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Filmwerkstatt: Dunkelheit

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Filmen bei Dunkelheit bereitet dem Filmer schlaflose Nächte – aber was für welche! Zugegeben, ganz ohne den elektronischen Helfer im Rechner geht es heute bei fast keiner Szene mehr ab, wenn es darum geht, eine Drehsituation zu simulieren, die es so nie gab – oder gar nicht geben kann.
 
Doch die Schnitt oder Effektsoftware mit ihren zahlreichen nachträglichen Möglichkeiten, zur Farbton und Helligkeitsmodulation ist aufgeschmissen, wenn das Material nicht zumindest so gedreht wurde, dass es mit den Elementen, die in der Nachbearbeitung hinzugefügt werden, harmoniert.

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Aunahmen bei Nacht: Sie stellen erhöhte Anforderungen an die Hardware.
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Die grünweissen Infrarot-Nightshot: Aufnahmen von Sony lassen sich problemlos in der Postpro zu Schwarzweisbildern umformen.

Prädestiniert dafür sind Aufnahmen bei Dunkelheit und Dämmerung, kurz alle Lichtsituationen, in denen der beabsichtigte Lichteindruck für die Szene die Fähigkeiten der Elektronik überfordert. Sicher, sie können verrauscht und vergrieselt auch noch in fast völliger Finsternis filmen – aber schön ist anders. Es sei denn, Sie entschließen sich gleich, den Sony Infrarot-Nachtmodus einzuschalten – wie im Film "Blair Which Projekt" beispielsweise. Der nimmt schwarzgrüne Wärmebilder auf, selbst da, wo das bloße Auge überfordert ist. Dazu lässt er die Iris in angestrahlten Augen unnatürlich leuchten – ideal für Suspense-Szenen. Auch der Color-Nachtmodus, den mittlerweile fast alle Camcorder besitzen, ist für Geisterscheinungen brauchbar. Er setzt in aller Regel den Shutter, also die Verschlusszeit herab und lässt bei Zeiten von 1/6 Sekunde recht interessante Nachzieheffekte hinter bewegten Objekten erscheinen. Clever eingesetzt ergeben sich so gute Traumsequenzen oder Überraschungsmomente. Ein Tipp: Kamera vom Stativ betreiben und den Szenenanfang völlig statisch halten. Erst wenn plötzlich Bewegung ins Bild kommt, tritt der Effekt in Erscheinung.