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Streaming-Plattformen: Zielgruppe und Funktionen - Zoom

YouTube kennt jeder – und dass auch Facebook Videos ausliefert und Livestreams ermöglicht, das dürften auch schon viele gehört haben. In der Corona-Krise hat die Welt gelernt, dass man übers Internet nicht nur Filme ins Wohnzimmer streamen, sondern auch aktiv kommunizieren kann. Wer was kann, zeigen wir in einem siebenteiligen Artikel. Im letzten Teil dieses Reports behandeln wir den Dienst Zoom.

Wer kannte vor der Corona-Krise den Streamingdienst Zoom? Und auch Vimeo war mit seiner Plattform weitgehend in Vergessenheit geraten. Jetzt sieht das auf einmal ganz anders aus. Weitgehend dominiert wird der Markt der Streamingdienste von Anbietern aus den USA. Lediglich der TeamViewer ist in Europa, genauer gesagt im schwäbischen Göppingen, beheimatet. Den Team Viewer kennen nun zwar viele durch seine Fernwartungsoption, doch kaum jemand hat ihn bisher als Streamingdienst wahrgenommen. Und auch Skype ist eher für die Videotelefonie bekannt. Doch gerade Skype ist bereits in viele Fernsehprozesse integriert, zum Beispiel, um Zuschauer zu Wort kommen zu lassen. Die Unterschiede sind also groß, man kann sie allein mit einer Tabelle schwer zeigen. Im Folgenden erklären wir deshalb, was die eigentlichen Stärken des jeweiligen Streamingdienstes sind.

zoom streaming spezial

STREAMING-DIENST

Anbieter Zoom
Website zoom.com
Hauptzielgruppe Meetings mit begrenztem (oder bezahltem) Zugriff
Kosten kostenfrei bis 3 Meetings/ 40 Minuten, ab 11,66/Monat (bis 500 Teilnehmer)
FUNKTIONEN
Livestreaming nur für Zuschauer
Aufzeichnung online
Aufzeichnung als Teilnehmer
Video Hosting
Telefonkonferenzen
Bildverbindungen zu Teilnehmern
Alle Teilnehmer sichtbar
Chat-Funktion
Monitor teilen
Umschaltung zwischen Kameras
Steuerung vom Rechner
Verteilung auf andere Plattformen --

Zoom
Gut 200 Millionen Nutzer will Zoom bereits weltweit haben – das war eine gute Ausgangsposition in der Corona-Krise. Doch gerade zur Unzeit musste die Firma eingestehen, dass es Sicherheitslücken in der Streaminglösung gibt. Offensichtlich waren in Online-Präsentationen plötzlich unseriöse und anstößige Inhalte von außen eingespielt worden. Zoom hat schnell reagiert, die Nutzungsvereinbarungen überarbeitet, die Entwickler von allen Neuentwicklungen abgezogen und die Zeit in die Überarbeitung der Bereiche Sicherheit und Privatsphäre gesteckt. Die Besonderheit bei Zoom ist der vergleichsweise geringe Preis bei einer gleichzeitig sehr hohen Funktionalität. Das spiegelt auch die Tabelle wider.
Auch bei Zoom muss dazu eine spezielle Software auf den Rechner von Sender wie Teilnehmer installiert werden. Doch obwohl diese vergleichsweise schlicht daherkommt, kann man problemlos zwischen verschiedenen Webcams umschalten oder auch auf die Wiedergabe des Bildschirms wechseln. Dabei hat man sogar die Wahl, ob man den gesamten Bildschirm oder nur eine Anwendung für die Konferenz freigibt.
Selbst den Bildschirm eines iPhones/iPads kann man via AirPlay für die Teilnehmer freigeben.
Und wenn man die Kamera aktiviert und die passende Zoom-App installiert hat, dann wird auch das Android-Smartphone zur Kamera, mit der man entsprechend auch mal spontan Details zeigen kann.
Der Moderator kann zudem andere Anwender mit ins Bild holen und – deren Zustimmung vorausgesetzt – den jeweiligen Bildschirm den anderen Teilnehmern zeigen. Gewöhnungsbedürftig für Einsteiger ist, dass jedes Meeting eine eigene URL hat. Wenn man einen Test macht, dann ist diese also schon „verbraucht“. Das hat aber durchaus einen gut überlegten Hintergrund, denn so kann Zoom die URL für kostenpflichtige Webinare nur den bezahlenden Teilnehmern nach einem Einkauf zukommen lassen. Beim nächsten Webinar müssen die Teilnehmer dann also erneut den Zugang käuflich erwerben.

Weitere Dienste
Die Übersicht komplett zu machen ist nahezu unmöglich, denn es gibt inzwischen eine nahezu unendliche Zahl an Anbietern. Durchaus namhaft, aber vergleichsweise unbedeutend ist Adobe Connect. Adobe bietet seine kleinste Lösung für 46 Euro im Monat an, erlaubt damit aber nur 25 Teilnehmer pro Sitzung und ist damit vergleichsweise teuer. Für Schulen und Universitäten gibt es Lösungen ab 340 Euro im Monat, die dann bis zu 1000 Teilnehmer zulassen. Früher war das zu Cisco gehörende Webex eigentlich der Standard, jetzt ist der Streamingdienst schon recht weit abgeschlagen und offensichtlich auch eher auf den Bildungsmarkt und auf Großveranstaltungen fokussiert. Bis zu 40 000 Teilnehmer soll man mit dem Dienst parallel erreichen können. Auf der anderen Seite bietet Webex die Besonderheit, den Rechner aus der Ferne steuern zu können, wie dies in unserer Auflistung sonst nur der TeamViewer und Zoom hinbekommen. Auch CyberLink mischt in dem Markt mit, wobei die Firma sich hier eher auf die Software konzentriert: YouCam funktioniert als Plug-in in Videokonferenz-Diensten wie Skype und Google Hangouts – oder eben dem eigenen CyberLink U Meeting.

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Streaming-Plattformen: Zielgruppe und Funktionen - Zoom

22.10.2020, 11:37