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Im Test: Olympus LS-100 und Tascam DR-100MK II - Seite 2

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Tascam DR-100 MK II

Die neue Version des bewährten DR-100 ist äußerlich kaum vom Original zu unterscheiden. Man muss schon genau hinsehen, um die Verbesserungen zu finden.

AUSSTATTUNG UND BEDIENUNG

Sie beginnen bei den XLR-Anschlüssen. Die sind jetzt mit einer praktischen Verriegelung versehen, die Kabel können nicht (wie beim Konkurrenten Olympus) im Eifer des Gefechts versehentlich herausgerissen werden. Außerdem sind die XLR-Buchsen jetzt über einen Schiebeschalter von Mikrofon-auf Line-Pegel umzustellen, ohne ins eher etwas altbackene Menü wechseln zu müssen. Das wird vor allem Konzertfilmer freuen, die so einfach die XLR-Ausgänge eines professionellen Tonmischpults andocken können. Zusätzlich hat der MK II auch separate Line-In- und Line-Out-Buchsen als Stereominiklinke (3,5 Millimeter), und noch eine dritte Miniklinke für den Kopfhörer. Über die Remote-Buchse (2,5 Millimeter) nimmt der Recorder nun per beiliegendem Adapter alternativ auch S/P-DIF-Digitalton entgegen. Sehr praktisch für den Abgriff von Digitalmischern.

Tascam DR100 web kl
Anders als Olympus hat Tascam seinem Recorder XLR-Anschlüsse mit Verriegelung spendiert - das ist im Getümmel eines Konzertmitschnitts natürlich deutlich sicherer.
Tascam Detail 1
Auch für etliche weitere Bedienschritte muss man erfreulicherweise kein Menü bemühen. So lässt sich die Eingangsempfindlichkeit („Mic Gain") blitzschnell per Hand verstellen.
Der Tascam hat gleich zwei netzunabhängige Stromversorgungs-Modi zu bieten: Er läuft über die mitgelieferten, kleinen Lithium- Akkus oder mit zwei AA-Batterien. Außerdem gibt es optional einen Batteriepack (Tascam BP-6 AA) und einen Netzadapter zu kaufen. Letzteren sollte der Hersteller besser serienmäßig beipacken. Spendabler war man bei der mitgelieferten Fernbedienung RC-10: Die funktioniert drahtlos wie auch kabelgebunden. Bei einigen Bedienschritten zeigt sich der Tascam etwas störrisch und eigenwillig: So lässt sich der HD-Audio-Modus mit 96 Kilohertz überhaupt nur im Menü finden, wenn man beim ersten Einschalten gleichzeitig mit dem Powerschalter die Returntaste betätigt. Gut, dass eine gedruckte Bedienungsanleitung beiliegt, die einem das erklärt. Auch das Standard-Menü wirkt etwas unlogisch in der Abfolge der Funktionen. Hier hilft ein kleiner Trick: erst die Aufnahmepause aktivieren – dann erscheinen sofort die aufnahme wichtigen Menü-Parameter.

KLANGQUALITÄT

Viele Fieldrecorder rauschen bei Atmo-Aufnahmen in leiser Umgebung. Nicht so der Tascam. Da wusste das Vogelzwitschern zu beeindrucken, ohne dass man meinte, gleichzeitig einen Bach rauschen zu hören. Bei leichtem Wind ist der mitgelieferte Kunststoff-Windschutz aber Pflicht - sonst rumst es im Hörbild. Selbst mit den integrierten Mikrofonen taugt der MK II für hochwertige Mitschnitte, wobei vor allem die oben angebrachten, gerichteten Nieren-Stereomikros (Schalterstellung „Uni") zu benutzen sind. Hinter der zweiten Bezeichnung („Omni") stecken die nur Millimeter großen Öffnungen für das zweite Stereomikro mit Kugelcharakteristik. Das sollte nur zum Einsatz kommen, wenn es gilt, Rundum-Gespräche aufzunehmen. Damit ist zwar der Bassanteil höher, aber schon überbetont. Die gerichteten Uni-Mikros liefern einen straffen Bass, der knallhart und präzise kommt, bei einem minimal zu aggressiv klingenden Mittenbereich. Die obligatorischen Livemusik-Aufnahmen fördern auch silbrig klingende Hi-Hats von Drums zu Tage, die ohne störende Phasing-Effekte aufgezeichnet werden. Mit dem externen Kondensatormikrofon Røde NT 4 war noch etwas mehr Höhenauflösung und Stimmentrennung zu verzeichnen. Dennoch glänzt der MK II schon mit den internen Mikros, denen (wie auch beim Olympus) fast 140 Dezibel Schalldruck nichts ausmachen.

Tascam menue
Dagegen ist die Menü-Ebene deutlich sperriger zu bedienen: Hier die Eingangseinstellung für Mikrofonarbeitsweise, Bassfilter und Aussteuerungsart.
Zwei Asse Alternativen web kl
Alternativen - Mobilrecorder mit XLR-Anschlüssen.

Neben teureren XLR-Modellen von Marantz konkurrieren auf dem Markt haupsächlich die Topmodelle von Roland (der R-26 mit bis zu sechs Aufnahmespuren) und Zoom (der H 4 n mit Mehrkanal-Aufnahme).

Letzterer ist relativ günstig zu haben (um 400 Euro), der Roland (475 Euro) empfiehlt sich trotz Touchscreen-Bedienung eher für Profis. Der preislich interessanteste XLR-Recorder kommt übrigens auch aus dem Hause Tascam: Der einfach ausgestattete DR-40 (Heft 1/2012) bringt die Buchsen schon für 269 Euro mit.

Fazit

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit hauchdünnem Vorsprung für den Olympus-Recorder: Er hat einfach das modernere Konzept – was aber nicht immer ein Vorteil sein muss: Denn der überarbeitete Tascam DR-100 punktete gerade mit klassischen Tugenden wie Schiebeschalter statt Menü-Scrollen oder mit stabiler Mechanik. Professionelle Event-Filmer werden ihn wegen seiner schnellen Bedienbarkeit und der verriegelbaren XLR-Buchsen vielleicht sogar vorziehen.

Andererseits: Der Olympus setzt zwar fast völlig auf Menü-Bedienung – die ist aber praktisch umgesetzt. Das Wichtigste aber für den Filmer: Beide Recorder klingen klasse. Ihre eingebauten Mikrofone können den hohen Schalldruck von Live-Konzerten mühelos ab, bändeln aber auch gerne mit externen Mikrofonen aller Art an. Beide Asse sind eine Investition fürs Leben.

(he)

Für Testtabelle mit Testergebnis laden Sie sich das kostenfreie PDF, mit freundlicher Unterstützung von Olympus, durch Klick auf das Artikelsymbol herunter:

 

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