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Im Test: Røde Wireless Go - Empfang und Qualität

Rødes erste Generation RødeLink folgte noch dem klassischen Design einer Funkstrecke. Mit Wireless Go bietet Røde ein neuartiges Konzept. Aufbau und Design der Funklösung haben klar YouTuber und DSLR-Filmer im Blick. Dabei ist der Sender auch gleichzeitig das Mikro und wird direkt an der Tonquelle angebracht. Übertragen wird digital über 2,4 GHz. Wir machen den Test.

EMPFANG UND QUALITÄT
Der Pegel, der sich mit einem Schalter in drei Stufen einstellen läßt, sollte für jede DSLR reichen. Das Signal ist auf jeden Fall nicht so laut wie bei Sennheiser XSW-D. Es ist schwer, das Signal zum Übersteuern zu bringen, da intern ein Limiter zu laufen scheint. Gelegentlich kommt es aber schon, wenn man nicht aufpasst, zu kurzen Übersteuerungen. Befestigt man den Sender etwa an einem T-Shirt aus dünnem Stoff, gibt es dem Gewicht des Senders allerdings ziemlich nach. Wenn man den Sender innen in der Kleidung befestigt, ist nur der kleine Clip und der Windschutz zu sehen; der Empfang wird dadurch nicht schlechter. Das eingebaute Mikrofon klingt leicht hohl und trocken, kann aber gerade noch als Interview- Mikrofon durchgehen.

rode wireless go set web

Das Wireless-Go-Paket bietet eine gute Grundausrüstung für DSLR-Filmer, um sofort loslegen zu können.

Sowohl das Røde-Lavalier als auch das Sennheiser ME 2 klingen voller und ausgewogener. Riesig ist der Unterschied aber auch nicht. An Bässen fehlt es dem eingebauten Mikrofon besonders. Wem es nicht reicht, der kann ein entsprechendes Mikrofon nachrüsten und den Sender wie eine klassische Funkstrecke benutzen. Hier ist es ratsam, den Sender immer zur Kamera ausgerichtet zu befestigen, denn von einem Menschen würde er abgeschirmt werden. Eine Blockierung des Signals durch den Träger gab es beim Reichweitentest schon nach 20 Metern.
Zeigt der Sender zur Kamera, konnten wir sogar über 70 Meter erreichen. Unterbrechungen in Signal werden gelegentlich mit lauten Knacksgeräuschen eingeleitet.

rode wireless go side detail webLinks der Empfänger mit einem gut lesbaren Display, rechts der Sender mit eingebautem Mikrofon und Fellwindschutz.

Die Signalanzeige im Sender über die blinkenden LEDs ist so ungenau, dass sie im Grunde nutzlos ist. Auf die Anzeige im Display kann man sich hingegen gut verlassen. Bei unserem üblichen Sender-Parcours k onnte die Funkstrecke gut eine Glas- und eine Holztür bewältigen, ohne dass das Signal abbrach. Selbst durch die nächste halb geschlossene Stahltür hindurch gab es noch ein Signal.
Die geschlossene Stahltür blockierte das Signal dann vollkommen. Somit schneidet das Wireless Go hier um einige Meter besser ab als beide Sennheiser-Modelle XSW-D und AVX. Drei aktive WLANs und drei Bluetooth-Geräte störten das Signal der Wireless Go nicht.

rode wireless go front web

Testergebnisse

Hersteller   Røde
Produkt   Wireless Go
Preis   219 Euro
Internet   de.rode.com/wirelessgo
Funkfrequenz   2,4 GHz (anmelde- und kostenfrei)
Mikrofon   eingebaut
Mikrofonanschluss   3,5-mm-Klinke (für ext. Mikro)
Kurzfazit   Ultrakompakte, digitale Funkstrecke mit Display und integriertem Mikrofon im Sender. Das derzeit kleinste und leichteste Funksystem überzeugte im Test bei Preis wie Leistung.
Plus/Minus    
    + stabiles Gehäuse
+
durchdachte Bedienung
+ gute Anzeigen
Akku nicht wechselbar
eingebautes Mikrofon klingt hohl
Urteil
  gut
Preis/Leistung   hervorragend

FAZIT
Røde bietet mit Wireless Go ein wirklich gutes Konzept für den Fotofilmer. Die Bedienung ist besonders angesichts der kompakten Ausmaße gut gelungen. Vor allem die relativ genaue Akkuanzeige ist sehr erfreulich. Sowohl die Integration des Mikrofons in den Sender als auch das Display beim Empfänger optimieren die Anwendungsmöglichkeiten gegenüber den anderen Modellen auf dem Markt. Und die Möglichkeit, den Pegel in drei Stufen einzustellen, ist ein essentieller Vorteil gegenüber der Sennheiser- Lösung XSW-D. Die Verbindung des Fellwindschutzes mit dem Sender ist zu wackelig und erfordert etwas Improvisa tion. Auch das interne Mikrofon könnte besser klingen, geht aber gerade noch für O-Töne durch. Kauft man sich, um die Klangqualität zu verbessern, ein weiteres externes Mikrofon, relativiert sich natürlich das ansonsten hervorragende Preis- Leistungs-Verhältnis wieder etwas. Die Akkulaufzeit ist mit circa fünfeinhalb Stunden gut, doch auch hier kann es am Ende des Drehtages eng werden. Die Übertragunsreichweite ist für ein Gerät dieser Klasse sehr gut.

(Autor: Christoph Harrer, Bilder: Harrer, Røde)

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