soll es zeitnah geben.
Der Sensor bietet zwei native ISO-Empfindlichkeiten von ISO 800 und 4000. Die FX9 bietet verschiedene Varianten des Sensor-Auslesens: Intern zeichnet sie ein 4K-Signal mit 10-Bit 4:2:2 auf. Dabei kann sie den kompletten Sensor auslesen, wobei man dann auf 30 Bilder in der Sekunde begrenzt ist.

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Die FX9 ist für Doku-Drehs und Reportagen gedacht - soll aber in Sachen Farben und Dynamik an eine Venice heranreichen.

In einem vorraussichtlich Anfang noch nicht verfügbaren Modus kann man einen Bereich von 5K auslesen lassen, der auf 4K skaliert wird – dann mit bis zu 60 Bildern in der Sekunde. Der Crop-Faktor soll dabei bei 1:1,25 liegen. Reduziert man den Auslesebereich auf Super35 gibt es bis zu 60 Bilder in der Sekunde. Eine genauere Erklärung zum neuen Auslesebereich sowie zu den jeweiligen Optionen haben wir im Praxis+Technik-Beitrag sowie im zugehörigen Video. Auch erste Eindrücke zur neuen beziehungsweise aus den Alpha-Fotokameras übernommenen Gesichtserkennung bringen wir in diesem Beitrag. Um so erstaunlicher, dass Sony bei dieser Kamera dann auf einen Bildstabilisator verzichtet.

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Aufwändig geriggt ist die Kamera auch für Porduktionen im Studio und bei Independet-Produktionen geeignet.

Dass dies für eine Run&Gun-Kamera nicht ideal ist, weiß auch Sony und verspricht Abhilfe über Metadaten, die man in der Nachbearbeitung für die Bildberuhigung nutzen können soll.
Detailverbesserungen gibt es ebenfalls – zum Beispiel beim MI-Schuh, der nun mittels des digitalen Mikrofonempfängers SMAD-P5-Audiosignale digital direkt über die Schnittstelle im Zubehörschuh zur Audioeinheit übertragen kann. Kombiniert man nun noch die (auch schon für die vorherigen Modelle verfügbare) Empfangseinheit hinten an die Kamera kann die FX9 nun vier Kanäle direkt entgegennehmen. Die Audioeinheit bietet auch direkt vier Stellräder für die Pegelung an.

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Die FX9 hat einen Vollformatsensor mit 6K-Auflösung, doch das Signal wird als 4K-Signal gespeichert.

Statt eines externen WLAN-Dongles gibt es nun ein integriertes WiFi-Modul, über das man den Upload via FTP erledigen kann oder aber die Kontrolle über die Kamera via Smartphone/Tablet-App bekommt. Das direkte Streamen auf ein Videoportal, so Sony auf der Pressevorstellung, ist nicht vorgesehen.

Für weitere Details empfehlen wir unseren größeren Beitrag inklusive Interview mit Claus Pfeifer zur neuen PXW-FX9.

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