Atomos Ninja V plus Fujifilm X-T3: Testszenen mit Videofazit

VIDEOAKTIV-Leser Walter Reyman bezeichnet sich selbst als engagierten Amateur und ist über die Fotografie zum Videofilmen gelangt. Für VIDEOAKTIV hat er im Rahmen eines Lesertest den Atomos Ninja V in Kombination mit der Fujifilm X-T3 getestet und präsentiert hier seine Testergebnisse plus Videofazit.

Walter Reyman filmt hauptsächlich auf Reisen und erstellt Sportvideos. Dafür nutzt er eine Panasonic HC-X1000, eine Sony Actioncam sowie den DJI Mavic Pro. Für die Vorschau setzte er bislang auf das Kameradisplay oder den Sucher, je nachdem wie hell es am Drehort ist. Den Videoschnitt erledigt Herr Reyman mit Magix Video Pro X.

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Die Rüstzeit für den Ninja ist sehr kurz. Es sind nur wenige Komponenten (werkzeuglos) anzustecken.

Testeindrücke
Für den Test lieferte Atomos neben dem Ninja V unter anderem noch zwei Akkus, eine 500GB-AtomX-SSD und eine USB 3.0-Docking-Station, die im normalen Lieferumfang nicht enthalten sind. Ein Adapter für die Befestigung am Kamera-Blitzschuh liegt nicht bei. Die Rüstzeit für den Ninja ist sehr kurz. Es sind nur wenige Komponenten (werkzeuglos) anzustecken. Angefangen habe ich mit einem simplen Aufsteckfuß. Dieser wiegt nicht viel und sitzt auch nah und mittig am Kameragehäuse, allerdings lockerte sich die Schraubverbindung im Laufe der Zeit. Für eine Dauernutzung würde ich wohl einen (halben) Cage mit HDMI-Klemme kaufen. Der Ninja V bietet dabei ausreichend Befestigungsmöglichkeiten einmal oben und einmal unten am Gehäuse.

Lesertestvideo zum Atomos Ninja V mit der Fujifilm X-T3 von Wolfgang Reyman

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Aufgezeichnet habe ich in UHD mit 59,94 Bilder pro Sekunde als ProRes 10 Bit 4:2:2. Dank der 500GB-SSD spielt das Thema Speicherplatz dabei kaum eine Rolle.

Insgesamt bringt Atomos meine Erwartungen an den Ninja V mit den Begriffen „Monitoring & Recording“ sehr gut auf den Punkt. Für´s Monitoring bessere Bildkontrolle dank großem und hellen Bildschirm plus Bildkontrolle via Fokus-, Zebra- und Histogramm-Anzeige. In puncto Recording: Hohe Datenrate auf einer schnellen SSD, wodurch SD-Karten nicht mehr nötig sind. Ohne Studium der Anleitung von Kamera und Ninja war das Ergebnis allerdings nicht wirklich befriedigend. Steuer- und Bildsignale und die diversen Recordermodi musste ich erst abstimmen und testen, erst dann war das Ergebnis perfekt. Das Focus Peaking nutzte ich für die exakte Scharfstellung. Durch den großen Bildschirm, die auffällige Markierung der scharfgestellten Bildbereiche und die frei wählbare Farbe funktionierte das sehr gut. Mit der Zebra-Funktion kontrollierte ich helle bis überbelichtete Bildbereiche und mit der Waveform die Helligkeitsverteilung und die generelle Helligkeit im Bild.

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Das Focus Peaking nutzte ich für die exakte Scharfstellung. Durch den großen Bildschirm, die auffällige Markierung der scharfgestellten Bildbereiche und die frei wählbare Farbe funktionierte das sehr gut.

Aufgezeichnet habe ich in UHD mit 59,94 Bilder pro Sekunde als ProRes 10 Bit 4:2:2. Dank der 500GB-SSD spielt das Thema Speicherplatz dabei kaum eine Rolle. Ich hatte die höchste Bild- und Datenrate aus Qualitätsgründen gewählt. Als Farbprofil nutzte ich F-Log - die Anzeige am Recorder habe ich mittels LUT auf „Originalfarben“ zurückgestellt um den Bildeindruck nicht zu verfälschen.
Zu Hause kopierte ich die Videodateien über den USB 3.1-Dock von der SSD auf den PC. Meine F-Log-Files konnte ich in Video X problemlos einlesen und bearbeiten (mit LUT). Eine Kopierfunktion am Drehort hat mir gefehlt. Bisher habe ich meine SD-Karten bereits am Ende des Drehs auf einen portablen Speicher übertragen.

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Meine F-Log-Files konnte ich in Video X problemlos einlesen und bearbeiten (mit LUT).

Persönliche Meinung:
Das Monitoring und Recording mit dem Atomos Ninja V hat meine Erwartungen erfüllt. Dafür nehme ich die Rüstzeit und das zusätzliche Gewicht gerne in Kauf. Das Verbindungskabel zwischen Kamera und Ninja ist aber zu lang und sperrig und führte bei mir zu Problemen. Eine Funkverbindung für die Ultra-Kurzdistanz wäre für mich wohl praxistauglicher vor allem bei Verwendung eines Gimbals. Das mit dem Ninja V erstellte 10-Bit-Material ist eine unbedingte Empfehlung - bei Ausnutzung aller technischen Möglichkeiten sind mehr Details im Bild erkennbar.

Plus/Minus:
+ großer, heller Bildschirm
+ Aufnahme auf SSD
+ übersichtliche Schatlflächen und Bedienung
- hörbares Lüftergeräusch
- Zubehör muss zugekauft werden
- etwas störende Kabelverbindung (gerade mit Gimbal)





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