Im Test: Screen-Recording mit TechSmith Camtasia

Sogenannte Screen-Capture-Programme dienen in der Regel dem Abfilmen von Inhalten direkt vom Bildschirm. Dadurch kann man einfach Tutorials erstellen und diverse Funktionen visuell, mit Kommentar veranschaulichen. Camtasia Studio von TechSmith ist hier wohl der bekannteste Vertreter und kann selbst den Videoschnitt. Was die Software kann und ob Camtasia als alternatives Schnittprogramm dient, beleuchten wir im Test.
 

Der Name verrät es schon: Dieses Programm soll gleichzeitig auch eine Kamera sein – statt den Monitor abzufilmen, nimmt die virtuelle Kamera von Camtasia die Oberfläche auf. Die Besonderheit dabei: Es wird nicht nur die Oberfläche, sondern auf Wunsch auch der Ton des Systems, der des Audioeingangs sowie die Webcam mit aufgezeichnet. Zudem merkt sich Camtasia die mit der Maus ausgeführten Aktionen und erledigt somit weit mehr als simples Abfilmen.

Das Aufnahmemodul ist clever auf ein Minimum einer Komandozentrale reduziert: Hier lässt sich die gewünschte Aufnahmegröße einstellen oder ein Ausschnitt auf dem Monitor wählen. Mit dem Klick auf den Aufnahmeknopf beginnt ein Countdown, und die Komandozentrale verschwindet, damit sie nicht etwa mit aufgenommen wird.

Genau so erledigen wir unsere Screencapture-Videos für YouTube – ein Beispiel dafür ist das Magix-Fastcut-Video im Webtipp. Beendet wird die Aufnahme mit der Esc- Taste.

Falls etwas schief gelaufen ist, bietet das Programm an, die Aufnahme zu verwerfen, falls alles glatt lief, speichert es sie direkt als Video oder Camtasia-Projekt. Letzteres ist die interessanteste Alternative, denn tatsächlich hat TechSmith eine optimierte Oberfläche geschaffen, die einem Schnittprogramm sehr nahe kommt, die besonderen Bedürfnisse eines Screencaptures jedoch berücksichtigt.

Im Projekt wird nicht nur das aufgezeichnete Video in der Timeline abgelegt, sondern zudem der parallel aufgezeichnete Ton und, falls mitaufgezeichnet, auch das Video der Webcam. Zudem erkennt das Programm recht gut automatisch, welcher Bildausschnitt der aufgezeichneten Screenoberfläche sinnvoll ist und zoomt ins Bild oder „schwenkt" mit der Maus über die Oberfläche mit.

Idealerweise ist die aufgezeichnete Oberfläche größer als das später ausgegebene Video – gerade im Zusammenspiel mit 4K-Monitoren spielt das Programm seine Stärke aus. Man kann die Mausklicks visualisieren lassen, damit der Zuschauer versteht, wann etwas angeklickt wurde. Die manuelle Bearbeitung der automatisierten erstellten

Camtasia Aufnahme1
Das Aufnahmemodul funktioniert wie eine Kamera und lässt auch die Definition zu, welcher Ton mit aufgezeichnet wird. Mit einem Klick auf „ Record" verschwindet das Aufnahmemodul, damit es in der Aufnahme nicht stört.
Camtasia ZoomSchwenk1

Testergebnisse

Hersteller: TechSmith
Produkt: Camtasia Studio 8
Preis: 258 Euro
System: Windows Vista 7/8

Wer schon mal Bildschirmaufzeichnungen gemacht hat, weiß: Das ist eigentlich kein Hexenwerk. Doch die Möglichkeiten mit Camtasia gehen über die Aufzeichung eines Monitors hinaus. Zudem spielt das Programm durch seine automatisierten Zooms und Schwenks in der Nachbearbeitung seine Vorteile aus. Wer so etwas in der Schnittsoftware nachbauen will, ist wesentlich länger beschäftigt.

+ einfache felxible Bildschirmaufzeichnung

+ automatisierte Zooms

+ einfacher Schnitt

wenige Korrekturoptionen

URTEIL: sehr gut
Preis/Leistung: gut

Zooms ist jederzeit möglich. Man kann in der Timeline die Keyframes löschen, verschieben oder neue setzen. Ebenfalls von Hand lassen sich sogenannte Callouts setzen – grafische Elemente, die ebenfalls der Visualisierung der zu erklärenden Oberfläche und Aktionen dienen sollen.

Das Kürzen von Videos ist hier für Cutter so einfach wie in jedem Schnittprogramm. Simple Überblendungen bekommt man auch schnell hin. An seine Grenzen stößt das Programm, will man zum Beispiel das Bild der Webcam noch etwas aufmotzen, denn hier sind die Optionen genauso beschränkt wie im Bereich der Tonverbesserung, was angesichts der oft nicht ganz optimalen internen Audioeingänge schade ist.

Wir verwenden deshalb das Programm nach Möglichkeit im Zusammenspiel mit einem Audiointerface. Zu empfehlen ist die kostenfreie Smartphone-App Fuse, mit der man Fotos und Videos ohne Umwege und sehr einfach vom Smartphone direkt ins Programm laden kann.

 

Die drei weiteren Tests zur Serie, die folgen sind:

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