YouTube Instagram Vimeo RSS VIDEOAKTIV

VIDEOAKTIV_history: 1982-1986

Unbenanntes Dokument 25 Jahre Camcorder - 25 Jahre VIDEOAKTIV: Mit dem Geburtstag unseres Magazins j├Ąhrt sich auch die Entstehung des Camcorders, so wie wir ihn kennen, zum 25. Mal. Hier der R├╝ckblick auf die analogen Jahre 1982-1986.
 

Neben dem gro├čen Jubil├Ąumsreport in der aktuellen Ausgabe 4/2007 finden Sie hier noch einige weitere Zeitzeugnisse, die wir beim St├Âbern in den VIDEOAKTIV-Archiven entdeckt haben. Wir starten hier mit den Jahren 1982-1986; die weiteren 5-Jahres-Bl├Âcke folgen in den n├Ąchsten Tagen. Viel Vergn├╝gen!


1982
Der Vorl├Ąufer unseres Magazins hie├č 1982 noch VIDEO JOURNAL und besch├Ąftigte sich mehr mit dem "passiven" Video als mit dem Videofilmer. Den gab es so eigentlich auch noch gar nicht, denn die meisten filmten noch auf Super-8 oder m├╝hten sich mit den ersten Kamera-/Recorder-Kombinationen ab. Urlaubsfilm per Video war damals eine schwei├čtreibende Angelegenheit.

Und just zu dieser Zeit, als in M├╝nchen im Verlag Laterna magica ein Team um Chefredakteur Bernhard K├Ąmmer und Egin Altenm├╝ller (beide noch immer aktiv mit "Videokamera objektiv" und "videofilmen"/"PC Video") daran ging, die erste Videofilmerzeitschrift zu konzipieren, stellte Sony auch die ersten Entwicklungen in Sachen Camcorder vor, den/die Betamovie, der die damals gebr├Ąuchlichen Kassetten der Betamax-Heimrecorder nutzte - die er zwar bespielen, aber nicht abspielen konnte. Aufnahmekontrolle vor Ort war also nicht.

Betamovie war damals schon fast von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn das Betamax- wie das Video 2000-System (von Grundig und Philips) hatten das Rennen um den Rang als beliebtester Wohnzimmer-Recorder schon gegen das allm├Ąchtige VHS-Format von JVC, Panasonic, Hitachi & Co. verloren.

85betamovie


1983
Als Anfang 1983 das erste VIDEOaktiv erscheint, ziert noch eine klassische Videokamera den Titel (siehe links). Doch das sollte sich im Lauf des Jahres┬á├Ąndern. Denn JVC konterte auf die Ank├╝ndigung der Betamovie mit dem Videomovie, einen deutlich kompakteren Camcorder auf Basis der verkleinerten VHS-Kassette, dem noch heute zu bekommenden VHS-C (JVC hatte bis jetzt immer noch einen Camcorder dieses Formats im Programm).

Die Mini-Kassette erlaubte bisher nie dagewesene, kompakte Abmessungen, und ├╝ber die spezielle Adapterkassette lie├čen sich die Aufnahmen trotzdem bequem am Heimrecorder abspielen - JVC vereinte also zwei Vorteile, die ausschlaggebend f├╝r fast jeden k├╝nftigen Camcorder sein sollten: Kompatibilit├Ąt und Kompaktheit.
Dumm nur, dass Konzernpartner Panasonic auf eine ganz anderen Weg setzte: Den VHS-Vollformater, den viele irriger Weise noch heute f├╝r den ersten Camcorder halten, dabei kam er erst als Dritter im Bunde 1984 auf den Markt.

Anfangs war es auch ├╝berhaupt nicht sicher, dass sich die neue Kamerarecorder-Idee ├╝berhaupt durchsetzen w├╝rde: M├Ąchtige Firmen aus der fr├╝hen Film & Video-Zeit wie Olympus, Hitachi oder auch Panasonic hatten n├Ąmlich zu der Zeit auch die tragbaren Recorder und Kameras zu absoluten Mini-Ma├čen geschrumpft, und der tragbare, externe Recorder hatte den Vorteil, dass er sich im Wohnzimmer mit dem daheim gebliebenen Tunter-Teil zu einem vollwertigen Heimrecorder verkoppeln lie├č. Einer f├╝r alles hie├č die Devise, dagegen hatte der Camcorder anfangs den Nachteil, dass er eher wuchtiger und schwerer war (Betamovie wog drei Kilo) und zudem deutlich teurer: Ein Camcorder der Anfangszeit kostete 4000 Mark, w├Ąhrend die getrennte Kombi schon┬áum 2000 Mark zu haben war, mit deutlich besseren technischen F├Ąhigkeiten.

