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Foto-Film-Praxis: das passende Filmzubehör

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Im zweiten Teil unserer Workshop-Reihe zum Thema "Foto-Filmer" erklären wir das passende Filmzubehör. Welches Stativ und welchen Videokopf braucht es für saubere Schwenks, welches Mikrofon ist empfehlenswert und wie kann man das Videobild richtig beurteilen.
 

Ein Manko der Standbildkameras ist die Bauform, die fürs schnelle Schießen von Fotos gedacht ist. Wer die Kamera längere Zeit ruhig halten will, benötigt ein Stativ. Doch Achtung: Ein Fotostativ ist wieder fürs schnelle Einstellen der Kamera gedacht. Ein Kugelkopf lässt sich deshalb in alle drei Achsen bewegen, um auch schnell Hochkantbilder machen zu können.

Da man den Fernseher eher nicht hochkant hinstellt, macht das beim Filmen aber keinen Sinn. Dafür muss man während eines Schwenks darauf achten, dass die horizontale Ausrichtung erhalten bleibt. Deshalb arbeiten Videoprofis mit fluidgelagerten Zweiwege- Neigern, die mit in einer in der Stativschulter sitzenden Halbschale die schnelle Einrichtung der Horizontale erlauben.

Die Fluidlagerung sorgt dafür, dass die Schwenks in horizontaler und vertikaler Richtung sanft anfangen und enden können, wobei im Idealfall das Equipment austariert auf dem Kopf befestigt ist, weshalb es längs verschiebbare Stativplatten gibt.Damit ist klar: Im Idealfall ist ein Videokopf bzw. -stativ komplett anders konstruiert als der beim Fotografen bereits vorhandene – selbst dann, wenn es ein Neigekopf ist.

Schwebestativ
Ein Schwebestativ (Testvideo) hilft beim "Fliegen" der Kamera - etwas Übung und sanfte Schritte vorausgesetzt. Inzwischen gibt es neben den mechanischen Stabilisierungs-Systemen für kleinere Fotokameras auch elektronische wie das Jobo MD1.
Stative
Cullmann (links) hat mit dem OH6.5 einen Hybridkopf, der gleichermaßen für Foto- wie Videoanwendungen konzipiert ist. Der Kugelkopf lässt sich zum 2-Wege-Video-Kopf für Videografie umstellen und umgekehrt. Mit einem Kugeldurchmesser von 44 mm und einem Gehäusedurchmesser von 64 mm besitzt der OH6.5(V) eine Tragfähigkeit von 14 kg. Ein „echtes" Videostativ hat eine Halbschale (rechts), mit der sich die horizontale Ebene leicht justieren lässt. Obendrauf sitzt ein fluidgedämpfter Videoneiger, der sanfte Schwenks ermöglicht. (Mehr Infos - Ratgeber: Stative für Filmer)

Doch inzwischen haben einige Hersteller die Marktlücke entdeckt und entwickeln Stative, die beiden Ansprüchen gerecht werden sollen. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist Cullmanns Stativkopf Concept One.

Der Kugelkopf lässt sich dank eines Extra-Einstellknopfs so verriegeln, dass er zum Zweiwege-Neiger wird, wobei sich die Friktion des Kugelkopfs noch beeinflussen lässt. Das funktioniert zwar nicht ganz so sanft wie mit einem Fluidneiger, dafür ist man aber deutlich flexibler im Einsatzgebiet. Doch nicht immer ist ein Stativ flexibel und schnell genug. Wer mit der Fotokamera beispielsweise auf einer Hochzeit filmen will, muss auch mal länger „aus der Hand“ arbeiten und benötigt ein Rig.

Profis setzen dabei auf eine Metallkonstruktion, die an der Unterseite eine Schulterstütze und Handgriffe bietet und oben die Kamera aufnimmt. Angenehmer Nebeneffekt: Durch das hier übliche 15-mm-Rohrsystem kann man auch eine Übersetzung für Zoom und Follow-Fokus anbringen, womit sich die beiden Drehringe der Optik leichter und exakter drehen lassen. Allerdings ist dazu auch an der Optik etwas Nachhilfe gefragt, da in der Regel ein Zahnkranz an den bisher für die Handsteuerung auslegten Ringen nötig ist.