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Ratgeber: der richtige Schnittrechner - darauf kommt´s an! - Speichermedium, Grafikkarte und Display

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Das Speichermedium
SSD oder HDD?

Gerade beim Speichermedium patzen viele aktuelle Laptops und verzichten auf eine ausreichend große Kapazität. Zumindest dann, wenn eine schnelle SSD (Solid-State-Drive) verbaut ist. Doch selbst wenn man vereinzelt Notebooks mit 1 Terabyte Speicher findet, empfehlen wir die SSD. Hintergrund dazu: Notebook-Festplatten drehen in der Regel mit 5400 Umdrehungen und sind damit für Videodaten meist zu langsam.

SSD verkürzen nicht nur die Ladezeiten für das Betriebssystem, sondern sind auch dann schneller, wenn Programme Auslagerungsdateien auf den Speicher schreiben und wieder einlesen. Gerade wer beim Arbeitsspeicher etwas geizt, sollte hier vielleicht nicht auch noch sparen.

Bei Desktop-Rechnern kann eine interne Festplatte sinnvoll sein, denn hier passen die größeren und schnelleren 3,5-Zoll-Laufwerke rein, die man inzwischen auch als Hybrid- Festplatte bekommt. Als Mindestausstattung für Notebooks hingegen empfehlen wir 256 Gigabyte – was gerade mal fürs Betriebssystem und die Programme reicht. Viele Daten, geschweige denn ganze Videoprojekte passen da nicht auch noch drauf. Deshalb lautet auch unsere Empfehlung für den Videoschnittrechner: Mindestens 512 Gigabyte – mehr bekommt man als SSD in der Regel gar nicht angeboten.

Die perfekte Ergänzung ist dann im Notebook und Desktop-Rechner ein zusätzliches Speicherlaufwerk – was bei den Standardkonfiguration der Notebooks nicht die Regel und auch nicht immer möglich ist. Gerade die kompakten Modelle bieten keinen Platz für ein zweites Laufwerk.

Doch auch wenn eine interne Festplatte an der SATA-Schnittstelle ideal ist: Dank der hohen Datenraten von USB 3.0 und Thunderbold gibt es kaum einen Unterschied zur internen Festplatte (siehe Schnittstellen), wie wir bei Tests feststellen konnten. Lediglich das Einlesen und die Ladezeiten der Clip-Miniaturen dauert (vor allem, wenn man eine HDD extern anschließt) etwas länger.

Wichtig zudem: Egal, ob man die HDD intern oder extern einbindet – sie sollte mit 7200 Umdrehungen arbeiten, was im Schnittprogramm für schnellere Zugriffszeiten sorgt. Doch schneller drehen nur die größeren 5,25-Zoll- Laufwerke und die benötigen größere Gehäuse und vor allem eine eigene Stromversorgung. Das ist am Arbeitsplatz kein Stress – doch wer mobil arbeitet, kommt damit nicht klar. Da sind die kleineren Speicherlösungen mit 2,5-Zoll- Laufwerk schon viel angenehmer, doch die arbeiten in der Regel lediglich mit 5400 Umdrehungen – und sollten somit nur für die Datensicherung verwendet werden.

Das ist letztlich der Grund, warum es auch hier einen unübersehbaren Trend zum externen SSD-Laufwerk gibt. Das ist gerade beim Videoschnitt nicht nur für das Betriebssystem sinnvoll. Wir schneiden seit gut einem Jahr nur noch auf SSD-Speichern. Die sind zwar beträchtlich teurer, doch kompakter und schneller.

Zur Sicherung, nicht zuletzt weil ein solch kompaktes Laufwerk im Tubel einer Reise auch mal schnell abhanden kommt, steht dann am Arbeitsplatz ein weiteres großes Laufwerk, auf das regelmäßig gesichert wird.

Samsung Systemplatte
Die Systemplatte für Betriebssystem und Programme sollte wegen der deutlich schnelleren Zugriffszeiten eine SSD sein. Optimal ist, wenn ein zweites Laufwerk fürs Rohmaterial im Rechner steckt. Hier am besten auf eine Hybrid-HDD oder weitere SSD setzen.
ScanDisk portable SSD
Seit gut zwei Monaten haben wir die SanDisk portable SSD Extreme 500 im Praxistest. Die 240 Gigabyte reichen für fünf bis sechs unserer YouTube-Projekte sowie die stets dort lagernden Vorlagen.
 
