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RatRig V-Slider, -Mini: kompakter Kamera-Slider im Test

Wer billig kauft, kauft zweimal: Diese Weisheit gilt bei diesen Slidern nicht. Wir haben mit dem V-Slider und V-Slider Mini von RatRig zwei Video-Gleiter fĂŒr mittelschwere Kameras in der Praxis ausprobiert.

Ein Slider, der weniger wiegt als ein Leichtstativ, auch nicht grĂ¶ĂŸer ist und kaum mehr kostet – es fĂ€llt schwer zu glauben, dass das gut funktioniert. Andererseits: FĂŒr Filmer, die auf eine kompakte AusrĂŒstung Wert legen, die beim Flug ins HandgepĂ€ck passt, hochinteressant. Im Onlineshop von Enjoyyourcamera ist uns diese Alternative aufgefallen: Der RatRig Mini-Slider wiegt gerade mal 290 Gramm und findet mit einer LĂ€nge von 35 Zentimetern selbst in einer gut gefĂŒllten Kameratasche noch Platz. Und auch der Preis ist mit 65 Euro mehr als konkurrenzfĂ€hig. Wir haben das kleine Ding bestellt – und zum Vergleich noch die grĂ¶ĂŸere und etwas robustere Variante mit 60 Zentimetern LĂ€nge. Geliefert wurden die beiden Schienen in einer einfachen Verpackung, in der weder eine Anleitung noch Zubehör oder Werkzeug zu finden waren – nur eine Karte mit dem Hinweis auf die Online-Anleitung. Die allerdings nicht wirklich nötig ist, denn die Slider erklĂ€ren sich nahezu von selbst: An der Schienenunterseite ist jeweils eine Platte mit einer Gewindebohrung angebracht, mit der sich die Schiene auf einem Stativ befestigen lĂ€sst. Bei dem kleineren Modell ist das ein 1/4-Zoll-Gewinde, bei der grĂ¶ĂŸeren Variante ein 3/8-Zoll-Gewinde – wer die Schienen auf einem Stativ mit dem jeweils anderen Anschluss betreiben möchte, braucht also eine Adaptierung. Die Schienen selbst sind aus schwarz lackiertem Aluminium gefertigt, die darauf vormontierten Schlitten haben RĂ€der aus Polymer-Kunststoff, die praktisch gerĂ€uschlos in den Seitenschlitzen der Schiene gleiten. Eine Schraube, die von Hand zugedreht werden kann, dient als Bremse. An beiden Enden der Schienen sind Kunststoffdeckel angebracht, die verhindern, dass die Kamera aus der Schiene herausgleitet. Alle Schrauben lassen sich mit einem InbusschlĂŒssel unproblematisch lösen. Oben auf dem Schlitten befindet sich jeweils ein 1/4-Zoll-Gewinde, auf dem ein Stativkopf mit Kamera angebracht werden kann; je nach vorhandenem Kopf ist hier eine weitere Adaptierung nötig. Auch Actioncams lassen sich ĂŒber Adaptierungen hier anbringen.

Die Schienen wirken sehr robust, und mit ruhiger Hand lassen sich Bewegungen – parallel und auch auf das Motiv zu oder davon weg – sehr prĂ€zise realisieren. Je nachdem, wie schwer die Kamera ist, die auf der Konstruktion befestigt wird, sollte ein entsprechend robustes Stativ zum Einsatz kommen. Der Hersteller gibt selbst fĂŒr die kleine Schiene eine Tragkraft von sechs Kilo an – wirklich praktikabel dĂŒrfte die Arbeit mit einem solchen Gewicht allerdings nicht sein. Im Test setzten wir verschiedene Panasonic-DSLMs ein, fĂŒr die das System mehr als ausreichend dimensioniert ist. Beide Schienen konnten voll ĂŒberzeugen. Sie wirken robust, haltbar, und das Arbeiten damit macht richtig Spaß. Auf- und Umbau waren schnell erledigt – und es ist verblĂŒffend, wie sehr sich Produktionen schon mit der relativ kurzen Fahrdistanz von nur 35 Zentimetern aufwerten lassen. Probleme zeigten sich nur, wenn das verwendete Stativ nicht stabil und schwer genug war. GrĂ¶ĂŸter Vorteil: Das ganze System ist modular. Dank Direktvertrieb können alle Einzelteile zudem leicht separat bestellt werden. So lassen sich verschlissene oder beschĂ€digte Rollen tauschen – oder man kann bei Bedarf eine lĂ€ngere Schiene nachkaufen.

(Claaßen/Mohaupt)

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Etwas filigraner, aber auch deutlich leichter: der V-Slider Mini.

 

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Testergebnisse

Hersteller   RatRig
Produkt   V-Slider / V-Slider Mini
Preis   85 Euro/65 Euro
Internet   ratrig.com; enjoyyourcamera.de
Kurzfazit   Ein durchdachtes System, einfach zu bedienende und zuverlĂ€ssig funktionierende Produkte zu einem fairen Preis. Und das dann auch noch in Europa hergestellt (der Firmansitz von RatRig ist in Portugal). Wer nicht auf jedes Gramm achten muss und auch Kamerabewegungen ĂŒber lĂ€ngere Distanz umsetzen will, greift zum V-Slider 60. Wer den Slider stets dabei haben will, nimmt den noch kompakteren V-Slider Mini. Mit beiden gelingen elegante Kamerafahrten ohne großen Aufwand.
Plus/Minus   + sehr leichte und gĂŒnstige Slider
+ Aufbau mit gÀngigem Werkzeug
+ elektrischer Antrieb optional (200 €)
+ Einzelteile tausch- und nachrĂŒstbar
Urteil   hervorragend/sehr gut
Preis/Leistung   hervorragend/hervorragend