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Amateur-Film-Praxis: Videoschnitt - die Grundlagen

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Ein fertiger Film entsteht nicht allein durch das Drehen der Aufnahmen. Die Geschichte eines Films lässt sich erst durch den Schnitt des Materials in der Nachbearbeitung vermitteln. Um die Grundlagen des Videoschnitts geht´s im achten Teil unseres Workshops zur Amateur-Film-Praxis. VIDEOAKTIV-Leser Walter Buddelmann gibt Tipps und Tricks.
 

Bei der schreibenden Zunft formen sich aus Buchstaben Worte und aus Worten entstehen dann die Sätze, die eine Geschichte erzählen.

Beim Filmen ist es die Aufnahmetechnik, die gute Bildeinstellungen erfasst und damit die Szenen ermöglicht, um eine Geschichte, den Film zu "erzählen".

Ein ungeschnittenes Video erzählt noch keine Geschichte. Bestenfalls ist es eine Dokumentation. Erst im Schnitt entsteht der eigentliche Film.

Es geht beim Videoschnitt nicht darum, eine bestimmte Software bis ins Detail zu beherrschen, sondern darum, Sehen zu lernen und zu erkennen, wie die Wirkung auf die Zuschauer ist. Also die Geschichte damit „richtig" zu erzählen.

Das Schneiden macht aus den Bildern eine Story. Die Abfolge muss stimmen und den Zuschauer auf eine Reise mitnehmen. Der Schnittrhythmus soll den Zuschauer wachhalten, neugierig machen und kann und soll auch Stimmungen erzeugen.

Eine besinnliche Stimmung wird zum Beispiel nicht durch ein Staccato von Schnitten erzeugt. Ebensowenig wie zu lange Einstellungen bei Sportaufnahmen deren Dynamik unterstützen.

Organisation

Die Medien müssen nach getaner Dreharbeit auf den Rechner gebracht werden: Videoclips, Fotos und bei Bedarf naürlich die Musik.

Erster wichtiger Schritt zur späteren Zeitersparnis: Die Ordnerstruktur mit aussagekräftigen Namen versehen.

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Einige Profi-Schnittprogramm sind als "abgespeckte" und somit auch kostengünstigere Versionen erhältlich. Wie sich mit einer solchen Software arbeiten lässt, erfahren Sie in diesem Testvideo.
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Schnitt-(oder auch Editing-)Programme bieten oft eine Art Übersichtsfenster. Mit diesem fällt die Verwaltung der einzelnen Video-Elemente wesentlich einfacher.

Es gibt bei vielen gängigen Schnittprogrammen einen Projektassistenen, mit welchem gleich zu Anfang ein Projektordner angelegt werden kann.

Das ist eine sehr hilfreiche Sache, da alle Medien die im Schnittprojekt Verwendung finden, in diesen Ordner kopiert werden.

Einerseits benötigt dieser „Workflow" zwar mehr Platz auf der Festplatte, zum anderen kann der Ordner am Ende archiviert werden – dies ist von Vorteil, wenn auch an einem anderen Rechner weitergearbeitet wird oder die Daten ohne Verlust von einzelnen Dateien archiviert werden sollen.

Was auch Sinn macht: Schon beim Kopieren der Dateien alle Takes und weitere Medien weglassen, die nicht im Schnitt benötigt werden bzw. diese Medien nach dem Kopieren gleich aus dem Ordner löschen.

Zur besseren Übersicht können im Projektordner auch Unterordner erstellt werden. Es geht an dieser Stelle darum, in der weiteren Arbeit nicht nach einzelnen Dateien lange suchen zu müssen.

Der Schnitt im Programm

In vielen Schnittprogrammen kann auch auf die Möglichkeit zurückgegriffen werden, in einem Projekt mehrere Filme anzulegen. Diese Funktion kann auch zweckentfremdet für den Schnitt genutzt werden, um bis zum Feinschnitt die Abschnitte/Kapitel auf einzelne Filme im Projekt aufzuteilen.

So wirken sich Änderungen nicht immer auf die gesamte Filmstrecke, sondern nur auf den jeweiligen Abschnitt aus.