Kameratechnik-Trends: 6K, 8K - besseres 4K?

Derzeit machen viele neue Technologien Furore in Filmer-Kreisen. Wir erklären hier kurz und knapp, was sie für die Praxis tatsächlich bedeuten und was bei Anschaffungen wichtig ist. Im dritten Teil der Serie behandeln wir die Bildauflösung mit Blick auf 6K und 8K und ob ein Vorteil gegenüber 4K gegeben ist. Auch das neue 12G-SDI rückt dabei in den Blickpunkt.

6K, 8K: bessers 4K?
Was den Consumer-Markt angeht, so sind ausnahmsweise die Fernseher schneller als die Kameras: Zur IFA 2018 in Berlin waren bereits 8K-Fernseher von Firmen wie Sharp, Samsung oder LG angekündigt oder sogar in Betrieb zu sehen. 8K-Filmkameras oder Camcorder mit entsprechend auflösendem Bildsensor gibt es ja schon länger im Highend-Markt – von Sony, Red oder Sharp. Selbst für den potentiellen GH-5-Nachfolger von Panasonic erwarten manche Beobachter bereits einen 8K- oder 6K-Modus. Kritische Stimmen versprechen sich beim 8K-Pixelraster von 7680 mal 4320 zumindest ein perfektes 4K dank Downsampling.

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Auch Canon hat auf Messen wie zuletzt der Photokina schon 8K-Kameraprotoypen gezeigt.

Fazit
Solange noch nicht mal alle aktuellen Technologien wie 10 Bit, HEVC oder HDR flächendeckend in 4K-Filmkameras integriert sind, brauchen sich Filmer unterhalb der absoluten Highend-Ebene kaum darüber Gedanken machen. Selbst viele Fernsehsender schaffen ja gerade mal die durchgehende Produktion in Full-HD, geschweige denn 4K.

12G-SDI
Diese Technologie spielt den neuen Kompakt- Proficamcordern wie Sonys Z 280 in die Hände: Damit genügt ein einziges SDI-Kabel, um 4K-Signale in höchster Auflösung an Videomischer, Recorder oder Computer weiterzugeben, während früher noch mehrere parallel geschaltete Strippen dafür nötig waren. Diese Mehrfach-Schnittstellen waren nicht nur teurer, sondern brachten auch größere Kameragehäuse mit sich, weil man mehrere Buchsen unterbringen musste. Insbesondere im Live-Kamerabetrieb ist eine HDMI-Verbindung meist zu kurz, zu unsicher – da nicht verriegelbar – oder einfach zu sperrig. 12G ist dafür aktuell die beste Lösung, mit spürbaren Aufpreisen gegenüber Kameras ohne diese Schnittstelle, aber nicht billig.

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Einsteiger-Camcorder im Profibereich haben oft nur eine HDMI-Buchse als vollwertigen Digitalausgang. Per Adapter wie dem von AJA lässt sich ihr Signal aber auch 12G-fähig machen und so mit nur einer SDI-Leitung in professionelle Kamera-Setups einbinden.

FAZIT
Die 12G-SDI-Schnittstelle ist uneingeschränkt zu empfehlen, findet sich aber meist nur in den Kamerabaureihen, die speziell für Broadcast- Zwecke entwickelt wurden, und braucht entsprechendes Equipment auf der Gegenseite – oder HDMI/SDI-Adapter (siehe rechts).

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