Ratgeber: Effekte beim Videoschnitt - Titel-Design

In vielen Videoschnitt-Programmen sind Filter und Funktionen versteckt, die oft nur wenig benutzt werden. In einer neuen Ratgeber-Serie zeigen wir, welche neuen Gestaltungsmöglichkeiten sich daraus ergeben können. Exemplarisch wählen wir dafür den CyberLink PowerDirector 17 als Beispiel-Software. Die Tipps lassen sich aber natürlich auch mit nahezu jeder anderen Schnittsoftware umsetzen. Im dritten und letzten Teil beleuchten wir das Titel-Design in der Schnittsoftware.

TITEL-DESIGN
Eine wichtige Grundlage aller Schnittprogramme ist der eingebaute Titelgenerator, im Menü meist mit einem großen „T“ zu erreichen. Häufig sind etliche Vorlagen dabei, die aus Schrift und Hintergrund bestehen und nur noch passend abgeändert werden müssen. Hilfreich sind vorgefertigte Animationen, die sich einfach auf die Clips anwenden und textlich verändern lassen. Eine Animation ist immer ein wirkungsvoller Hingucker am Filmanfang, aber sie sollte inhaltlich zum nachfolgenden Video passen. Thematische Vorlagen wie Urlaub, Hochzeit, Familie und dergleichen sind vorteilhaft. Letztlich ist jedoch ein Filmtitel nichts anderes als lediglich eine „Information“, die dem Zuschauer eindeutig kommuniziert werden sollte. Insofern erfüllt rein theoretisch bereits eine weiße Schrift auf schwarze Grund den Zweck.

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Die ausgewählte Vorlage (hier: „Extrem 2“) wird auf die Zeitleiste gezogen, am besten auf eine Videospur unterhalb des Clips. Per Doppelklick auf sie öffnet sich das Menü.

Kommt hier Bewegung mit ins Spiel, zieht das einerseits die Zuschauer viel stärker in den Bann, andererseits kann Bewegung immer auch von der Schriftinformation ablenken. Es ist und bleibt eine persönliche Abwägungssache, wie man als Filmer die Titel und Titelanimationen einsetzt, und es sagt auch viel über den persönlichen Geschmack des Filmgestalters aus, wie der Film beginnt und endet. Ein opulenter Anfangstrailer à la „Star Wars“ wirkt eher unpassend, wenn danach nur ein mittelmäßiges Homevideo folgt. Aber er kann in einem anderen Zusammenhang durchaus Sinn machen. Am besten ist es, wenn Vorspann und Film inhaltlich auf einer Linie liegen und der Anfangstrailer weder zu viel noch zu wenig Erwartungen schafft, die der nachfolgende Film nicht halten kann.

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Die Textbox wird nun direkt im Video bild passend geändert. Schriftart, Größe und Farbigkeit können nach Wunsch angepasst werden.

Flotte Titel-Gestaltung im CyberLink PowerDirector 17
Der PowerDirector kommt mit einem Titel-Designer für 2D-, 3D- und 360-Grad-Titel. Über den „Titel-Raum“ kommt man an die Vorlagen, die sich leicht modifizieren lassen. Auch eigene Gestaltungen sind möglich. Die „Zeichenvoreinstellungen“ ermöglichen Zugriff auf eine Vielzahl mehr oder weniger bunter Schrifttypen aller Geschmacksrichtungen, sogar mit individuellen Farbverläufen in den Fonts. Alle Schriftobjekte können zudem horizontal und vertikal mittig ausgerichtet werden, wobei allerdings hier anzumerken ist, dass typografisch gesehen die optische Mitte immer einen Tick oberhalb der rechnerischen Mitte zu liegen kommt.

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Der PowerDirector bietet die einfache Erstellung von 3D-ähnlichen Titelschriften an. Im Submenü links lässt sich die Schrift im Raum in allen Ebenen drehen und bewegen.

Wechselt die Helligkeit des unter den Titel liegenden Videos stark, ist es hilfreich, einen Schatten oder einen Rahmen (Border) um die Schrift zu legen. Das macht den Titel besser lesbar. Auch für die Betitelung von 360-Grad-Videos hält der Power Director viele Vorlagen bereit. Zweidimensionale Titel können per Mausklick in 360-Grad-Titel umgewandelt werden.

Tipp: Vorspann und Film sollten optisch wie inhaltlich eine Einheit bilden. Die alte Schulweisheit „So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“ ist hier zutreffend.

Autor: Michael Hiebel

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