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Einfach-Schnitt im Test: Bogart für Windows 7.1 Gold

Bogart kennen altgediente Casablanca-Cutter vor allem durch die eigenständigen Schnitt-Komplett-Systeme der MacroSystem-Marke. Mit Bogart für Windows wagte der Hersteller den Schritt in die Windows-Welt und setzt bei den neuen Komplett-System sogar komplett auf das Microsoft OS. Was die etwas anders geartete Schnittsoftware in der Praxis kann, haben wir anhand von Bogart für Windows 7.1 Gold getestet.
 

Ohne Frage ist Bogart für Windows ein echtes Schnittprogramm. Doch ist die Oberfläche eben nicht fürs Windows- Betriebssystem konzipiert worden, sondern für die bekannten Casablanca- Schnittstudios, also Stand-Alone-Systeme. Und die Bedienung ist so speziell, dass es sich kaum mit anderen Programmen vergleichen lässt.

Wer schon mal mit einem Schnittprogramm mit Timeline geschnitten hat, wird sich zumindest anfangs mit der Oberfläche schwer tun: Die klar in Bedienschritte unterteilte Arbeitsweise ist eine Beschränkung, über die engagierte Computer-Cutter zuerst mal nur den Kopf schütteln. Doch es gibt einen Grund, warum sich um Casablanca eine Fangemeinde gebildet hat, der man zumindest eines lassen muss: Hier wird nicht über Technik diskutiert, sondern Filme gemacht – und das geht mit der deutlich verbesserten Bogart für Windows 7 extrem einfach.

Die Idee ist: Hier muss niemand wirklich wissen, wie ein Film entsteht, sondern man wird durch die einzelnen Arbeitsschritte geleitet und sieht immer nur die Schaltflächen, die man gerade benötigt. Einziger Bruch bei dieser (dank großer Schaltflächen sehr gut zu Touchscreen-Systemen passenden Arbeitsweise), ist der Dateiimport: Hier öffnet sich das klassische Windows-Importfenster, aber seit der neusten Version lassen sich auch Videos via Firewire-Schnittstelle aufzeichnen und dabei auf Wunsch auch gleich die Helligkeit, Farbe und Kontrast beeinflussen.

Interlaced-Videos kann der Cutter über einen Deinterlacer in Vollbilder wandeln und das Bildseitenverhältnis anpassen. Allerdings gibt's diese Detaileinstellungen nicht in der 49 Euro teuren Bronze-Version, sondern nur in der 299 Euro teuren Gold- Variante, die damit vor allem für DV-Filmer die erste Wahl ist.

Importieren lassen sich nun 4K-Videos und Material, das mit 24 Vollbildern gedreht wurde. Zudem kann das Programm eine NTSC-/PAL-Konvertierung vornehmen – gut für Action-Filmer, die oft Kameras nutzen, die lediglich mit 30 Vollbildern arbeiten, und diese Videos mit Aufnahmen von hiesigen PAL-Camcordern mischen wollen.

Bogart Storyboard1
Eine klassische Timeline kennt Bogart für Windows nicht – hier reiht man die Videos im Storyboard hintereinander und wechselt dann über die Schaltflächen unten rechts in die Effekt- und Tonbearbeitung.
Bogart Arabesk1

Testergebnisse

Hersteller: Macro System
Produkt: Bogart für Windows 7.1
                Bronze/Silber/ Gold

Preis: ab 49 bis 299 Euro
System: Windows Vista 7/8

Wer bisher nicht geschnitten hat, weil die Schnittprogramme alle zu kompliziert erscheinen, der sollte es mit dieser Software versuchen. Das bewährte Bedienkonzept nimmt Computermuffel bestens an die Hand und macht die wichtigsten Funktionen einfach und schnell. Wer dann allerdings hoch engagiert arbeitet, muss immer mal wieder um die Ecke denken, um etwas umzusetzen – aber dann hat man sich auch schon an die Arbeitsweise gewöhnt.

+ einfache Bildschirmaufzeichnung

+ automatisierte Zooms

+ einfacher Schnitt

wenige Korrekturoptionen

URTEIL: sehr gut
Preis/Leistung: gut

Sehr schön, dass die Oberfläche nun das Drag & Drop dazubekommen hat – allerdings ebenfalls erst ab der besseren Gold- Version: Clips lassen sich in der Bibliothek trimmen und dann mit der Maus aufs Storyboard ziehen – alternativ kann man immer noch die Schlatfläche „Einfügen" verwenden. So lassen sich Effekte hinzufügen und auch die Bibliothek viel leichter umsortieren.

Erfreulich auch, dass es nun, wie eigentlich allgemein üblich, Schaltflächen zum Rückgängigmachen und Wiederholen (Undo/Redo) im Storyboard gibt. Auch beim Export stellt die Software Einsteiger kaum vor Probleme. Hier wählt man das Format, die gewünschte Qualität, und los geht's. Einen direkten Upload auf Portale bietet Bogart nicht, dafür aber die Möglichkeit, DVD oder Blu-rays mit Menü zu erstellen.

 

Wie Phönix aus der Asche

Casablanca ist tot - es lebe Casablanca für Windows

MacroSystem wird die klassischen, auf Linux basierenden Casablanca- Systeme künftig nicht mehr anbieten, aber zumindest weiter pflegen. Die Zukunft der Casablanca- Schnittoberfläche basiert nun auf dem Windows-Betriebssystem.

Casablancas will der Hersteller weiterhin anbieten, doch damit ist klar: Es sind „normale" Windows- Rechner – eben aus einer Hand. Angedacht sind mehrere Versionen, davon eines als Komplettsystem mit Touchscreen, aber auch welche für den mobilen Schnitt.

 

Die drei weiteren Tests zur Serie, die folgen sind:

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