Sony PXW-FX9: Interview, Erklärung und erste Eindrücke

Auf den ersten Blick reiht sich die neue FX9 in die FS-Serie ein. Sie ist auch durchaus von Sony genau so im Markt positioniert, soll aber mit dem 6K-Vollformatsensor und zwei nativen ISO-Empfindlichkeiten durchaus auch leicht cineastische Ansprüche erheben.

Das Layout der Tasten und Räder ist eine Kombination aus FS5 und FS7, mit einer Prise neuer Ideen: So rutscht der variable ND-Filter auf die linke Gehäuseseite. Er arbeitet auf Wunsch automatisch zwischen ND 4 und 128 und ist tatsächlich neu konzipiert, damit er zum Vollformat-Sensor passt. Dank der Variabilität kann man den ISO-Bereich festlegen und mit der Blende die Schärfentiefe verändern, während die Belichtungsautomatik über den ND-Filter entsprechend gegenregelt. Das ist auch durch die zwei nativen ISO-Empfindlichkeiten von 800 und 4000 sinnvoll – so kann man die Kamera auf diese „festnageln“ und die Belichtung via ND-Filter erledigen. Sony verspricht in jedem Fall, dass dieser keinen (negativen) Einfluss auf die Farben hat.

Sony PXW-FX9: Fullframe 6K-Kamera für 4K-Video

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Die Sony PXW-FX9 nähert sich farblich der Venice-Kamera, wobei das Layout an Tasten und Rädern eine Kombination aus FS5 und FS7 mit einer Prise neuer Ideen ist.

Der Sensor der FX9 liefert immerhin 15 Blendenstufen Dynamikumfang, wobei dieser in der höheren Empfindlichkeit etwas nach unten verlagert ist um mehr Zeichnung in dunkle Bereiche zu bekommen. Nähere Erklärungen dazu haben wir im Video. Die Konfiguration des passenden Aufzeichnungsformats ist angesichts der vielen Optionen gar nicht so einfach. Hier muss man nun nicht nur die Aufzeichnungauflösung und Bildwiederholfrequenz sowie den entsprechenden Codec einstellen, sondern auch das Ausleseverfahren des Sensors. Dabei gibt es zwangsläufig Zusammenhänge und Ausschlüsse. Denn im Vollformat kann man den Sensor nur mit maximal 30 Bildern auslesen lassen.

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Der Vollformat-Sensor der Sony PXW-FX9 im Detail mit Aufnahme-Auflösung und Cropping.

Je kleiner der Auslesebereich ist, desto mehr Optionen bietet die FX9. Interessant ist dabei der 5K-Modus, der einen vergleichsweise geringen Crop-Faktor von 1:1,25 hat, aber bis zu 60 Bilder in der Sekunde bietet. Wir zeigen im Video die entsprechenden Einstellmenüs, doch Sony arbeitet offensichtlich noch an der Bedienlogik. Festhalten kann man: Auch wenn ein 6K-Sensor im Body steckt ist die FX9 dennoch ein reine 4K-Kamera. Die Videos werden also stets nach unten skaliert. Wie Technik aus der Fotokamera nun immer deutlicher auch in der gehobenen Filmkameraklasse einfließt, beweist nicht nur der in sieben Geschwindigkeitsstufen arbeitende Autofokus, sondern auch die integrierte Gesichtserkennung, bei der man aus einer Gruppe auch eine Person auswählen kann.

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Die Sony PXW-FX9 wird zwei ISO-Empfindlichkeits-Einstellungen für ISO 800 und ISO 4000 bieten.

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Verlässt diese das Bild und taucht dann wieder auf, erkennt die Kamera, das konnte VIDEOAKTIV selbst auf der Vorstellung ausprobieren, tatsächlich wieder das ausgewählte Gesicht in der Gruppe und richtet den Autofokus daran aus. Im Video zeigen wir die Funktion, so dass man es sich besser vorstellen kann. Einen Bildstabilisator bietet die Kamera, und das passt dann tatsächlich eigentlich nicht zu einer Run&Gun-Kamera, nicht. Doch Sony verspricht Abhilfe: Die Daten der Bewegungen schreibt Sony in die Metadaten der Videodatei. So soll man in der Nachbearbeitung die Korrektur quasi automatisch durchführen können.

Im ersten Schritt soll das Sonys Catalyst Browse/Prepare beherrschen, doch die Entwickler haben auf unsere Nachfrage bei der vorab durchgeführten Pressevorstellung in London eine Kooperation mit den Schnittprogramm-Herstellern in Aussicht gestellt. Hier dürfe eher die Frage sein, ob diese in der Integration und Auswertung solcher Metadaten einen Mehrwert sehen.

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