Praxistipps zum Mikrofon-Test in VIDEOAKTIV 3/2010

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Unbenanntes Dokument VIDEOAKTIV hat in Ausgabe 3/2010 eine ganze Reihe neuer, aber auch bewährter Mikrofone für Filmer getestet. Hier sind zusätzlich noch einige Praxistipps, um die Schallwandler besser nutzen zu können.
 

Im Test waren ganz unterschiedliche Mikrofone:

-> Richt- oder Stereomikros für den Zubehörschuh des Camcorders

-> Studiomikrofone für Nachvertonung und Kommentaraufnahme bei der Postproduktion

-> USB-Mikrofone für die mobile wie stationäre Nutzung an einem Computer.


1.MONO ODER STEREO?


Die meisten Mikrofone aus dem Musiker-Lager sind nur mono ausgelegt, so die bekannten Großmembran-Kondensatormikros wie das Rode NT-1 A im Test, mit denen im Studio normalerweise Sprecher oder Sänger aufgezeichnet werden. Auch die typischen Instrumentenmikros a la Rode M 3 sind allesamt in Mono. Stereo arbeiten (fast) nur Mikrofone, die für die Aufnahme eines Konzertes oder einer Atmo auf einem Camcorder montiert werden oder an einem Mobilrecorder angeschlossen denselben Zweck erfüllen. Camcorder- oder Film-Mikros, die der gerichteten Aufnahme von Tönen, beispielsweise bei einem Interview dienen, sind entweder Richtmikros (Richtrohre) – wie im Test das Ambient TinyMike – oder Ansteckmikros, auch Lavalier-Mikros genannt. Relativ selten sind Allround-Mikros wie das Canon DM-100 im Test, die sich von Richt- auf Stereowirkung umschalten lassen, also wahlweise als Richt- oder Stereomikro arbeiten.

2.TIPPS ZUM AMBIENT TINY MIKE

Wiewohl nicht neu, da schon ein paar Jahre auf dem Markt, aber in VIDEOAKTIV noch nicht getestet, überraschte das nicht gerade billige Ambient-Mikro mit herausragenden Leistungen. Zum einen ist die Richtwirkung sehr gut für ein so kleines Richtrohr (auf dem Niveau des ebenfalls sehr kompakten MKE 400 von Sennheiser), andererseits produziert das ATM 216 weniger Nebengeräusche, als sie beim Sennheiser zu hören war. Das wirkt zwar etwas brillanter, überträgt aber auch mehr Eigengeräusche des Test-Camcorders (Sony DCR-TRV 80), was wohl sowohl auf die bessere Entkopplung des Ambient als auch die stärkere Höhenwiedergabe des MKE 400 zurückzuführen ist.

Das TinyMike hatten wir in der Set-Version "PD" im Test, die für Sony-Camcorder a la PD 150/PD 170 gedacht ist, deshalb war das Anschlussadapterkabel als XLR ausgeführt. Zusätzlich war im Ambient-Testpaket aber auch ein Adapterkabel auf Miniklinke (3,5 mm), das wir für die Tests mit dem Consumer-Camcorder Sony TRV 80 genutzt haben. Dabei kommt der Mini-Stecker bzw. das Kabel permanent mit der lästigen Plastikabdeckung des Steckerfelds in Berührung, was zu in der Aufnahme hörbaren Nebengeräuschen führt. Deshalb unser Tipp: Die Abdeckung komplett entfernen – oder das Kabel am Camcordergehäuse richtig gut festkleben, damit beim Führen des Camcorders wenig Geräusche entstehen können. Die zwar provisorisch wirkende, aber sehr ausgeklügelte Befestigung des Ambient-Mikros am Camcorder-Zubehörschuh verhindert anderweitige Nebengeräusche sehr gut.

Das Ambient-Set ist zwar mit 440 Euro plus Mehrwertsteuer nicht billig, im Lieferumfang ist aber jede Menge Zubehör dabei. Neben einem normalen Kunststoff-Windschutz (den man immer drauf haben sollte) liegt der Koala-Fellwindschutz mit im Paket – und der ist sein Geld absolut wert. Mit ihm haben wir im aufziehende "Xynthia"-Tief Außenaufnahmen gemacht, die deutlich weniger mit dem Wind zu kämpfen hatten als die des Sennheisers mit deren Fellwindschutz aus dem Profi-Zubehörpaket MZW 400.

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Kollisionskurs: Bei manchen Camcordern wie hier dem Sony TRV 80 kommen sich Buchsenabdeckung und Mikrofonanschluss ins Gehege. Da hilft nur Klebeband, um störende Nebengeräusche zu verringern(Foto: Ambient Tiny Mike).

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