Lenovo ThinkPad P52s: mobile Workstation im Test mit vier Schnittprogrammen

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Lenovo bietet das recht komfortable Management der Workstation über die Vantage-Software an und organisiert damit nicht nur eine individuelle Konfiguration der Bedienung, sondern auch die Updates.

DISPLAY UND TASTATUR
Bedauerlich: Gleichzeitig die HDMI- und USBC- Schnittstelle mit einem Billdsignal versorgen kann die P52s nicht, so dass maximal ein Zwei-Monitor-Betrieb mit eigenem Display und angeschlossenem Monitor machbar ist. Merkwürdigerweise verweigerte der Rechner in den Adobe Anwendungen mehrfach die saubere Navigation auf dem zweiten Monitor. Wenn wir zum Beispiel eine Datei in Premiere speichern wollten, öffnete sich immer mal wieder das übernächste Sequenz-Menü. Erst das Verschieben der gesamten Oberfläche auf den internen Monitor machte die Anwendung wieder bedienbar. Am Touchpad und dem üblicherweise angebotenen Maustracker scheint dies nicht zu liegen – beides funktionierte bei allen anderen Anwendungen durchgehend gut. Die Tastatur war für uns gewöhnungsbedürftig, denn die Fn- und STRG-Taste sind vertauscht. Zum Glück bietet Lenovo in der eigenen Vantage- Software das Vertauschen der beiden Tasten an, die dann zwar falsch beschriftet sind, aber für Blindschreiber und Tastaturkürzel- Liebhaber korrekt verteilt. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die etwas schmaleren Tasten für Ü und Ä; doch Lenovo bekommt so einen vollwertigen Ziffernblock neben die Tastatur. Recht clever: Der Rechner erkennt, wenn es genug Umgebungslicht gibt, und schaltet die Tastaturhintergrundbeleuchtung aus – sicher mit ein Grund für die gute Laufzeit.

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Die erreichten Testwerte des Lenovo P52s beim Leistungstest mit Adobe Premiere Pro CC, CyberLink PowerDirector 16 Ultra, Grass Valley Edius 9 und Magix Video Pro X (10).

PRAXIS
Geschnitten haben wir mit dem P52s sehr viel, wobei wir dabei in der Regel mit Adobe Premiere CC arbeiteten. Im Testzeitraum des heißen Jahrhundertsommers 2018 hatten wir recht viele, teils aufwendige YouTube-Produktionen in Arbeit – keine ganz leichte Übung in den nicht klimatisierten Redaktionsräumen. Erfreulich dabei: Beim Vorgänger P51s kritisierten wir noch den lärmenden Lüfter, den wir bei der P52s selbst unter extremen Bedingungen nun als eher dezent bezeichnen würden. Allerdings wurde das Notebook bei der harten Rechenarbeit unter den extremen Bedingungen sehr warm – und veranlasste das Betriebssystem mehrfach, in den Schlafmodus zu gehen. An extrem heißen Tagen war so die Farbkorrektur mit Premiere Pro nicht machbar, weshalb wir das Notebook „unterfütterten“, damit eine bessere Luftzufuhr gewährleistet war. Damit blieb uns das plötzliche Einschlafen erspart, wobei man zur Ehrenrettung festhalten muss, dass bei normalen Temperaturen keine Probleme auftraten und uns das gesicherte Einschlafen allemal lieber als ein plötzlicher Absturz ist. Allerdings fanden wir die Gehäusetemperatur insgesamt recht hoch. Das eingebaute Display ist erfreulicherweise matt, spiegelt somit nahezu gar nicht und ist gleichmäßig ausgeleuchtet. Es überzeugt mit einer guten Farbdarstellung, wobei wir es kalibriert und in Premiere gerne als Vorschaumonitor genutzt haben. Um die Laufzeit im mobilen Betrieb zu verlängern, sollte man allerdings die Helligkeit reduzieren, was dann die Farbbearbeitung weniger exakt macht – aber die verlagert man eh besser in dunkle Schnitträume.

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LEISTUNG
Schon in der Praxis wurde klar, dass die Lenovo ThinkPad-Workstation P52s (wie schon das Vorgängermodell P51s) nicht die erwartete Leistung abrufen kann. Den Vorschnitt damit zu erledigen ist, zumindest mit Premiere Pro, kein Problem – viel mehr sollte man allerdings nicht vorhaben. Wir hatten bereits über die Vantage-Software die „intelligente Kühlung“ deaktiviert – das soll laut Lenovo einen Leistungsschub von circa 40 Prozent bringen. Dennoch fährt der Rechner die Taktrate des Prozessors schon wenige Sekunden nach der Wiedergabe der Timeline runter, so dass die P52s sogar noch schlechtere Werte als das Vorgängermodell erreicht. Besonders erstaunlich ist das Ergebnis bei Grass Valleys Edius, zumal dieses Schnittprogramm sonst eher deutlich besser als andere Programme die Leistung abrufen kann. Ganz offensichtlich klappt die Zusammenarbeit mit der Grafikkarte ganz ordentlich. Das Leistungsproblem lässt sich wohl auf ein vergleichsweise schlechtes Management des Prozessors zurückführen. 

FAZIT
Mit der ThinkPad P52s kann man mobil schneiden – doch Begeisterung kommt bei der Leistung der Workstation nicht auf. Sie ist zwar nun leiser und läuft länger, kann aber dann, wenn es darauf ankommt, nicht genug Prozessorleistung bereitstellen. Damit hat Lenovo die zweite Chance für ein gutes Testergebnis mit seiner mobile Workstation-Serie leider verpasst.

+ kompakte Bauweise
+ gutes Display
+ lanke Akku-Laufzeit
- kein DVD-Brenner
- deutlich unterdurchschnittliche Leistung



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