YouTube Instagram Vimeo RSS VIDEOAKTIV

Interview: Magix Video deluxe 2021 - das ist neu!

Beitragsseiten

Die Neuerungen von Video Deluxe orientieren sich wie jedes Jahr an denen des grĂ¶ĂŸeren Video Pro X und umgekehrt. Mit UnterstĂŒtzung fĂŒr 8K und einer laut Entwicklern erneut besseren Leistung sind wir mehr als gespannt auf die neue Version 2021. Wir wollten deshalb von Florian Liepold, Product Owner Development Video deluxe und Video Pro X bei Magix, mehr zur Strategie der beliebten Schnittsoftware wissen.

Was genau versteckt sich denn hinter der Infusion Engine 2? Es scheint sich um die UnterstĂŒtzung von OpenGL, Intel QuickSync und AMD-GPUs zu handeln?
Florian Liepold: Infusion Engine 2 ist die konsequente Weiterentwicklung unserer GPU-UnterstĂŒtzung im Bereich Import. Im letzten Jahr haben wir mit der Infusion Engine (1) den technologischen Grundstein mit Fokus auf Quicksync gelegt. Aber bereits zu jenem Zeitpunkt war das Ziel fĂŒr die Entwickler klar definiert: volle Performance auf Intel, als auch auf NVIDIA- und AMD-GPUs. Und diesen richtungsweisenden Schritt stellt die Infusion Engine 2 dar. Durch die neue Anbindung von NVDEC und AMF ĂŒber Direct X sowohl fĂŒr AVC und HEVC Videos können nun wesentlich mehr Nutzer den Turbo Schub "erfĂŒhlen". Dieser besteht technisch darin, dass wir native Direct X Surfaces aus der Decoding Einheit der GPU im VRAM belassen und von dort direkt in die Video Engine geben. FrĂŒhere Kopierschritte der Videoframes ĂŒber den Arbeitsspeicher des Systems entfallen, was uns wesentlich mehr Bandbreite eröffnet als der Umweg durch den PCIe Bus und wieder zurĂŒck. Unsere Infusion Engine 2 bindet die Decoder von Intel, Nvidia und AMD optimal per Direct X an und ermöglicht der Hardware die ideale Leistung zu entfalten.

florian liepold magix vdl 2021 vpx 12

Florian Liepold "Product Owner Video" bei Magix stand uns fĂŒr dieses Interview Rede und Antwort. Wir bedanken uns dafĂŒr!

Die LeistungsfĂ€higkeit ist seit Jahren das wichtigste Thema bei den Schnittprogrammen – nicht zuletzt durch die höheren Auflösungen und höhere Farbtiefe. Ihr sprecht von Echtzeit-Videoschnitt bei 8K-Videoauflösung. Das wird zwangslĂ€ufig höhere Mindestvoraussetzungen fordern. Ab welcher Leistungsklasse des Rechners darf man denn mit Echtzeit-Videobearbeitung rechnen?
Florian Liepold: Damit sprechen Sie ein ganz wesentliches Thema an. In der Tat fordern diese hohen Auflösungen Format-kompatible Grafikkarten und hoch optimierte Software. Ein einzelnes 8K Videoframe hat bereits 33 Megapixel Auflösung. Bei 30fps und mehr entstehen somit enorme Datenmengen. Das kann man von einer in die Jahre gekommenen, eventuell integrierten Grafikkarte, nicht erwarten. Auch stellt das die Software vor eine große Herausforderung. Die riesigen Bilddaten wollen effizient verarbeitet werden. Mit der Infusion Engine 2 stellt sich trotz allem ein verblĂŒffender Effekt ein. Es ist keine absolute HighEnd Grafikkarte und Rechner Konfiguration fĂŒr 8K in Echtzeit nötig. Die Hardwaredecoder arbeiten schon in gĂŒnstigeren Modellen sehr effizient mit niedrigen Framezeiten. Und sie werden beobachten, dass die CPU durch die Infusion Engine 2 stark entlastet wird. Dadurch sollten die weiteren Komponenten des Rechners solch eine Karte gut unterstĂŒtzen, mĂŒssen aber nicht oberstes HighEnd sein. Ein 4-Kern-Prozessor der letzten 3-4 Generationen, 8-16GB RAM und eine SSD in Kombination mit einer Nvidia GeForce GTX 1060 bieten aus meiner Sicht fĂŒr Schnittaufgaben in 8K genĂŒgend Leistung. SelbstverstĂ€ndlich gilt - mehr Leistung schadet nie und macht einfach Spass.

VA 520 330px

Die VIDEOAKTIV 5/2020 ist ab sofort auch am Kiosk, Bahnhof, Flughafen und allen weiteren Verkausstellen verfĂŒgbar. Wir bieten hier die digitale PDF-Ausgabe zum sofortigen Lesen und zudem die versandkostenfreie Zustellung der Print-Ausgabe. Hier gibtÂŽs eine Übersicht darĂŒber, wo Sie die VIDEOAKTIV am Kiosk finden. Noch einfacher ist es natĂŒrlich, Sie sichern sich die neue Ausgabe ganz komfortabel im gĂŒnstigen DIGITAL-Abo.

Gibt es von Eurer Seite Empfehlungen bezĂŒglich der idealen Grafikkarte? Unsere bisherigen Tests waren da eher ernĂŒchternd und die High-End-Grafikkarten wurden eher nicht gut unterstĂŒtzt.
Florian Liepold: Mit der Infusion Engine 2 ist die Auswahl an gut geeigneten Karten fĂŒr Video deluxe und Video Pro X enorm gewachsen. Aktuelle, integrierte Grafikkarten von Intel mit QuickSync sind nach wie vor eine gute Grundlage fĂŒr die meisten alltĂ€glichen Schnittaufgaben in FullHD oder 4k. Mit der nĂ€chsten CPU-Generation werden sogar 8K unterstĂŒtzt. Soll es ambitionierter werden, empfehlen wir eine aktuelle Nvidia oder AMD Karte der Mittelklasse mit idealerweise 8GB VRAM oder mehr. Man gewinnt dadurch deutliche Leistungsreserven auf der Timeline fĂŒr MultiCam Schnitt, bei der Arbeit mit vielen Spuren oder auch Effekten. Eine dedizierte Grafikkarte empfiehlt sich auch bei Prozessoren mit alter (bspw. Intel 4000) oder garkeiner integrierten GPU. An dieser Stelle bietet die Infusion Engine 2 endlich eine universelle Lösung. Noch ein Hinweis dazu. Unsere Tests zeigen, dass bereits mittelpreisige Grafikkarten den Löwenanteil der Leistungsausbeute im Bereich Decoding bieten. Absolute HighEnd Modelle wie Nvidia GeForce 2080ti oder AMD FirePro W7000 haben wir ebenfalls geprĂŒft. Diese Karten skalieren im Bereich Dekodierung allerdings nicht so, wie es der Preisunterschied und die Leistung in Spielen vermuten lassen. Sie sind etwas schneller, aber nicht im Bereich von GrĂ¶ĂŸenordnungen. Die Infusion Engine 2 arbeitet auch mit aktuellen HighEnd Karten nicht am Limit. Mit besserer Decoding Leistung zukĂŒnftiger GPUs skaliert die Leistung weiter. Damit unterstreichen wir die Zukunftssicherheit unserer NLEs.