Der Videosound t├Ânte bis dahin selbstverst├Ąndlich noch in Mono, realisiert mit der rauschigen L├Ąngsspur. Erst 1983 erschienen die ersten Heimrecorder mit HiFi-Stereoton auf Schr├Ągspur-Basis (VHS von Matsushita/Panasonic, Sony sp├Ąter auch auf Betamax und Super-Beta).


1984
W├Ąhrend sich noch Betamovie, Videomovie und Vollformater um die Vorherrschaft im Camcorder-Lager balgten, hatte sich im Hintergrund l├Ąngst ein m├Ąchtiger Gegner formiert: Seit 1981 schon hatten insgesamt 127 Firmen der Elektronik- und Foto-Branche einen neuen, universalen Camcorder-Standard diskutiert, im April 1984 einigte man sich dann auf das Format, das Video-8 hie├č und die Camcorder-Welt revolutionieren sollte.

Als Produzenten traten anfangs aber nur eine Handvoll Firmen auf: Kodak, Polaroid, Canon, Sony, Sanyo und General Electric.

Der Boom des Camcorders beginnt - und auch der von VIDEOaktiv: Erschien das Magazin 1983 noch alle drei Monate, stellte man 1984 auf zweimonatiges Erscheinen um. Die Redaktion sa├č in M├╝nchen, schlie├člich hie├č die Zeitschrift┬á urspr├╝nglich mal "Color Film" und war das Gegenst├╝ck zur heute noch erscheinenden Fotozeitschrift "Color Foto". Deshalb tragen die Ausgaben von 1984 schon den Vermerk "9. Jahrgang", denn neben "Color Film" z├Ąhlte man auch die Zwischenstadien "Film & Video" sowie "VIDEO JOURNAL" mit, aus denen die Zeitschrift entstanden war.


1985
Sony brachte hierzulande mit dem CCD-V 8 den ersten Handycam und mit dem CCD-M 8 auch so etwas wie einen ersten Mini-Camcorder, obwohl gemeinhin erst der TR 50/55 als erster Mini gez├Ąhlt wird. Auf jeden Fall war der M 8 einer der ersten CCD-Camcorder (die R├Âhre hatte als Bildwandler bald ausgedient, fand sich bis zum Aufkommen des LCD-Farbsuchers nur noch im Okular), bot aber so gut wie keine technischen M├Âglichkeiten und hatte eigentlich nur zwei Vorteile: er war klein und nur 1350 Gramm schwer.

F├╝r 4200 Mark war der ambitionierte Videoamateur mit dem V 8 besser bedient, denn der bot als eine Mischung aus Schulter- und Handycam schon fast profilike Bedienung, aber auch technische Spielereien wie einen Autofokus. Obwohl solche Neuerungen, ebenso wie der aufkommende Zoom-Wahn, auch von der fr├╝hen VIDEOaktiv-Redaktion heftig diskutiert wurde. Wer mochte sich als kreativer Filmer schon von einer unsicheren Automatik ins Handwerk pfuschen lassen?

Die neuen Video-8-Camcorder gaben aber auch┬áerste Impulse f├╝r die Nachbearbeitung, schlie├člich mussten die 8-mm-Aufnahmen zur allgemeinen Vorf├╝hrung noch auf eine VHS-Kassette gebracht werden. Diesen Prozess konnte man auch gleich nutzen, um die schlechten Szenen rauszuschneiden. Die deutsche Firma GSE brachte zur IFA 1985 ihr erstes Schnittpult namens VSP f├╝r 1268 Mark auf den Markt, Sony konterte mit dem schon fast legend├Ąren RM-E 100 f├╝r knapp 500 Mark. Geschnitten wurde damals noch mit Z├Ąhlwerksimpulsen als Referenz - Timecode gab┬┤s noch nicht. F├╝r den Schnitt mussten die Zuspielrecorder f├╝r GSE modifiziert werden, Sony nutzte die Remote-Buchse bestimmter Zuspielger├Ąte.

1986
Schon im Editorial der erste 86er Ausgabe gab Chefredakteur Bernhard K├Ąmmer die Devise aus: "Totgesagte leben l├Ąnger". Der Totgesagte war das VHS-C-System von JVC, dem mit Sonys Video-8 ein immer ├╝berm├Ąchtiger werdender Gegner erwachsen war. Das Zaubermittel gegen Video-8 sollte der neue Longplay-Gang der 86er-JVC-Modelle werden.

