Workshop: Filmprojekte richtig exportieren

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Viele Filmer schneiden einen Film, wissen aber nicht so recht, wie man ihn anschließend richtig berechnet. Zugegeben, das Thema ist nicht gerade „sexy", und das Studieren verschiedener Videoformate und dazugehöriger Datenraten nicht sonderlich spannend. Trotzdem will man seinen Film doch bestmöglich mit dem Medienspieler wiedergeben oder auf YouTube sehen.
 

Wenn es an den Export der „richtigen" Videodatei geht, schaut man auch bei engagierten Filmern oft in fragende Gesichter. Eine große Zahl an Videoformaten mit vielen modifizierbaren Parametern sorgt für ebenso große Unsicherheit, ob man denn auch alles optimal eingestellt hat. Damit das eigene Video auf Medienspielern und Videoportalen rund läuft, sind Werte wie Bildrate und GoP-Länge (Group of Pictures) essenziell. Selbsterklärend sind diese Begriffe aber nicht. Umso wichtiger, sich einmal richtig mit den korrekten Einstellungen auseinanderzusetzen, denn eigentlich ist der Export recht einfach. Wir erklären, wie man eine passende Videodatei zustande bekommt.

Problem Formatvielfalt

Eines vorweg: Das eine passende Format für alle Situationen gibt es nicht. Dafür existieren einfach zu viele Dateiformate,Geräte und Videoportale, die alle unterschiedliche Anforderungen stellen. Wichtiger Punkt: Allein das Dateiformat sagt noch nichts darüber aus, mit welcher Kompression die Videodaten kleiner gerechnet werden. Denn in Dateien mit der Endung „.mov" (Apple QuickTime), „.avi" (Microsoft Audio Video Interleave) oder „.mp4" können ganz unterschiedliche Codecs stecken, auch wenn es zur Zeit meist der gängige H.264-Codec ist. Es kann also sein, dass der Rechner, Media- oder Blu-ray-Player zwar AVI-Dateien prinzipiell wiedergeben kann, aber Dateien mit einem speziellen Codec trotzdem nicht öffnet. Selbst hinter dem üblichen AVCHD-Videoformat können zig verschiedene Varianten stecken: Die Datenrate ist dabei genauso variabel wie die Bildrate bis hin zu 50 Vollbildern. Daneben gibt es noch die sogenannte „Interlaced-Aufzeichnung" mit 50 Halbbildern.

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Der Film ist im Kasten – und geschnitten ist er auch schon. Wie man ihn nun am besten exportiert und präsentiert, erklären wir in diesem Schnitt-Ratgeber.

Weitere Schnitt-Workshops:

GOP Laenge Adobe Magix web
Adobes Premiere Pro bietet die GoP-Einstellungen über den Media-Encorder. Die Bezeichung lautet hier „Keyframeabstand" (links). Bei Magix Video Pro X wird die GoP-Länge über die Exporteinstellungen und nach Klick auf die Schaltfläche „ Erweitert" festgelegt. Die deutschen Entwickler betiteln die Option am verständlichsten (rechts).

Damit sind es allein schon fünf Variablen, die jeder Hersteller beliebig festlegen kann, was somit 25 verschiedene Videoformate ergibt. Tatsächlich ist die Vielfalt sogar noch größer.

Die Master-Datei

Bei den meisten Schnittprogrammen gelangt man in der Regel über eine „Exportieren"-, „Produzieren"- oder „Ausgabe"- Schaltfläche zur Format-Wahl. Dort bietet das Programm dann diverse Exportoptionen und lässt auch das Einstellen eigener Benutzerprofile zu. Man kann sich die Sache allerdings erheblich erleichtern, wenn man aufs Dateiformat und Einstellungen des Rohmaterials zurückgreift. Schnittprogramme wie Adobe Premiere Pro, Grass Valley Edius, Cyberlink PowerDirector oder Magix Video deluxe und Video Pro X können für den Export die Projekteinstellungen übernehmen. Der Vorteil ist offensichtlich: Dateiformat, Auflösung und Bildwiederholrate werden übernommen.

Bei der Datenrate lohnt sich ein Blick in die Spezifikationen des Camcorders, denn dies wird nicht übernommen. Eine qualitativ hochwertige Masterdatei bekommt man, wenn die Datenrate auf dem Niveau des Ursprungsmaterials ist. Bei AVCHD wären das entsprechend 25 bis 28 Megabit in der Sekunde. Wer sicher gehen will, kann auch leicht darüber gehen. Für die Wiedergabe auf dem Medienspieler berechnet man eine zweite Datei, wobei man auch hier Auflösung, Bildwiederholrate und Tonfrequenz beibehält. Bei der Datenrate wählt man eine qualitativ hochwertige und wenig verlustbehaftete Variante, die jedoch eine geringere Datenrate hat – um die 12 bis 15 Megabit in der Sekunde.

Für Mac-Nutzer bietet sich hier eine QuickTime-Datei im MOV-Format an. Auf Windows- wie auf Mac-Systemen ist MP4 (H.264/MPEG-4) zu empfehlen.

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