Ratgeber: Field-Recorder für mobilen Videoton - Design und Arbeitsweise

Mobile Audiorecorder sind weit verbreitet. Eine ganz spezielle Gattung davon sind die Fieldrecorder für Film- und Videoton. Wir zeigen in diesem Ratgeber, was sie für die Videoproduktion bringen.

Dass es derzeit so viele Fieldrecorder gibt wie nie zuvor, hat auch mit technischen Trends zu tun. Aus den einstigen tragbaren Tonmischern zum Anschluss und Auspegeln mehrerer Tonquellen an einer Filmkamera oder einem Camcorder sind durch das Aufkommen der digitalen Speicherkarten- Aufzeichnung komplette Recorder geworden. Ein weiterer Wachstumsschub erfolgte durch den Trend zum Einsatz von DSLR-Fotokameras für die Videoproduktion, die tontechnisch noch weit weniger potent waren als herkömmliche Camcorder.
Und schließlich wanderte auch eine Menge an Funktionen aus handgehaltenenen Mobilrecordern (siehe dazu dannn der Absatz "Mobil- oder Fieldrecorder?" im dreiten Teil des Ratgeber, sobald veröffentlicht) in die Entwicklung von Fieldrecordern.

Det 3 AmbeosonicAudio 2 webFür die im Trend liegenden Ambisonics-Raumklangsounds sind Fieldrecorder mit vier identisch aussteuerbaren XLR-Kanälen nötig – wie Zooms neuer F6.

DESIGN UND ARBEITSWEISE
Fieldrecorder sind ja bei weitem nicht die einzigen mobilen Tonaufnahmegeräte. Von normalen Mobilrecordern der Handheld- Klasse unterscheiden sie sich dennoch schon äußerlich. Fast alle Field-Modelle kommen im „Autoradio”-Design daher: Sie tragen ihre Aussteuerungsregler wie auch die Anzeige-Instrumente an der flachen Stirnseite und haben seitlich liegende Tonanschlüsse, weil sie meist umgehängt oder in einer Tasche transportiert und eingesetzt werden. In der Regel sind bei Fieldrecordern mehr als zwei XLR-Eingänge samt Phantomspeisung für Kondensatormikrofone eingebaut, viele nehmen aber auch Signale über große Klinken (Linepegel-Quellen) oder Stereo-Miniklinken entgegen. Eigene Mikrofone haben Fieldrecorder normalerweise nicht integriert – gerade das unterscheidet sie von konventionellen Mobilrecordern.

Det 1 f4 panel boom off truck 1 webNur Fieldrecorder ohne Netzstrom machen die Tonaufnahme abseits vom Studio auf freiem Feld möglich – daher kommt der Name für diese Produktgattung.

Die eingespeisten Audiosignale werden im Recorder digitalisiert und als separate Spuren meist auf Speicherkarten aufgenommen. Manchmal werden auch eingebaute Festspeicher oder SSDs für die Aufzeichnung genutzt. Professionellere Modelle nehmen zusätzlich Sounds über digitale Schnittstellen entgegen. Besonders das AES/EBU-Format, das meist mit XLR-Verbindungen arbeitet, ist dafür Standard. In der Regel werden die Audio-Takes als unkomprimierte PCM-Wave-Dateien mit 48 Kilohertz und 16 oder 24 Bit aufgezeichnet. Aber auch Samplingfrequenzen von 96 oder sogar 128 Kilohertz sind inzwischen möglich. Zoom hat mit dem brandneuen F6 sogar die 32-Bit-Fließkomma-Aufzeichnung angekündigt, die eine sonst nötige präzise Aussteuerung überflüssig machen soll. Wenn es sein muss, ist bei manchen Modellen alternativ die platzsparende MP3-Aufzeichnung möglich. Aber bei der Kapazität aktueller Speicherkarten ist die qualitätsreduzierende Komprimierung der Sounds eigentlich nicht mehr nötig.

(Hans Ernst)

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