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Rechtsratgeber: YouTube-Videos in TV-Beiträgen

Im TV oft zu sehen: Ausschnitte aus YouTube-Videos in redaktionellen Beitr√§gen mit der Einblendung ‚ÄěQuelle: YouTube‚ÄĚ. Reicht diese Angabe, um YouTube-Videos verwenden zu k√∂nnen? Antworten gibt¬īs in diesem neuen Rechtsratgeber aus unserer Serie "Alles, was recht ist".

Darf der TV-Sender sich f√ľr seine Beitr√§ge einfach auf YouTube bedienen? An jedem Video auf YouTube bestehen Urheber- oder zumindest Leistungsschutzrechte. Sie liegen bei den jeweiligen Erstellern der Clips. Das gilt selbst f√ľr banale Pannenvideos und verwackelte Amateuraufnahmen, insbesondere aber nat√ľrlich f√ľr hochwertigere Inhalte. Mit dem Hochladen der Videos ver√∂ffentlicht der Urheber zwar selbst das Video und gestattet √ľber die YouTube-Nutzungsbedingungen auch den weltweiten Abruf des Videos und die YouTube-√ľbliche Weiterverbreitung. Dies umfasst aber eben nur den Abruf auf YouTube und nicht die Einwilligung, dass die Videos auch in anderen Formaten, z.B. als Teil einer Fernsehsendung, benutzt werden d√ľrfen. Grunds√§tzlich m√ľssen also TV-Sender beim Urheber der Videos eine Lizenz einholen, bevor sie solche YouTube-Videos senden d√ľrfen. Dies gilt auch f√ľr kurze Ausschnitte. Die TV-Sender m√∂chten durch die Quellenangabe offenbar zumindest den Eindruck einer gewissen Seriosit√§t vermitteln. Sie vertrauen sicherlich auch auf den weitverbreiteten Irrtum, eine ungenehmigte Verwendungen ver√∂ffentlichter Werke sei zul√§ssig, sofern die korrekte Quelle angegeben ist. So einfach ist es aber nicht. Zul√§ssig ist lediglich in eng begrenzten Ausnahmef√§llen das Anf√ľhren von Teilen aus fremden Werken als Zitat. Ein solches zul√§ssiges Zitat liegt aber nur vor, wenn die Entnahme der fremden Werkausschnitte der Erl√§uterung oder Veranschaulichung eigener Ausf√ľhrungen dient.

2018 05 07 Rechtsratgeber YouTube web

Die Quellenangabe ‚ÄěYouTube‚ÄĚ weist genau genommen nicht auf den tats√§chlichen Urheber hin, denn schlie√ülich wurde das Material nicht von YouTube produziert. Man muss davon ausgehen, dass die eigentlichen Urheber h√§ufig von der weiteren Verbreitung ihrer Videos gar nichts wissen. (Bild: Philips)

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Matthias Straub ist Rechtsanwalt mit Schwerpunkt im Musik-, Urheber- und Medienrecht in der eigenen S√ľdkanzlei Straub in Ludwigsburg

Unter bestimmten Voraussetzungen zul√§ssig w√§re also, wenn in einem Beitrag des Senders √ľber ein bestimmtes YouTube-Video, das beispielsweise einen besonderen Hype ausgel√∂st hat, als Belegstelle auch Ausschnitte dieses YouTube- Clips gezeigt werden. Der TV-Beitrag bezieht sich dann n√§mlich gerade auf den Clip. Die meisten F√§lle sind aber anders.

Dort bedienen sich TV-Sender bei YouTube-Clips nur, weil sie kein eigenes Filmmaterial eines bestimmten Ereignisses besitzen. Oder besonders komische oder extreme Clips werden einfach um ihrer selbst willen entnommen und gesendet. In diesen Fällen liegt bereits grundsätzlich kein zulässiges Zitat vor und die Sendung stellt eine Urheberrechtsverletzung dar. Folglich kann hier auch eine Quellenangabe nichts mehr retten.

Im √ľbrigen w√§re aber sogar die Angabe ‚ÄěQuelle: YouTube‚Äú rechtlich falsch. Denn als korrekte Quelle m√ľsste hier der Urheber genannt werden und nicht das Portal, auf dem der Urheber sein Video ver√∂ffentlich hat. Es zeigt sich, dass l√§ngst nicht alles, was auch seri√∂se Fernsehsender machen, immer urheberrechtlich einwandfrei ist. Nur weil man seine Clips auf YouTube hochgeladen hat, werden diese nicht zum rechtsfreien Allgemeingut.

Fazit:

Urheber, deren Videos illegal in TV-Formaten gesendet werden, k√∂nnen also dagegen vorgehen. Zun√§chst steht ihnen ein Unterlassungsanspruch zu, der k√ľnftige gleichartige Rechtsverletzungen verhindern soll. Des weiteren kann die Zahlung einer angemessenen Lizenzgeb√ľhr als Schadensersatz und die Erstattung eigener aufgewendeter Anwaltskosten verlangt werden.

(Mathias Straub/jos)

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