Kameratechnik-Trends: HDR mit HLG oder PQ

Derzeit machen viele neue Technologien Furore in Filmer-Kreisen. Wir erklären hier kurz und knapp, was sie für die Praxis tatsächlich bedeuten und was bei Anschaffungen wichtig ist. Im vierten und letzten Teil greifen wir das Thema Hochkontrast, sprich HDR auf und erklären die beiden derzeit gängigen Standards für HLG und PQ.

HDR mit HLG oder PQ
Wer sich im Elektronik-Laden neue Fernseher ansieht, wird schnell merken: Hier ist das 4K-Logo inzwischen fast immer mit dem Untertitel „HDR” gekoppelt. Und das gilt, wie hier unten zu sehen ist, zunehmend sogar für Profikameras. Das verwundert nicht, denn die HDR-Wiedergabe lohnt sich nur, wenn auch schon in HDR, also mit „High Dynamic Range”, aufgenommen wurde. Die Unterschiede sind auf den Screenshots unten klar zu sehen. Bei einem typischen Nachmittagsspiel im sonnendurchfluteten Fußballstadion werden die TV-Kameras mit hohen Helligkeitsunterschieden konfrontiert. Bei herkömmlichen Aufnahmen in SDR („Standard Dynamic Range”) genügt der Blendenumfang der Kameras nicht, um extrem helle und extrem dunkle Bildpartien gleichzeitig noch differenziert wiederzugeben.

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HDR bringt einen sichtlich größeren Kontrastumfang für Videos.

Die Folge: Der Himmel frisst aus, hat kaum noch Zeichnung. Die Ränge im Schatten wiederum sind in sattes Schwarz getaucht, ohne dass man noch Details erkennen könnte. Der Kontrast- und Dynamikumfang der Kamera reicht dann nur noch aus, um das Geschehen auf dem Rasen selbst einigermaßen richtig belichtet und erkennbar einzufangen. Anders bei HDR: Hier ist der Himmel noch blau und nicht ausgebleicht, einzelne Wolkenformationen sind zu erkennen. Im Stadion selbst sieht man jetzt klar und deutlich, dass die Zuschauerränge gut gefüllt sind. Die HDR-Technologie wird in Kameras derzeit in zwei Varianten verbaut. Einfachere Camcorder wie Sonys Consumer-Dauerbrenner AX 53 bieten nur HLG („Hybrid Log Gamma”), das hier nur mit 8 Bit arbeitet und deshalb auch nur eingeschränkte HDR-Wirkung bringt. Professionellere Filmkameras haben zusätzlich den HDR-PQ-Modus. PQ steht für „Perceptual Quantisation”, garantiert 10 Bit und steigert den Kontrastumfang sichtbar.

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Mehr sichtbare Helligkeitsstufen, sattere Farben – dafür steht HDR im Gegensatz zum bisherigen SDR (Standard Dynamic Range). HDR wird kameraseitig über Verfahren wie HLG oder PQ realisiert.


FAZIT
Wer HDR-Monitore nutzt, sollte bei der nächsten Kameraanschaffung konsequent auf HDR setzen. Im HLG-Modus erzielt man mit seinen Videos selbst auf Displays, die nicht für HDR vorbereitetet sind, sichtbare Verbesserungen. Professionelle Filmer achten darauf, dass auch der PQ-Modus integriert ist.

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