Amateur-Film-Praxis: Filmstil, Nachvertonung und Präsentation

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Der letzte Teil des Amateur-Film-Ratgebers handelt von der Nachvertonung und der finalen Bearbeitung des fertig geschnittenen Films. Wie man mit der passenden Ausrüstung, ansprechender Bildkomposition und dem richtigen Schnitt bis hierher kommt, beschreibt der Ratgeber-Autor Walter Buddelmann in den neun vorangegangenen Teilen dieser Serie.   
 

Vertonung

Der "Sound" des Filmes ist ein wichtiges Element der Filmgestaltung. Er setzt sich aus drei Einzel-Elementen zusammen:

Musik: sehr wichtig für einen emotionalen Untergrund.

Geräusche: meist der O-Ton. Machen das Bild lebendiger, authentischer.

Kommentare: begleiten das Bildgeschehen.

Musik

Die Filmmusik kann bei Bedarf auf den Schnittrhythmus des Films angepasst werden. Man nennt dies dann "auf Takt schneiden". Man kann auch einzelne "Musik/Takt-Marken" auslassen und somit einen gewissen Spannungsbogen aufbauen.

Bei Verwendung von fremder Musik sollte man auf die Rechtslage achten. Es ist möglich, dass eventuell Nutzungs-, Lizenz- und GEMA-Gebühren anfallen können (GEMA= Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte). Es gibt im Netz aber auch gema-freie Musik, die allerdings nicht frei von Urheberrechten sein muss. (mehr dazu hier)

Ebenso gibt es Musikstücke zur freien, kostenlosen Verwendungen. Bei diesen verlangt der jeweilige Urheber jedoch in den meisten Fällen eine Namens-Nennung innerhalb des Films.

eq-einstellungen
Die Audio-Funktionen moderner Schnittprogramme erinnern teilweise an ausgewachsene Tonstudio-Ausrüstung. Der Ton-Nachbearbeitung sind dadurch allerdings auch (fast) keine Grenzen gesetzt.
02 klingt besser
Mit welchen Mikrofon-Arten sich welche Tonquelle am besten aufzeichnen lässt, erfahren Sie in unserer Übersicht.

Geräusche

Der O-Ton läuft im Film meist nicht durchgängig mit. Dort, wo deutliche Geräuschquellen im Bild zu sehen sind, sollte der entsprechende Ton auch hörbar sein. Mit unauffälligen O-Ton kann ein „steriler" und ruhiger Hintergrund aufgebessert werden.

Dieser muss nicht zwangsläufig vom Drehort oder sogar von der gedrehten Szene sein, sondern kann auch zuvor schon aufgenommen und nun zur Szene passend „aus der Konserve" verwendet werden. Er verhindert, dass Musik und Bild zu steril wirken und kann bei Bedarf auch einzelne Szenen mit einander verbinden.

Kommentare

Kommentare können einen Film beleben, ihn informativer machen. Oder bei falschem Einsatz aufgesetzt und unnötig wirken.

Als Beispiel hierfür lässt sich eine klassische Szene aus einer Reisedokumentation hernehmen – ein Ausflug nach Paris:

"Der Eiffelturm, Mutti steht da ganz rechts".

Dies bietet dem Zuschauer keine neue Information, denn das beschriebene ist bereits zu sehen. Besser könnte der Kommentar dazu so aussehen:

"Das ist der Eiffelturm in Paris, der uns mit seiner Höhe von 324 m sehr beeindruckte".

Dem Zuschauer wird eine Information geboten, die mit der Bildsprache schlecht darzustellen ist. Noch besser wäre in diesem Fall:

"Der französische Ingeneur Eiffel gibt diesem Turm seinen Namen. Aller Widerstände zum Trotz setzte er den Bau von 1878 bis zur Weltausstellung in Paris 1889 durch".

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