YouTube Instagram Vimeo RSS VIDEOAKTIV

Test 3D-Camcorder: JVC TD1, Panasonic TM900 und Sony TD10

Beitragsseiten

Die großen Camcorder-Hersteller haben Spitzen-HD-Camcorder 3D-fähig gemacht. Wie das Ergebnis aussieht und ob man das braucht, klärt dieser Test.
 

Zu diesem Test haben wir unser in der Print-Ausgabe 4/2011 vorgestelltes Wertungsverfahren für die 3D-Fähigkeiten der Camcorder von einer Verbal- zu einer Punktwertung weiterentwickelt, die wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten wollen. Wie schon im Heft zu lesen war, hat die 2D-Wertung nach Punkten der Panasonic TM900 gewonnen. Wer hat wohl im reinen 3D-Vergleich punktemäßig die Nase vorn?

Die Doppelaugen-Camcorder nehmen zwei um den Augenversatz (die Parallaxe) versetzte Bilder und Signalströme auf. Das Verfahren ist stets dasselbe, die Aufzeichnung jedoch bei allen Probanden verschieden. Wir haben die 3D-Qualitäten der Spitzencams in einem Vergleichstest unter die Lupe genommen.

Das ist also die Spitze der Fahnenstange 2011: Passend zu ihren neuen TV-Geräten bringen Sony und Panasonic 3D-Cams heraus. JVC als alter Video-Innovator steht nicht nach. Die Mission: Lebensechte Erinnerungen für Jedermann zu schaffen. Noch sind 3D-Filmer echte „early adopters", und gar manchen treibt die Frage um, ob denn die großzügige Investition in deutlich über 1000 Euro begründbar ist – wenn man zum Fernsehgucken dann eine Spezialbrille braucht.

Dazu drei Fakten: Zum Einen sehen die 3D-Bilder aus den Camcordern mit Brille betrachtet wirklich hell, klar und räumlich aus. Zum zweiten unterscheidet sich dann das Hobby Videofilmen und die dabei entstehenden privaten Erinnerungsschätze wieder deutlich vom TV- und PC-Einerlei, die Vorführung wird zum Event – wie seinerzeit bei der Diaschau. Zum Dritten sind diese 3D-Cams auch gute-2D-Cams der letzten Generation, sollten also auch beim sanften Übergang ins 3D-TV unterstützen.

3D-Aufmacher_S1
Doppelaugen: Panasonic kostet mit Vorsatz 1500 Euro, Sony ist mit 1600 dabei, und die JVC TD1 macht 3D für 1800 Euro.
TM900K_3D_slant
Panasonic TM900: Der Vorsatz VW-CLT1 wird aufgeschraubt und ist beinahe so lang wie die Kamera selbst.

Konzepte

Die TD1 von JVC ist die schickste, auffälligste, griffigste und teuerste Kamera des Vergleichs. Sie hat das mit Abstand weichlaufendste Zoom und das lichtstärkste Objektiv. Sie verzichtet auf den Sucher, setzt wie die Sony TD10 ganz auf das Display zur Bildkontrolle, bringt aber zur Schärfekontrolle praktische Hilfsmittel wie das Peaking (Farbränder um scharfe Bildelemente) mit. Sonys TD10 und die TD1 von JVC nehmen zwei Bilder gleichzeitig auf zwei Full-HD-Sensoren auf. Wird nur in 2D aufgenommen, ist nur das linke Auge im Dienst. Dann wird ganz gewöhnlich in AVCHD-Qualität aufgezeichnet.

Alle drei Cams speichern auf SDHC/SDXC-Speicherkarten und besitzen einen internen Speicher. JVC und Sony kommen mit 64-GB-Tank, bei der Panasonic TM 900, die der besseren Vergleichbarkeit wegen gewählt wurde, sind es 32 GB. Die Geschwister dieser Familie SD909 und HS 900 bedienen entweder nur Karte oder nur Festplatte als Speicher. Da das Panasonic-Konzept völlig unterschiedlich ist lässt sich auf alle drei Modelle ein Weitwinkel-Vorsatz aufschrauben. Die 3D-Optik ist also keine Baugruppe des Camcorders, sondern kostet 300 Euro und ist unter der Bezeichnung VW-CLT1 zu haben. Er besitzt zwei wesentlich näher nebeneinander angebrachte Linsengänge, die jeweils ein Bild verzerren und auf je eine Hälfte des Standard-Full-HD-Sensors quetschen. Es entsteht so direkt ein Doppelbild, Side by side genannt, das ganz gewöhnlich aufgezeichnet wird. Ohne Vorsatz ist der TM900 ein Spitzen-2D-Camcorder, entsprechend klein und handlich – und er besitzt auch einen Sucher.

 

Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6