K2000M
Die mobilen Quadro-Chips wie der K2000M von Nvidia sind bei einer mobilen Workstation die beste Wahl, wenn man mit Adobe Premiere Pro arbeitet.
MacBook Pro
Wer in UHD unterwegs schneiden will, sollte auf ein höher auflösendes Display als Full-HD achten. Zudem bringt die höhere Auflösung mehr Platz auf dem Desktop und der Arbeitsfläche der Schnittsoftware.
 

Die Grafikkarte
Nvidia als Referenz

Die GPU (Graphics Processing Unit) ist nach der CPU der wohl wichtigste Faktor für einen potenten Schnittrechner. Nahezu jedes Schnittprogramm nimmt heutzutage die Grafikkarte via Cuda- oder Open-CL-Beschleunigung für schnellere Berechnungen zu Hilfe.

Sei es bei der Wiedergabe von aufwendigen Effekten auf der Zeitleiste oder für den Export von fertigen Projekten. Da sind die Nvidia-Chips beim Videoschnitt nach wie vor die bessere Wahl, weil sie meist bessere Unterstützung genießen.

Im Allgemeinen sollte es also ein flotter Nvidia-Chip – etwa ein GTX 980M, 970M, 965M oder auch (wie im Dell-Rechner der Fall) eine mobile Variante der Quadro-Serie wie der K1100M respektive K2100M sein. Das „M" signalisiert dabei die mobile Ausrichtung des Chips.

Wer mit Premiere Pro CC schneidet, kommt nicht um einen Nvidia-Chip herum, da nur mit diesem die Mercury Engine ihre volle Stärken ausspielen kann und schnelle Berechnungszeiten bei der Videoausgabe machbar sind.

Gutes Beispiel hierfür ist unser Leistungstest des MacBook Pro: An sich ein sehr leistungsfähiges Gerät, speziell unter Premiere Pro CC, bleibt es beim Videoexport deutlich zurück – denn es hat eben keinen Nvidia-Grafikchip.

In der Regel ist es für einen mobilen Schnittrechner wichtig, dass immer ein dedizierter, also zusätzlicher, eigenständiger Grafikchip vorhanden ist und nicht nur die Intel CPU die Grafikberechnung mit übernimmt. Solche „Kombi-Lösungen" sind für den Videoschnitt meist kaum zu gebrauchen. Es sei denn, man verwendet ein Schnittprogramm, das darauf so gut wie keinen Wert legt – wie zum Beispiel Edius Pro 8 von Grass Valley.

Das Display
Mehr Pixel, mehr Übersicht

Wer zu Hause oder am Arbeitsplatz schneidet, macht das in der Regel vor einem externen Monitor in (je nach Bedarf und dem eigenen Rohmaterial) Full-HD- oder UHD-Auflösung – wobei letztere wegen des viel geräumigeren Desktops und einer größeren Arbeitsfläche zu empfehlen sind.

Wer mobil schneidet, denkt darüber erstmal nicht nach, trotzdem ist die Auflösung auch hier wichtig: Full-HD-Auflösung sollte das Display mindestens haben. Bei allen kleineren Auflösungen sind die Schaltflächen in den Arbeitsfensters des Programms einfach zu groß und der Platz für die Zeitleiste stark begrenzt, was auch die Übersichtlichkeit mindert.

Man sollte also auf ein höher auflösendes Display setzen wie beim MacBook Pro mit 2880 mal 1800 Pixeln oder beim Dell M3800 mit 3200 mal 1800 Pixeln (neu sogar mit 3840 mal 2160 Pixeln).

Nur dann ist genügend Platz für die Schnittsoftware und man muss nicht ständig Programmfenster deaktivieren, verschieben oder ablösen. Unter Windows 10 sowie Mac OS lässt sich die Größendarstellung der Symbole und Schaltflächen zudem anpassen, wodurchman auch hier eine gute Erkennbarkeit erreicht.

Zudem kann man die Bildwiederholfrequenz auf das eigene Material einstellen – dann sieht die Wiedergabe erheblich flüssiger aus. Beim Videoausgang für einen externen Monitor sollte man auf einen DisplayPort-Anschluss Wert legen. Über diesen kann man fast jeden aktuell erhältlichen UHD-Monitor ansteuern und native 3840 mal 2160 Pixel mit 50p respektive 60p wiedergeben.