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Ratgeber: 4K-Camcorder oder Fotokamera - Motivbeurteilung, Autofokus und Sonderfunktionen

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Einige frei belegbare Tasten sowie das deutlich besser strukturierte Menü runden den positiven Eindruck der Fotokamera gegenüber dem Camcorder desselben Herstellers ab.

Soll Zubehör wie ein Mikrofon oder eine Leuchte auf dem Gerät untergebracht werden, gibt's dafür oben auf der FZ 300 einen Zubehörschuh. Beim Camcorder VX 878 kann man zunächst keinen entdecken. Er findet sich aber in Form eines zusätzlichen Adapterschuhs im mitgelieferten Zubehör und muss erst oberhalb des Akkus in das Gehäuse gesteckt werden.

MOTIVBEURTEILUNG

Der Camcorder hat einen ausklappbaren Touchscreen, der stets auch Aufnahmeinformationen und bei Bedarf das Einstellmenü ins Motiv einblendet. Die Fotokamera erlaubt es, diese Einblendungen auszuschalten. Zudem hat sie einen elektronischen Sucher, der bei schlechten Sichtverhältnissen eine wesentlich verlässlichere Motivbeurteilung ermöglicht als die Nur-Display-Lösung des Camcorders – ein schwerer Nachteil für dessen Filmpraxis im Freien und ein Vorteil für die Fotokamera.

Die Fernsteuerung per Smartphone ist bei beiden Geräten möglich – auch Videoaufnahmen lassen sich so fernauslösen, wenn eine WLAN-Verbindung zwischen beiden Geräten besteht. Die App zur Kamerafernsteuerung ist für beide Geräte die selbe, wobei der Funktionsumfang für die Fotokamera etwas größer ist.

AUTOFOKUS

Wer in seiner Freizeit filmt, möchte sich wohl nur gelegentlich damit beschäftigen, dass die Aufnahmen richtig scharf werden – das soll möglichst automatisch klappen, und zwar in jeder Situation.

Hier ist der Camcorder tatsächlich einmal überlegen: Während sich der Autofokus der Fotokamera schwer tut, bewegte Motive stets im Schärfebereich zu behalten, klappt das mit dem Camcorder meist gut. Das hängt allerdings unter anderem damit zusammen, dass wegen des wesentlich kleineren Aufnahmesensors ohnehin ab einem Abstand von wenigen Metern praktisch alles scharf wiedergegeben wird. Soll von Hand scharfgestellt werden, bieten beide Modelle eine praktische Kantenbetonung, die sich individuell anpassen lässt.

SONDERFUNKTIONEN

Bei den weiteren Funktionen steht der Zeitlupe des Camcorders (nur für HD-Aufnahmen verfügbar) der recht frei programmierbare Zeitraffer der FZ 300 gegenüber. Zwei Funktionen, die tolle Effekte ermöglichen, die jeden Film aufwerten können. Welcher davon der wichtigere ist, muss wohl jeder für sich entscheiden. Da ich allerdings schon vom 4K-Virus befallen bin, hege ich auch hier gewisse Sympathien für die Foto-Kamera.

Panasonic VX 878 Weitwinkel Tele
Panasonic VX 878 Weitwinkel/Tele:
Vom identischen Standpunkt aus nimmt der Camcorder den etwas schmaleren Bildausschnitt auf – bei beengten Verhältnissen wird das zur Einschränkung.
Panasonic FZ 300 Weitwinkel Tele

Panasonic FZ 300 Weitwinkel/Tele:
Der Fotoapparat bringt weit entferntes nicht ganz so dicht heran wie der Camcorder. Der maximale Blickwinkel ist dafür wesentlich weiter.

 
Akku und Speicherkarte
Bei der FZ300 sind Akku und Speicherkarte so unter einer Klappe untergebracht, dass sie sich auf einem Stativ kaum wechseln lassen. Beim Camcorder ist das einfacher möglich.
 
 

BILD- UND TONQUALITÄT

Bei Bild- und Tonqualität liegen die beiden Geräte dicht beieinander – nur bei sehr genauer Betrachtung ist festzustellen, dass der Camcorder etwas geringeres Bildrauschen zeigt, und dass er auch Bewegungen minimal flüssiger wiedergibt. Beim Ton ist der Camcorder dank 5.1-Mikro überlegen – wobei auch bei ihm leider die Bediengeräusche deutlich auf der Tonspur zu hören sind. Eine Mikrofonbuchse haben beide Geräte, der Camcorder hat zur Kontrolle aber auch einen Kopfhöreranschluss. Auch wenn keines der Geräte bei der Qualität der 4K-Aufnahmen einen Spitzenplatz erzielt: Die Videos können sich sehen lassen!

FAZIT

Ich habe hier gar nicht alle Aspekte erwähnt – einer der wesentlichsten Punkte ist wohl der, wie wohl man sich fühlt, wenn man das jeweilige Gerät in der Hand hält. Ich muss sagen: Die Fotokamera mit ihren Bedienelementen und dem stabileren Gehäuse ist mir auch hier sympathischer.

Auch von der Größe her kommt sie meinen Vorstellungen näher. Die klassische Haltung, in der sich der Camcorder dank der Handschlaufe bringen lässt, funktioniert meiner Meinung nach nur dann besser, wenn man das Motiv durch einen Sucher betrachtet – so etwas hat der VX 878 aber nicht. Am Ende bleibt nur der beim Filmen etwas effizientere Bildstabilisator, der für den Camcorder spricht. Ein schwaches Argument. Vor die Wahl gestellt, welches dieser beiden Geräte ich zum Filmen mit in den Urlaub oder zur Familienfeier nehmen möchte, entscheide ich mich klar für die Fotokamera Lumix DMC-FZ 300.

R. Claaßen

 

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