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Leserproduktion: No Budget Spielfilmprojekt - Videoszenen

Einfach mal nach Bangkok fliegen und den abendfüllenden Spielfilm drehen, fast ohne Ausrüstung und Budget. Für manchen unvorstellbar - Steffen Hacker hat es gemacht. Er nutzte das riesige Potential der digitalen Kameras um seinen Film „Hollywood-like" einzufangen. Es ist einfacher denn je, seinen eigenen Film zu drehen, meint er, der Teufel steckt lediglich im Detail. 
 

Genau von diesen Details berichtet der Blogger, und Werbefilmregisseur ganz konkret in dem großen , bebilderten Bericht in der Ausgabe 2/13 von Videoaktiv. Die Szenen, um die es dort sowohl in technischer wie gestalterischer Hinsicht geht, zeigt er hier. Es sind die ersten Shots seines abendfüllenden Suspense-Thrillers. Die Fortsetzung wird noch im Winter in Deutschland gedreht.

Steffen Hacker zu seinem Equipment:

Obwohl es in Bangkok Profi-Equipmentverleiher gibt, brachte ich das meiste mit, sonst bekommt man doch nicht das, was man will und die Preise vor Ort sind nur für Einheimische gut, Europäer zahlen Zuschlag, egal ob sie Kaffee trinken oder Stative mieten. Außer mit meiner Panasonic GH 2 wollte ich auf jeden Fall mit einer professionellen HD-Kamera in Thailand drehen, die ohne Assistenten bedienbar ist, aber gleichzeitig die beste Bildqualität für Blu-ray und Kino bietet. Sony lieh mir lichtstarke A-Mount-Objektive und eine NEX-FS 700, die aufgrund ihrer Zeitlupen-Fähigkeit (siehe Heft 1/2013), und internen ND-Filter perfekt für einen Guerilla-Dreh in Bangkok war. Für die Nachtshots im Gepäck hatte ich einige lichtstarke Festbrennweiten für die FS 700 und meine Standardoptik sollte die Carl-Zeiss 16-35 mm ZA SSM werden. Fokussiert habe ich hauptsächlich von Hand, ein Rig stand zwar auf der Equipmentliste, den Scharfzieh-Ring (Follow-Focus) habe ich mir aber gespart. Vor dem Dreh testete ich beide Cams und definierte bei beiden die maximale Empfindlichkeit bei ISO 1600. Natürlich rauschte die GH2 da etwas mehr, machte aber auch die schärferen Details, zumal ich einen Driftwood-Hack verwende, der die Datenrate auf 70 Megabit pro Sekunde aufbohrt.

 
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Es sind die ersten Shots seines abendfüllenden Suspense-Thrillers. Die Fortsetzung wird noch im Winter in Deutschland gedreht.

(Fotos: Steffen Hacker)

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Für die Nachtshots im Gepäck hatte ich einige lichtstarke Festbrennweiten für die FS 700 und meine Standardoptik sollte die Carl-Zeiss 16-35mm ZA SSM werden.

(Fotos: Steffen Hacker)

Steffen Hacker über die Nachtkampf-Szenen:

In unseren Sets verwendeten wir um Kinolook zu Generieren gerne die Nebelmaschine, auch um Hintergründe abzusoften Oftmals musste man das Bild wirklich erst durch den Kamerasucher beurteilen um die Nebelwirkung einzuschätzen, weil einem der Dunst in der realen Welt mit blossem Auge schon zu stark vorkam. – Auf der Straße bliesen wir den Nebel fast 15 Sekunden lang in Gullideckel, so konnte während des laufenden Takes immer ein gleichmäßig ästhetischer Nebelstrom entweichen und die Sets stimmungsvoll bereichern.

Steffen Hacker über die Disko-Szene:

Tanzszenen in einem Club brauchten nur eine geringe Anzahl Komparsen - meist Teammitglieder. Wir kombinierten die Szenen mit Zeitlupen aus der FS 700. Jede Tätigkeit sieht bei vierfacher Verlangsamung spektakulär aus und Tanzszenen funktionieren perfekt. Wir drehten mit 24 Bildern pro Sekunde in NTSC (für Blu-ray-Authoring die beste Wahl und problemlos, wenn eine DCP-Kinodatei entstehen soll) Doch für die Zeitlupe schalteten wir auf PAL, weil sonst die Lampen sichtbar flackern. Thailand ist ein 50 Hz-Land.

Jede Menge weiterer Tipps und Tricks lesen Sie in Teil 1 der dreiteiligen Serie zum Filmprojekt „On the run" in VIDEOAKTIV 2/2013, die ab kommenden Dienstag am Kiosk liegt.


On The Run - teaser shots

 


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