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Ratgeber: Bildsensor-GrĂ¶ĂŸen Vollformat, APS-C, MFT - die Grundlagen

Statt bewĂ€hrter Camcorder- Chips bestimmen aktuell das aus der Fototechnik stammende Vollformat, APS-C und MFT die Filmer-Diskussionen. Vor einer Kaufentscheidung zugunsten einer der neuen Vollformat-Systemkameras sollte man sich dann auch die Vor- und Nachteile dieses Formats gegenĂŒber den anderen SensorgrĂ¶ĂŸen vor Augen fĂŒhren. Unser Ratgeber zu BildsensorgrĂ¶ĂŸen gibt Aufschluss in zwei Teilen.

Seit die Fotokamera auch fĂŒr viele Filmerinnen und Filmer das Maß aller Dinge geworden ist, dreht es sich immer mehr um Bildsensor-GrĂ¶ĂŸen, die eigentlich aus der Fototechnik kommen. Befeuert wird das Ganze seit der letzten Photokina noch durch den plötzlichen Boom von Systemkameras mit großem Vollformat-Sensor.

DIE GRUNDLAGEN
In diesem Ratgeber beschĂ€ftigen wir uns deshalb mit den simplen Grundlagen der drei BaugrĂ¶ĂŸen, die bei aktuellen Spiegelreflexund Systemkameras dominieren: Vollformat alias Kleinbild, APS-C und Micro Four Thirds. Wieso die grĂ¶ĂŸte Bauform mit Vollformat und Kleinbild zwei schon fast gegensĂ€tzlich anmutende Bezeichnungen trĂ€gt, ist leicht erklĂ€rt:

Det 1 Vollformat 2.8 85mm G46A0815c h ernst webDieser Bildvergleich zeigt die unterschiedlich starke SchĂ€rfentiefe der drei verbreiteten SensorgrĂ¶ĂŸen. Alle drei Clips wurden mit Blende 2.8 und vergleichbaren Brennweiten aufgenommen, ...

Zu Beginn der digitalen Fotografie waren nur kleine Bildwandler verfĂŒgbar, die deutlich hinter der 36 x 24 Millimeter messenden FlĂ€che des Kleinbild-Fotofilms zurĂŒckblieben. Das Maximum war anfangs die APS-C-GrĂ¶ĂŸe, deren Namen wiederum aus dem letzten analogen Fotoformat abgeleitet war, dem Advanced Photo System (APS). Dem war dank der aufkommenden digitalen Konkurrenz nur ein kurzes Leben beschieden, aber der nach einem der APS-Unterformate benannte APS-C-Sensor hat bis heute als GrĂ¶ĂŸenangabe ĂŒberdauert.

Det 2 APS C 2.8 56mm DSC 0819c h ernst web... um aus derselben Entfernung eine bis auf die SchÀrfeebene Àhnliche Bilddarstellung zu erzielen. Es ist deutlich zu sehen, dass Vollformat einen sehr schmalen SchÀrfebereich ...

Als man Anfang der 2000er Jahre grĂ¶ĂŸere Chips als APS-C bauen konnte, nannte man die neue Variante Vollformat (englisch: Full Frame), weil man damit wieder die volle FlĂ€chengrĂ¶ĂŸe des ursprĂŒnglichen Kleinbildformats erreicht hatte. Kleinster im Bunde der aktuellen Systemkamera-Chips ist Micro Four Thirds, eine gemeinsame Entwicklung von Olympus und Panasonic, das oft auch 4/3-Zoll- Format bezeichnet wird. Wer die ĂŒblichen Angaben in den technischen Daten von Kameras studiert, wird sich wundern, wieso manche Sensoren in Zoll-GrĂ¶ĂŸen (4/3 Zoll), andere dagegen mit Millimeter-Angaben wie 36 x 24 bezeichnet werden.

Det 3 MFT 2.8 42.5mm P1020773c h ernst web... hat und demzufolge auch den Hintergrund am unschÀrfsten zeichnet. Am anderen Ende liegt Micro Four Thirds (MFT).

Das hat historische GrĂŒnde. Die Zoll-Angaben stammen meist aus den AnfĂ€ngen der Bildsensoren im Videobereich und kommen daher, dass man die ersten Videokameras nach den BaugrĂ¶ĂŸen ihrer Bildröhren-Diagonale einteilte. Da von der Bildröhre bauartbedingt fĂŒr die Bilderzeugung nur rund zwei Drittel der Diagonale genutzt wurden, kommen hier Angaben zustande, die scheinbar nicht mit dem tatsĂ€chlichen Zollmaß von 2,54 Zentimeter ĂŒbereinstimmen, sondern eher mit rund 1,7 Zentimetern rechnen.

Sensorvergleich VF APS C MFT webDas sind die drei aktuell bei filmenden Systemkameras am hĂ€ufigsten eingesetzten Bildsensoren im direkten Vergleich ihrer BildflĂ€che. Man sieht, wie gewaltig das kurioserweise oft auch als Kleinbild bezeichnete Vollformat im Vergleich zu APS-C und MFT tatsĂ€chlich ist. Das bedingt natĂŒrlich auch deutlich grĂ¶ĂŸere, schwerere und im Endeffekt teurere Objektive.

Die nutzbaren Chip-FlĂ€chen von Bildwandlern sind aber auch nicht absolut zu sehen, denn zum einen gibt es herstellerspezifische Abweichungen bei der Nutzung der ChipflĂ€che. Zum anderen verraten die BaugrĂ¶ĂŸen allein auch nicht immer, ob der Sensor selbst als 4:3- oder 3:2-Chip ausgelesen wird oder – entscheidend fĂŒr Video – in 16:9. Es wird also manchmal nur ein Ausschnitt genutzt. Oder es wird nur ein leicht verkleinerter Bereich aus der Chip flĂ€che fĂŒr die Bilderzeugung verwendet, weil der Rest als VerschiebeflĂ€che fĂŒr einen der immer ausgefeilteren Stabilisatoren dient. Dennoch geben die Abmessungen eine ungefĂ€hre Anmutung davon, was an bilderzeugender FlĂ€che im besten Fall zur VerfĂŒgung steht.