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Report: Autofokus-Technik - der Hybrid-Autofokus

Per Fingerdruck aufs Display festlegen, welches Objekt die Kamera automatisch scharfstellt: Dieses sogenannte AF-Tracking ist nur eine von vielen Funktionen, mit denen aktuelle Autofokus-Systeme das Filmen erleichtern. Im vierten Teil erklären wir den Hybrid-Autofokus.

Der Hybrid-Autofokus
Sony wiederum kombiniert bei seinen aktuellen Alpha-Kameras mittels Hybrid-AF die klassischen Kontrast- und Phasen-Techniken mit einer Gesichtserkennung, die selbst dann noch funktioniert, wenn die Person nicht mehr im Bild ist. Die Kameras „merken“ sich tatsächlich Gesichter und „erkennen” sie beim Wiedereintritt ins Bildfeld. Auch die Augenerkennung hat Sony verfeinert. Hier lässt sich in einem speziellen Modus sogar festlegen, ob das linke oder rechte Auge im Fokus sein soll (Augen- Priorität) oder ob man die Entscheidung der Automatik überlässt. Die Sony-Entwickler setzen dabei auf das Zusammenspiel von Bildsensor, Kameraprozessor, Objektiv und Software-Algorithmen. Denn bei Kameras mit Wechseloptiken muss die motorische Verstellung der Linsen zur Scharfstellung ja in der Optik erfolgen, gesteuert vom Prozessor in der Kamera. Selbst kompakte Sony-Kameras mit APS-CSensor wie die Alpha 6400/6600 nutzen für ihren Hybrid-AF bereits je 425 Kontrast- und Phasen-Autofokuspunkte und decken 84 Prozent der Sensor-Bildfläche ab. Auch die Links-/Rechts-Auswahl für Augen ist schon integriert. Dank KI soll die Kamera die Position der Augen bei Bewegungen vorausberechnen, um sie in der Schärfe zu halten. Eine weitere Variante des Sony-AF in der Blogger- Kamera ZV-1 bietet einen speziellen „Product Showcase“-Modus für Influencer-Videos: mit einem programmierten Fokus-Übergang vom Gesicht zum jeweiligen Produkt.

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Bei vielen Sony-Kameras lässt sich einstellen, ob das Motiv ein Mensch ist oder ob es aus dem Tierreich stammt. Die Augen sind für alle Spezies der Ausgangspunkt fürs automatische Fokussieren.



Die Autofokus-Fähigkeiten seiner Alpha-Fotokameras transferiert Sony sogar in professionelle Filmkameras wie die FX 9. Dank AFSensor mit 561 Phasen-Detektionspunkten hält sie auch schnell bewegende Objekte zuverlässig in der Schärfe und kommt als erste Profi-Filmkamera mit Sonys Augen-Tracking. Für eine möglichst gleitende und unauffällige Verstellung der Schärfepunkte beim Film lässt sie die Wahl zwischen sieben unterschiedlichen AF-Geschwindigkeiten und fünf verschiedenen Übergangsempfindlichkeiten. Die entscheiden, ob die Kamera bei schnell vorbeijagenden Rennautos von einem zum nächsten fokussiert oder ob sie eine einzelne Person konsequent in der Schärfe hält, auch wenn weitere Personen ins Bild treten. Nicht zu vergessen ist dabei die Rolle der zwangsweise mitspielenden Objektive: Sony hat seinen E-Mount-Optiken deshalb die lineare Aktuator-Technologie eingepflanzt, deren Linsenmotore für die schnelle Umsetzung der Fokus-Informationen aus dem Kameraprozessor sorgen sollen. Die neueste und kleinste Vertreterin der Sony- Cinema-Linie namens FX 3 hat ebenfalls den kompletten Umfang von Sonys Autofokus-Technologie eingebaut. Per Phasendetektion verfolgt sie die sich bewegenden Motive quer übers Bildfeld. Die zusätzliche Kontrastanalyse im Hybrid-Autofokus soll sogar bei höheren Zeitlupen-Bildraten und bei geringer Schärfentiefe und Lowlight funktionieren. Wir sind da auf unsere Tests gespannt, aber schon bei der größeren FX 6 konnte Sony bei der Autofokus-Performance überzeugen. Keine Überraschung: Bei Aufnahmen von Personen setzt Sony auch in der FX 3 auf seinen Echtzeit-Augen-AF, der auf die KI-gestützten Algorithmen zurückgreift.

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Der Hybrid-Autofokus von Sony arbeitet mit überlagernden Sensoren – hier in der Alpha 7C.

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Autor: Hans Ernst / Bilder: Hans Ernst, Canon, Fujifilm, Nikon, Panasonic, Sony

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