Hinzu kam, dass 1986 pikanterweise erstmals ein Video-8-Camcorder ein Sony-Modell im Test schlug, der von einem Hersteller stammte, der eigentlich dem VHS-Lager zuzurechnen war: Blaupunkt (Ausgabe 6/1986). Wie Bosch/Bauer lie├č auch Blaupunkt seine 8-mm-Cams von Matsushita/Panasonic bauen. Nur unter eigenem Namen brachte Panasonic nie Video-8-Modelle auf den Markt. Hitachi, ebenfalls VHS-Vertreter, baute wiederum zu dieser Zeit 8-mm-Cams f├╝r Firmen wie Minolta, Loewe oder Kyocera.

Was f├╝r weitere Akzeptanz┬ávon Video-8 auch bei den VIDEOAKTIV-Lesern sorgte: Mit den Video-8-Schultercamcordern V 100 und sp├Ąter V 200 bot Sony erstmals auch ├╝berzeugende L├Âsungen f├╝r Semiprofis.

Auf jeden Fall zeigte sich 1986 der Camcorder-Markt so bunt wie nie zuvor. Hier ein kleiner ├ťberblick ├╝ber die Protagonisten:

Betamovie:
Sony, Sanyo ...

VHS-C:
JVC, Saba, Telefunken, Nordmende, Philips, Grundig ...

Video-8:
Sony, Canon, Fuji(x), Blaupunkt, Bosch/Bauer, Pentax, Minolta, Kodak, Polaroid, Loewe Opta, Beaulieu, Pioneer ...

VHS:
Panasonic, Hitachi, Blaupunkt, Philips, Grundig ...


Die weiteren 5-Jahresbl├Âcke der Camcorder- und VIDEOAKTIV-Geschichte bis ins Jahr 2007 finden Sie hier:

> Die wilden Jahre 1987-1991
> Die analogen Jahr 1992-1996
> Die digitalen Jahre 1997-2001
> Die HD-Jahre 2002-2007

Viel Spa├č beim St├Âbern!
(he)
aufmacher1982
Geburt des Camcorders: Bis 1983 musste der Filmer noch getrennte Kamera-/Recordereinheiten herumschleppen, wenn er Video machen wollte.

allerersteva1983

Premiere: Die allererste VIDEOaktiv-Ausgabe, entstanden zu Jahreswende 1982/83 aus dem Vorl├Ąufermagazin VIDEO JOURNAL.┬á

70preakai

70er Jahre: Akai hie├č der Pionier der fr├╝hen Videofilmer-Jahre. Die erste mobilen L├Âsungen hatten noch offene Spulenvideob├Ąnder f├╝r Schwarzwei├č, sp├Ąter f├╝hrte man sogar spezielle Kassetten ein.

82hitachi

1982: Wer videofilmte musste Schleppen - bis 1982/83 und sogar dar├╝ber hinaus waren getrennte Kamera-/Recorder-Einheiten angesagt, hier von Hitachi.

83beaulieuschnitt

1982: Selbst in der Fr├╝hzeit des Videofilmens gab es ausgefeilte Nachvertonung, hier mit portablen Recordern von Beaulieu, der einstigen Super-8-Edelmarke. Beaulieu schaffte es in Sachen Video bis zum Profi-Hi8-Format, dann war Schluss.

83betamovie

1983: Mit dem ersten Betamovie-Camcorder probte Sony die Abl├Âsung des bis dahin bei Amateurfilmern vorherrschenden Super-8.

84rhre

1984: Fast zeitgleich mit Betamovie brachte JVC seine Videomovie mit VHS-C-Laufwerk in den Markt. Was beide gemeinsam hatten: Sucher wie Bildwandler waren damals noch R├Âhren-Sache - CCDs kamen erst mit Sonys Video-8 ins Spiel.

84minolta

1984: Futuristisches Design gab es auch schon in der Fr├╝hzeit des Camcorderbaus - hier ein fr├╝hes Kamera-Modell von Minolta zum Anschluss an einen externen Recorder.

84tascam

1984: Mit den ersten Camcordern steigt auch das Interesse an der Nachvertonung - hier eine Tascam-Anzeige in VIDEOAKTIV von 1984.

85gse

1985: Die ersten Camcorder befl├╝geln auch die Nachbearbeitung. GSE bringt sein erstes Steuerpult f├╝r programmgesteuerten Schnitt.

panam1

1985: Erst als drittes Camcorderformat nach Betamovie und VHS-C kam der VHS-Vollformater auf den Markt, etwa zeitgleich mit Video-8 von Sony. Hier das erste Modell, der M 1 von Panasonic.

86v8

1985/86: Sony begründet mit dem CCD-V 8 und dem CCD-M 8 (oben) das bald erfolgreichste Camcorderformat: Video-8.

86pioneerv8

1986: Mit dem ersten Camcorder-Boom mischt bald jede bekannte Firma aus dem Video-/Foto- und HiFi-Bereich im Camcordermarkt mit - hier der erste Video-8-Camcorder von Pioneer.