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Hintergrundwissen: Kopfhörer - Thema mit Variationen

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Als Hintergrundinformation zum Kopfhörer-Test in VIDEOAKTIV 6/2011 hat unser Autor Karl-Gerhard Haas hier zusammengestellt, was Filmer über Kopfhörer und ihren Einsatz wissen sollten. Außerdem listen wir die Musikstücke auf, mit denen wir die Hörer getestet haben.
 

Die Akustik

Ein Großteil der angebotenen Kopfhörer ist entweder offen oder geschlossen. Bei geschlossenen Typen dämpfen Hörmuschel und Polster Umgebungsgeräusche, die schallerzeugende Membran ist von der Umgebung akustisch entkoppelt. Heißt: Dieser Kopfhörertyp ist ideal für Filmer, um während des Drehs die Qualität des aufgenommenen Tons zu kontrollieren. Sie wollen ja nicht die direkten Umgebungsgeräusche hören, sondern nur, was das Mikrofon aufnimmt und hinterher auf Band oder Speicherkarte landet. Zudem schützt die geschlossene Akustik vor Rückkopplungen. Auch, wer unterwegs am Notebook Szenen sortieren oder schneiden will, ist meist dankbar, wenn er etwas vom Umweltlärm verschont bleibt.
Geschlossene Kopfhörer sind tendenziell bassstärker. Im Alltag ist ihr Vor- aber auch ihr Nachteil: Wer längere Zeit unter ihnen verbringt, fühlt sich buchstäblich isoliert – für stundenlange Mischsessions oder zum Hören im ruhigen Wohnzimmer sind sie keine gute Wahl.

Offene Kopfhörer schirmen ihre Nutzer kaum oder gar nicht vor Umgebungsgeräuschen ab. Sie eignen sich daher wenig für laute Umgebungen und die Kontrolle am Set, sondern eher für die Tonmischung im Studio oder als klassischer Wohnzimmer-Kopfhörer. Für längere Hörsitzungen sind offene Kopfhörer angenehmer, potentiell klingen sie etwas weiträumiger.

Halboffene Kopfhörer sind eine Variante der offenen Bauweise: Sie schirmen den Nutzer etwas, aber nicht vollständig von der akustischen Umgebung ab, bieten aber ein ähnlich luftiges Klangbild wie offene Modelle und sind ebenso dauerhörtauglich. Für die Kontrolle des Originaltons und den Einsatz in lauter Umgebung sind sie aber nur im Notfall geeignet.

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Bekannter Hersteller: Die Österreicher von AKG.
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Sennheiser HD 598: Kauftipp in der Preisklasse über 200 Euro im VIDEOAKTIV-Test der Ausgabe 4/2011 für den Einsatz in Regie, Schnitt und am Tonmischer.

Die Bauart

Ohrkanalhörer, umgangssprachlich auch als Stöpsel bezeichnet, werden in den Gehörgang gedrückt. Üblicherweise werden Gummipfropfen in verschiedenen Größen dazu geliefert – nur dank ihrer sitzen die Ohrkanalhörer fest und klingen optimal. Die Pfropfen haben eine ähnliche Wirkung wie geschlossene Kopfhörer, schirmen die Träger also von der Umwelt ab. Nicht jeder mag die festsitzenden Stöpsel im Ohr – manchen sind sie lästig.

Im-Ohr-Hörer sitzen nicht im Ohrkanal, sondern der Ohrmuschel – diese Bauform gehört zur Standardausstattung von iPod & Co. Sie sitzen nicht so fest im Ohr wie die Ohrkanalhörer, was für viele Träger angenehmer ist. Wenn sie aber nicht richtig im Gehörgang halten, leidet der Klang. Je nach Ohr- und Stöpselform fallen sie auch beim Joggen schneller heraus.

Der Urahn der Mobilkopfhörer, erstmals mit Sonys Cassetten-„Walkman" Ende der 1970er aufgetaucht, sind die ohraufliegenden Hörer. Hier handelte es sich um eine offene Bauart mit Kopf- oder Nackenbügel. Sie sind angenehm zu tragen – einmal mehr ist ihr Vor- aber auch ihr Nachteil: Wer durch die Stadt läuft, soll natürlich ein nahendes Auto hören – dreht man die Lautstärke nicht auf gesundheitsschädliche Werte, klappt das auch.

Der Umgebungslärm kann aber die Pianissimo-Passagen eines Konzerts übertönen, was den Musikgenuss trübt. Zwischenzeitlich gibt es deswegen auch geschlossene ohraufliegende Modelle – sie empfehlen sich aber eher für Bahn und Flugzeug.
Mit ohrumschließenden Kopfhörern sind die klassischen Modelle gemeint, deren Muscheln die Ohren der Nutzer völlig umschließen. Sie gibt es in akustisch geschlossener, halboffener oder offener Ausführung.