10 Tipps: leichter Filmen, flotter Schneiden

Schneiden ist langwierig und umständlich! Ein Grund, weshalb viele filmen, aber das Gefilmte nicht bearbeiten. Damit wollen wir etwas aufräumen und zur Nachbearbeitung animieren. Denn ein bisschen Schnitt ist besser als Rohmaterial, das nie jemand sehen wird. Hier gibt es zehn Tipps aus der Praxis von Peter Strobl.
 

Diese Tipps ergänzen den Artikel „Auf dem Schnittsofa“ in der VIDEOAKTIV 6/2014 und sollen als Grundlage dienen – etwas nachbearbeitet ist, so unsere Meinung, besser als Projekte, die nie fertig werden. Deshalb muss es nicht der „ultimative“ Dreh und der „beste“ Schnitt sein. Es komt darauf an, dass man schon beim Dreh berücksichtigt mit wieviel Aufwand man produzieren will. Deshalb soll´s auch hier kurz und knackig bleiben und liefern hier Peter Strobls Einsteigertipps:

Tipp 1:
Stellen Sie Ihre Ausrüstung so zusammen, dass Sie alles alleine tragen und bedienen können! – Ein filmender Tourist ist unterwegs – keine Produktionsfirma!
Was erwartet mich heute? Was brauche ich heute wirklich?

Tipp 2:
Entdecken Sie die zehn Vorteile clever geführter Kamera gegenüber den zwei Vorteilen des Filmens vom Stativ. Die neuesten Bild-Stabilisatoren sind mittlerweile traumhaft gut und Camcorder-Führhilfen wie Strobl’s Lenkrad, Steadistick oder eines der Schwebe-Systeme (allerdings windempfindlich und justageanfällig) stoßen Ihnen mit minimiertem Aufwand die Türe auf zu den Bildwirkungen professioneller Produktionen.

Tipp 3:
Filmen Sie längere Szenen – umso weniger Zeit kostet Sie die Nachbearbeitung!
Das klingt erst einmal logisch, aber sie haben immer andere Tipps gelesen? Die Sorge, dass es durch längere Szenen langweilig würde, verfliegt, sobald wir die Kamera „fliegen“ lassen, schweben lassen, die Dreidimensionalität zurückholen, die wir beim Filmen vom Stativ geopfert haben. Plötzlich bekommt man abwechslungsreiche „Takes“ von 18, 25 und mehr Sekunden, statt alle 3 oder 4 Sekunden schneiden zu müssen, damit es nur ja nicht langweilig wird.

Tipp 4:
Bringen Sie Dramaturgie beim Filmen in die Szenen – statt erst beim Montieren der Szenenfolge! Mit einiger Übung erkennen Sie binnen Augenblicken, wie Sie bei den jeweiligen Gegebenheiten eine optimale Kamerafahrt anlegen. Machen Sie sich Gedanken dazu welche Szene davor oder danach passen könnte – so lassen sich schon beim Filmen leicher Übergänge schaffen.

Tipp 5:
Riesige Brennweiten und Zeitraffer-Ideen für die Nachbearbeitung erzwingen perfekte Bildruhe – aber dazu brauche ich nicht zwingend ein sperriges Stativ.
Es wimmelt von „Not-Stativen“ wie Tischen, Brüstungen und dergleichen als „Abstellfläche“ und an Säulen, Hausecken, um uns anzulehnen zur Steigerung der Bildruhe.

Strobl 10Tipps

Mut zu langen Szenen macht Peter Strobl in diesen Praxistipps und seinen Seminaren. Er animiert zum Einsatz von Schwebesystemen.

STEIGBueGEL-anders Hochformat

Peter Strobl mit seinem "Lenkrad" gibt in seinen Seminaren Tipps aus vielen Jahren Erfahrung. Ziel ist immer den Spaß am Filmen zu vermitteln.

Tipp 6:
Lassen Sie die Betrachter Ihrer Filme den Raum erleben – dann haben sie das Gefühl, sie seien gerade dort, wo Sie waren. – Filmen Sie, wie sich ein Stück Weg durch den Garten anfühlt, durch die Hotelhalle, durch den festlich geschmückten Saal... Auch Sie selbst werden die Räume beim Betrachten der Filme viel intensiver wieder-erleben.

Tipp 7:
Filmen Sie Menschen in Aktion! Fragen Sie nicht vorher, ob Sie filmen dürfen, denn dann wirkt jede Szene gestellt. Lassen Sie Laiendarsteller ihre ureigene Aufgabe erledigen, da werden sie immer authentisch sein. Geben Sie keinerlei Regieanweisungen – reagieren Sie statt „anzuschaffen“! Fragen Sie anschließend – löschen können Sie die Szene vor den Augen der Gefilmten ja problemlos.

Tipp 8:
Nutzen Sie Fahraufnahmen! Vom Schiff, vom Bus, vom Quad, …! Das KnowHow für gelungene Fahraufnahmen ist schnell erworben und lebenslang nutzbar. Wichtig ist allerdings – auch hinsichtlich der Ausrüstung – sich zu überlegen, welche Botschaften die gedachten Szenen vermitteln sollen. Soll beispielsweise dokumentiert werden, wie die Landschaft am Rallyeauto „vorbeifliegt“ oder aber, welche Belastungen dem Gesicht des Fahrers anzusehen sind? Bei einem solchen Extrembeispiel wird deutlich, was prinzipiell gravierend wichtig für Fahraufnahmen aller Art ist.

Tipp 9:
Filmen Sie längere O-Ton-Passagen! – Dann haben Sie zum Beispiel vom Strandleben ein durchgehendes „Ton-Bett“ und können mit Inserts das Bild nachträglich abwechslungsreicher gestalten. Ohne Ton-Brüche und ohne „gekillte“ O-Töne, die alle von einer Musik verdrängt werden, die mit der erlebten Wirklichkeit nichts zu tun hat.

Tipp 10:
Schaffen Sie für sich persönlich Erinnerungen, die das „Wieder-Eintauchen“ in Erlebtes so perfekt wie möglich erlauben – egal, wie „wettbewerbstauglich“ Ihre Filme sind! Dann kommt die Sehnsucht auf, mal wieder Erinnerungen aufzufrischen, die keine Fotoshow schafft – auch wenn nach wie vor die „Duft-Spur“ bei Video fehlt.
Dass diese das (Wieder-) Erlebnis intensivieren wussten schon die alten Römer und statteten Amphitheater entsprechend aus. Für noch intensivere Video-Erlebnisse arbeiten wir daran.

Zu jedem Tipp und vielen anderen können Sie in den
V-A-S-Toskana-Seminaren oder in V-A-S-Individual-Schulung (medial, telefonisch, eingebettet in Toskana-Urlaub) Detailwissen erwerben.
Kontaktmöglichkeiten: www.vas-online.de oder radicondoli@vas-online.de

(Peter Strobl/jos)


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