Atomos Shinobi: 5,2 Zoll großer Kontroll-Monitor im Test

Scharfe und farblich passend abgestimmte Bilder bekommt man nur, wenn schon die Aufnahme korrekt ist. Entsprechend wichtig ist eine gute Kontrolle mit einem Monitor bereits am Set. Wir hatten den Atomos Shinobi im Test.

Die technische „Sau“, die gerade durchs Dorf getrieben wird, heißt HDR beziehungsweise mehr Dynamikumfang. Bedingung dafür ist zum einen eine höhere Farbtiefe; gleichzeitig verbinden viele damit das Arbeiten mit flachem Farbprofil und den sogenannten LUTs (Look up Tables). Dank der flachen Farbprofile reizt man die Farbwerte nicht aus und erhält die Zeichnung in den Schatten und Höhen. Der Haken daran ist, dass man so am Set nicht mehr richtig beurteilen kann, wie das Bild später aussehen wird. Abhilfe bieten externe Monitore wie die beiden Testkandidaten, denn beide lassen sich via SDKarte mit einem LUT bestücken. Der Monitor nimmt also von der Kamera das Signal mit der flachen Farbabstimmung entgegen, korrigiert dann aber intern anhand des vorher gewählten Farbprofils das Bild so, dass der Kameramann ein farblich angepasstes Bild bekommt.

Atomos Shinobi screen web

Das Touchmenü ist sehr logisch aufgebaut und erlaubt viele individuelle Einstellungen für die Anzeige wie hier beim Peaking, bei dem man sogar die Farbe und Intensität wechseln kann. Wahlweise kann man die Vorschau in die Vollansicht stellen oder man legt einen Wert auf die Kontrollwerkzeuge, die sich parallel einblenden lassen, aber die Vorschau verkleinern.

So erhält man „schöne“ Bilder zum Anschauen – aber den höheren Dynamikumfang beurteilen kann man nur, wenn die Monitore die nötige Helligkeit bieten. Beide Monitore liefern deshalb mindestens 1000 Nit und passen auf Wunsch den Farbraum auf Rec.2020 an. Damit scheinen beide in eine Klasse zu gehören, doch der Blick auf die Preise offenbart, dass mehr dahinterstecken muss: Der SmallHD kostet mehr als fünfmal soviel.

Atomos Shinobi
Eigentlich war der Shinobi überfällig, denn dass Atomos durch die Recorder die nötige technische Basis für einen Vorschaumonitor hat, steht schon seit Jahren zweifelsfrei fest. So ist der Shinobi ein Ninja V – nur ohne die Recorderfunktion, was ihn rund 350 Euro günstiger macht. Atomos verarbeitet intern 10-Bit-Signale, nimmt diese aber nur via HDMI entgegen. Auch eine Farbkalibierung ist möglich, wobei Atomos dies, anders als bei SmallHD, über den Rechner organisiert.

Atomos Shinobi back pana web

Testergebnisse

Hersteller   Atomos
Produkt   Shinobi
Preis   ab 475 Euro
Internet   atomos.com
Ausstattung    
Bildschirmtyp   IPS
Bilddiagonale   5,2 Zoll/13,2 cm
Auflösung   1920 x 1080 Pixel
Lieferumfang   Netzteil
Anschlüsse   HDMI-Eingang, Kopfhörer
Funktionen   Peaking, Histogramm, VectorScope, Waveform
Stromversorgung   12 V/Akku-Mount für Sony NP-F
Gewicht   206 Gramm
Fazit    
    Kurz und knapp: Der Atomos Shinobi ist klasse und dürfte für die meisten Anwendungszwecke die passende Wahl sein, solange man HDMI-Signale anliefern kann. Er ist gut verarbeitet, leicht und ist via Touchscreen gut bedienbar. Das Tuch zum Sauberhalten des Displays sollte man allerdings immer in der Tasche haben.
Plus/Minus   + helles Display
+ gute Verarbeitung
+ logische Bedienung
- Touchscreen sorgt für Fingertapser
Urteil
  sehr gut
Preis/Leistung   sehr gut

Das Display bringt es auf eine Leuchtdichte von 1000 Nit, was als Mindestanforderung für die HDR-Beurteilung gilt. Damit zeigt der Shinobi ein ausgeglichenes und helles Bild, das aber an die Brillanz des 503 Ultra Bright nicht herankommt. Den Kamerasdisplays überlegen ist der Shinobi damit immer noch. Bedient wird der gut 200 Gramm schwere Monitor via Touchscreen, was die Bedienung leicht, den Aufwand, das Display frei von Fingertapsern zu halten, dafür aber hoch macht.

Die Bedienung funktioniert genauso gut wie bei den bewährten Recordern. Neue Firmware gelangt via SDKarte in den Monitor, ebenso wie weitere LUTs, wobei Atomos schon mehrere Profile anbietet. Wer den Vergleich mit und ohne Profil sehen möchte, kann dies über eine Vergleichsansicht machen. Im Normalfall zeigt der Monitor in der oberen Reihe das angezeigte Videoformat und welches Profil hinterlegt ist. In der unteren Reihe führen elf Piktogramme zu den Messund Hilfswerkzeugen. Histogramm, Waveform, Vektorskop, auf Wunsch auch alle drei bei verkleinerter Vorschau – hier fehlt nichts. Wer sich mit dem Peaking beim Scharfstellen helfen lassen will, darf in den Einstellungen die Farbe und Intensität der Kantenanzeige wählen und zur besseren Auswertung das Videobild sogar auf schwarzweiß oder negativ schalten.

Etwas zu fummelig ist uns der Regler, mit dem man definiert, ab welcher Helligkeit die Zebra- Anzeige im Bild Stellen markieren soll. Aber das muss man ja nicht ständig ändern, von daher kann man damit leben. Etwas länger haben wir benötigt um zu begreifen, dass man die unteren Piktogramme nach links ziehen kann. Das offenbart Funktionen wie die Anzeige des Blaukanals sowie die 1:1-Anzeige von 4K-Material auf dem nativen Full-HD-Display, die Zoomfunktion und die Wahl des Bildseitenverhältnisses. Tippt man mit dem Finger dann einmal auf das Display, bereinigt der Monitor die Anzeige von allen Bedienelementen und zeigt nur noch die Vorschau.

Den Test zum SmallHD 503 Ultra Bright im Vergleich mit dem Atomos Shinobi lesen Sie hier.

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