Ricoh Theta V: 360-Grad- und Panorama-Fotofunktion im Test plus Tipps & Tricks

VIDEOAKTIV-Leser Florian Fischer hat die 360-Grad-Kamera Ricoh Theta V getestet und sich besonder für die 360-Grad-Foto-Funktion interessiert. Wie der Hobby-Filmer und -Fotograf mit der Kamera zurecht kam und welches Testergebnis er der VR-Cam attestiert, sehen und lesen Sie im Testbericht.

Florian Fischer fotografiert seit einigen Jahren und filmt auch kräftig mit seiner Sony A7RII. Dafür nutzt er ein Portfolio aus verschiedenen Objektiven und filmt auch aus der Luft sowie in 360 Grad. Dafür nennt er dann eine Yuneec H520 und eine DJI Mavic 2 Pro sein Eigen. In der Nachbearbeitung nutzt er neben diverser Photosoftware wie Adobe Lightroom und Photoshop zum Videoschnitt das Blackmagic DaVinci Resolve 15. Mit der Theta V wollte er 360-Grad-Bilder aus unüblichen Winkeln erstellen. Die Idee dahinter war für kleine Unternehmen in seinem Ort etwa das Schaufenster virtuell ins Web zu bringen, sodass sich dieses via Google Street View dann in einer Rundumsicht betrachten lässt.

ricoh theta v vergleich fischer

Besonders praktisch finde ich, dass ich die handliche Kamera überall mit hinnehmen und aus Perspektiven 360-Grad-Fotos erstellen kann, die mit großem Profi-Equipment nicht oder nur schwer machbar sind.

Testeindrücke
Die Inbetriebnahme ist dabei relativ einfach: Sobald das Smartphone via WLAN mit der Kamera verbunden wurde, öffnet man die Theta App. Nun lassen sich Fotos und Videos sofort aufnehmen. Was mich allerdings etwas verwirrte war, dass es noch eine separate Theta+-App für die Bildbearbeitung gibt. Die aufgezeichneten 360-Grad-Bilder kann direkt auf dem Smartphone betrachten. Da der automatische Übertragungsvorgang ein paar Sekunden braucht, empfiehlt es sich diesen bei mehreren Aufnahmen zu deaktivieren und die gewünschten Bilder erst zum Schluss gesammelt an das Smartphone zu schicken. Schließt man die Kamera via USB an den Rechner an, kann die Bilddateien wie von einem Wechseldatenträger kopieren. Meine Bilder habe ich anschließend in Adobe Lightroom importiert und dort sortiert, bearbeitet und danach je nach Ausgangsmaterial zu HDR-Bildern zusammengesetzt und/oder direkt für meine Panoramasoftware exportiert. Wichtig bei der Bearbeitung von 360-Grad-Bildern ist, dass die Seitenränder optisch zusammenpassen, da man sonst beim zusammengesetzten Bild die Schnittstelle sieht.

Lesertestvideo zur Ricoh Theta V von Florian Fischer

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Die aufgezeichneten 360-Grad-Bilder kann direkt auf dem Smartphone betrachten. Rechts sieht man einen Schaufenster im Laden, dass sich jetzt virtuell betrachten lässt.

In meiner Software Photomatix Pro gibt es dafür eine spezielle Funktion. Einen virtuellen Rundgang aus mehreren 360-Grad-Fotos setzte ich dann mit Pano2VR zusammen und konnte ihn anschließend für Google Street View oder den Onlineauftritt exportieren. Kleiner Tipp: manchmal kann man sich bei der Aufnahme nicht verstecken und ist damit im Bild. Macht man zwei identische Aufnahmen, stellt sich dabei jedoch an verschiedene Stellen, lässt sich das später retuschieren. Dazu beide Bilder als Pseudo-HDR zusammenfügen und sich selbst mittels „Geisterbildererkennung“ aus dem Bild „radieren“. Die Belichtung klappte dabei wie ich finde erstaunlich gut, kommt aber nicht an die Ergebnisse heran, die mit Systemkamera und Objektiv bei Panoramafotografien erzielt. Schade finde ich, dass bei einer Belichtungsreihe die Einstellungen für jedes Bild einzeln vorgenommen werden müssen. Wenn es schnell gehen muss, würde ich mir eine Einstellung analog zu Digitalkameras wünschen.

ricoh theta v lightroom fischer

Meine Bilder habe ich in Adobe Lightroom importiert und dort sortiert, bearbeitet und danach je nach Ausgangsmaterial zu HDR-Bildern zusammengesetzt und/oder direkt für meine Panoramasoftware exportiert.

Persönliche Meinung:
Für ihre Größe bietet die Kamera erstaunlich viel Potential. Der Akku hält lange genug, um mehrere Perspektiven aufnehmen zu können. Die Bilder werden relativ sauber gestitcht und können je nach Anspruch direkt verwendet werden. Wer professionelle Ergebnisse erzielen will, sollte auf die manuellen Einstellungen zurückgreifen und Zeit für die Nachbearbeitung einplanen. An die Qualität von manuell gestitchten Bildern erstellt durch eine System- oder DSLR-Kamera mit Wechselobjektiv kommt die Theta V nicht ran – aber das ist auch nicht entscheidend. Schließlich liegt die Mini-Kamera in einem ganz anderen Preissegment und sorgt trotzdem für schöne 360-Grad-Fotos, die wie ich finde einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Besonders praktisch finde ich dabei, dass ich die handliche Kamera überall mit hinnehmen und aus Perspektiven 360-Grad-Fotos erstellen kann, die mit großem Profi-Equipment nicht oder nur schwer machbar sind.

Plus/Minus:
+ klein und leicht
+ schnell einsatzbereit
+ gute Bildqualität
- langsame Datenübertragung
- Überschneidungsbereich dürfte farblich sauberer sein
- umständliche Belichtungsreiheneinstellung





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