SmallHD 503 Ultra Bright: Top-Kontroll-Monitor für Kamera und Camcorder im Test

Scharfe und farblich passend abgestimmte Bilder bekommt man nur, wenn schon die Aufnahme korrekt ist. Entsprechend wichtig ist eine gute Kontrolle mit einem Monitor bereits am Set. Im zweiten Teil unseres Tests prüfen wir den SmallHD 503 Ultra Bright.

SmallHD 503 Ultra Bright
Beeindruckende 2200 Nit gibt SmallHD für den 503 an. Dass man Ultra Bright zurecht an den Namen hängt, wird schon beim ersten Einschalten klar. Der Monitor hat eine Brillanz, die ihresgleichen sucht. Der Monitor kommt selbst gegen strahlenden Sonnenschein an – auch wenn das nicht der Sinn der Helligkeit ist. Mit seiner 10-Bit-Farbverarbeitung liefert er das, was man für die höhere Farbtiefe und Dynamik erwarten kann – inklusive der Option, die Anzeige mittels Farbkalibrierung zu perfektionieren. Dass die Signalverarbeitung dann aber doch etwas Leistung fordert, zeigt das massive und sehr robuste Aluminium-Gehäuse, das für eine passive Kühlung sorgt.

SmallHD 503 ub anschl zebra web

Der SmallHD 503 nimmt auch SDI-Signale entgegen und gibt das Signal gleich wieder aus; auf Wunsch auch parallel über die HDMI-Buchse auf der anderen Seite. Er zeigt bei Bedarf zwei unterschiedliche Pegel via Zebra an, wobei man die Anzeige jeweils als Set anlegt.

Es wird im Betrieb dann auch deutlich warm. So ist der 503er doch deutlich energiehungriger als der Shinobi. Deshalb gibt er sich auch nicht mit einem kleinen Akku zufrieden: Optional gibt es eine Akkuplatte, die gleich zwei NP-F-Akkus aufnimmt, sowie alternativ eine Akkuplatte für kräftige V-Mount-Speicher. In der Standardausführung liefert SmallHD ein Adapterkabel vom robustem 2-Pin-Lemo-Stecker auf D-Tap, so dass man den Strom direkt vom Kamera-Akku abzweigen kann. Ein Blick in das Menü des 503 offenbart dann so viele Optionen, dass man zuerst einmal staunt, aber dennoch nicht groß verwirrt ist. Wer trotzdem alles lernen will, wählt das Tutorial auf dem Monitor, das einen, natürlich in englischer Sprache, durch die Menüs leitet. SmallHD verfolgt die Idee, dass man sich nicht ständig durch das Menü bewegen und Funktionen ein- oder ausschalten muss. Stattdessen definiert man, mit welchen Anzeigen und Werkzeugen man arbeitet, und legt diese als Set an.

SmallHD 503 ub front logo web

Testergebnisse

Hersteller   SmallHD
Produkt   503 Ultra Bright
Preis   2495 Euro
Internet   smallhd.com
Ausstattung    
Bildschirmtyp   IPS
Bilddiagonale   5,0 Zoll/12,7 cm
Auflösung   1920 x 1080 Pixel
Lieferumfang   T-Tap/2-Pin-Lemo-Kabel
Anschlüsse   HDMI-Eingang/-Ausgang, SDI-Eingang/-Ausgang Kopfhörer
Funktionen   Peaking, Histogramm, VectorScope, Waveform, Zoom-Funktion
Stromversorgung   12-34 V/2-Pin-Lemo-Buchse
Gewicht   384 Gramm
Fazit    
    Beim ersten Blick auf den Preis muss man tief einatmen. Doch wer den Monitor einschaltet, erkennt schnell, dass hier bis auf das letzte Quäntchen Qualität geachtet und Funktionalität integriert ist. Und wie immer kostet das Ausreizen des Möglichen einfach deutlich mehr. Wer tatsächlich mit 10 Bit Farbtiefe normgerecht nach Rec.2020 dreht und auf maximale Kontrolle bei der Farbdynamik wert legt – der ist hier richtig.
Plus/Minus   + superhell und brillant
+ erstklassige robuste Verarbeitung
+ sehr hoher Funktionsumfang
+ gleichzeitig Signalkonverter
+ leichte Bedienung
Urteil
  hervorragend
Preis/Leistung   gut

Der Monitor legt selbstgewählte Anzeigen an, so dass man sich mittels Joysticks durch seine Werkzeuge bewegt. So kann man sich beispielsweise ein oder zwei Zebra-Raster, ein Schärfe-Peaking oder eben den Tonpegel anzeigen lassen. Drückt man den Joystick nach unten, zoomt man ins Bild, was die 1:1 Darstellung von 4K-Videos und ein vierfaches Zoom erlaubt. Wer es genau wissen will, kann dann die Pipette verwenden und sich damit von einer Stelle im Bild die Farbwerte anzeigen lassen. Selbstverständlich gibt es Waveform, Histogramm und Vektorskop.

Mit F1 und F2 gibt es noch zwei Direkttasten zur Wahl des Eingangs sowie der Displayhelligkeit. Mit dem Splitscreen kann man schauen, wie das Bild mit und ohne LUT aussieht, wobei man letzteres via SD-Karte oder vom USBSpeicher importieren kann. Apropos Schnittstellen: Hier zeigt sich ein weiterer gravierender Unterschied zum Shinobi, denn der 503 nimmt nicht nur via HDMI und SDI Signale entgegen, sondern gibt die Signale, auf Wunsch auch mit angewendetem LUT, wieder aus. Somit dient der Monitor gleichzeitig als Konverter für Videosignale.

Fazit (Joachim Sauer)
So groß wie der Preisunterschied sind die Unterschiede zwischen den beiden Monitoren nicht, auch wenn man ohne direkten Vergleich zweifelsfrei zur Erkenntnis kommt, dass der SmallHD das bessere Bild zeigt. Der SmallHD punktet zudem mit dem Durchschleifen und Konvertieren der Signale. Wer mehrere Menschen am Set mit einem Bild versorgen muss, weiß das zu schätzen. Nicht zuletzt ist der SmallHD robuster und leichter bedienbar. Doch diese beiden Argumente kann man schnell entkräften, denn die bewährte Bedienung des Atomos ist nicht schwer zu durchschauen, und wenn mal einer kaputt geht, dann kann man noch vier Stück nachkaufen, bis man den SmallHD im Preis eingeholt hat.

Den Test zum Atomos Shinobi haben wir hier eingestellt. Eine Vorstellung der Monitore im Video findet man übrigens hier.

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