Amateur-Film-Praxis: Automatikmodus gegen manuelle Einstellung

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Im siebten Teil unseres Weihnachts-Spezials zum Thema Amateur-Film-Praxis klärt Walter Buddelmann den Sinn oder auch Unsinn von Automaik-Funktionen bei Filmkameras. Der Autor ist passionierter Amateurfilmer und beschreibt in seinem Erfahrungsbericht die richtige Verwendung und Funktionsweisen der Automatiken. 
 

Der oft gegangene Weg vieler Camcorder-Filmer: Wenn die Aufnahmen gemacht werden, regelt die Technik der Kamera alles automatisch.

Automatiken sind nicht schlecht - sie lösen überraschend gut Schwierigkeiten bei der Aufnahme, die der Anwender oft nicht bemerken würde. Wenn aber die Automatik nicht das macht, was erwartet wird oder sie zu selbstständig ist, dann muss manuell eingegriffen werden.

Schärfe

Mit dem Autofokus sorgt die Kamera immer für ein scharfes Bild. Gerade bei bewegten Objekten klappt das bei vielen Kameramodellen sehr zuverlässig und ist auch in hektischen Szenen ohne Zeit für manuelles Fokussieren sehr hilfreich.

Beim Camcorder kann das von Vorne nach Hinten scharfe Bild auch schon mal stören. Wird ein Portrait gefilmt, ist es passender, wenn der Hintergrund unscharf ist. Ebenso bei kleinteiligen Dingen wie Schmuck. Dieser kann in einer unscharfen Umgebung gezeigt werden.

Für die Zone mit der scharfen Abbildung gibt es den Begriff „Schärfentiefe". Die Schärfentiefe hängt ab von drei Parametern:

Die Kriterien für einen kleinen Schärfentiefebereich sind unter anderem eine lange Brennweite, große oder komplett offene Blende und eine geringe Entfernung zum gefilmten Objekt (ohne Zoom).

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Selbst höherpreisige Camcorder in der 1000 Euro-Klasse, wie sie hier im unserem Test zu finden sind, verzichten nicht gänzlich auf Bedienautomatiken.
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Die Auswirkung von verschiedenen Entfernungen zum Hauptmotiv bei selbem Bildausschnitt mittels Heranzoomen lässt sich an den oberen beiden Bildern gut erkennen. Links ist die Kamera drei Meter vom Objekt entfernt - rechts sind es sieben Meter. Das Motiv hebt sich durch die Unschärfe im Hintergrund deutlich besser von diesem ab.

Kleine Brennweiten, kleine Blendenzahl und große Entfernung zum Objekt (ohne Zoom) sind im Gegensatz dazu Kriterien für einen großen Schärfentiefe-Bereich.

Der Zoom auf ein weiter entferntes Objekt macht zwar die Brennweite länger, der reale Abstand zum Objekt ändert sich dadurch aber ja nicht. Begibt man sich näher an das Objekt, verringert man jedoch wieder die Brennweite für den selben Bildausschnitt. Es ist also nicht immer einfach, die richtige Kombination zu finden wenn z.B. der Hintergrund unscharf sein soll.

Belichtung

Die Automatik regelt auch die Belichtung. Einfach und effektiv. Schwenkt die Kamera im Garten vom Licht in den Schatten, macht dies den Kameras in der Regel keine größeren Probleme.

Folgt die Kamera jedoch einer Person z.B. in einen dunklen Schuppen, so kann das Nachregeln der Helligkeit störend sein und die Wirkung der Szene zerstören. Das Bild wird dabei zu hell und „freundlich". In dieserm Fall ist man mit der manuellen Belichtung besser beraten, um die zur Szene passenden Stimmung zu erhalten.

Auch beim Film regelt sich die Belichtung wie bei der Fotografie über die (Belichtungs)zeit. Dies geschieht über die sogenannte Verschlusszeit (englisch „Shutter" oder auch „SHTR") und über die Blende (auf den Kameras oft als „IRIS" angegeben).

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