preiswerter Kamerakran im Test: Rollei iFootage Minicrane M1

Wer als Amateurfilmer von sanften Kamerakran-Schwenks träumt, dem gibt Rollei nun mit seinem iFootage Minicrane M1 ein leichtes und portables Kransystem an die Hand. Wir haben die Kombination aus Kranoberteil und dem Rollei Stativkopf R60 zielgruppengerecht mit einem Velbon DV7000 Dreibeinstativ und einem Consumer-Camcorder "outdoor" getestet, denn gedacht ist der Kran als Alternative zu günstigen Selbstbauten.
 

Den fliegenden Wechsel von Kameraperspektiven sind Zuschauer inzwischen gewohnt - das macht Kranaufnahmen aber nicht minder attraktiv. Keine Show und kaum kein Film arbeitet ohne den „Flug", der Höhenunterschiede überbrückt. Kosten und Handhabung schrecken jedoch viele (Amateur-)Filmer ab, ihre Ideen mit einem Kamerakran umzusetzen.

Der Rollei iFootage Minicrane M1 (550 Euro) möchte hierbei die Lücke zwischen Amateur- und Profilager schließen. Filmer sehen beim Öffnen der Kameratasche ein dreiteiliges Rohrsystem. Das Kran-Oberteil wiegt transportfreundiche 1,5 Kilogramm. Karbon sei Dank. Zwingend benötigt wird aber darüber hinaus ein Dreibeinstativ, ein optional erhältlicher Rollei StativkopfPan Head R60 (150 Euro) und das Gegengewicht; der Wassersack W-1 oder handelsübliche Handelgegegewichte. 

Das geringe Gewicht und die lediglich 75 Zentimeter Transportlänge könnten Zeitmangel-geplagte Videojournalisten in Richtung des M1 spitzeln lassen.

Aufbau

Der Aufbau des Krans ist in unserem Test für eine Person in unter drei Minuten machbar: Dreibeinstativ aufstellen, Stativkopf aufschrauben, Kranparalellogramm daraufsetzen, Auslegerrohr samt (Hantel-)Gegengewicht anbringen – fertig. Wie es geht zeigt unser Video unten. In diesem Zustand hat der Kranaufsatz eine Gesamtlänge von 200 Zentimetern und einen Arbeitsradius von 120 Zentimetern.

Rollei MiniCrane-1 kl
Teamplayer: Stativ, Rollei Pan Head R60 (Kreis unten) und Mincrane M1. Anstelle der handelsüblichen Hantelgegengewichte (im Bild oben)...
Rollei ifootage mincrane m1 wassersack w-1
...ist optional ein Wassersack namens Water Bag W-1 erhältlich. In unserem Test wurde dieser mit bis zu 4,5 Kilogramm belastet.

Bei der Wahl der Kamera bzw. des gesamten Systemgewichts sollte man jedoch Vorsicht walten lassen. Laut Hersteller kann der Kran mit fünf Kilogramm am vorderen Ausleger belastet werden. Wird als Gegengewicht nur der Wassersack am voll ausgefahrenen Hinterteil des Krans verwendet, ist schon bei knapp über zwei Kilo Schluss und die Kamera wird nicht mehr in der Waage gehalten. Über das passende Verhältnis von Kamera zu Gegengewicht schweigt sich die reichlich bebilderte aber knappe Bedienungsanleitung leider aus – in diesem Fall hilft nur ausprobieren.

Befestigt werden Kameras über die mitgelieferte Schnellwechselplatte. Alternativ lässt sich ein Kugelkopf mit Panoramaebene montieren, so dass man eine weitere Schwenkebene gewinnt. Supobtimal dabei ist, dass die Wechselplatte keine Arretierungsnase, wie sonst bei Camcorder-Gebrauch üblich, bietet. Sollen zusätzlich Kontrollmonitor, Leuchten oder anderes Zubehör montiert werden, stehen dem Kranführer dafür vier ¼ Zoll- und acht 3/8 Zoll-Bohrungen an den Seitenplatten zur Verfügung - wobei das den Kamerakopf noch schwerer macht und zusätzliche Gewichte fordert.


In der Praxis

Die im Krankopf angebrachte Wasserwaage hilft zuverlässig, die normale Verwindung des Rohrpralellogramms auszugleichen, die beim Schließen der Drehverschlüsse entsteht. Leider verzog sich das System in unserem Test nach wenigen Schwenks erneut, sodass nochmals (wenn auch nur minimal) nachjustiert werden musste.

Kamerafahrten gelangen bei der Verwendung des zuvor erwähnten Rollei-Fluidstativkopfs in der Horizontalen und Vertikalen sehr geschmeidig, ohne Ruckeln und am Ende der Bewegung ohne störendes Nachwippen. Auch waren keinerlei störende Schleifgeräusche aus Richtung der Rohraufnahmen vernehmbar.

Möchte man die Kameralage ändern, sodass diese zum Beispiel nicht immer den Horizont im Fokus hat, sondern einem Objekt folgt, ist dies jedoch nicht während der Kamerafahrt direkt möglich. Hierzu müssen die Kranrohre über die angebrachten Drehverschlüsse separat neu ausgerichtet werden.

Ebenfalls positiv ins Auge fiel die Möglichkeit, mittels Flügelschraube das Kranoberteil gegen horizontale Schwenks sperren zu können, um einen saubere Auf- und Abwärtsbewegung auszuführen. Und war das „Objekt der Begierde" zu schnell wieder aus dem Bild, lies sich der Kranaufbau ohne Weiteres von einer Person zum neuen Drehort tragen.

 
Rollei Minicrane M1
In der Praxis: Wir haben den Schwebekran in der Praxis getestet - nicht nur im Video unten, sondern auch schon bei der Moderation zum Test der Sony DSC-QX10.

Testvideo - Rollei iFootage Minicrane M1

In der Lücke zwischen ausgewachsenen Kranbauten professioneller Produktionen und Low-Budget Eigenbaulösungen platziert sich der Karbonkran von Rollei. Wie lange bzw. kurz der Aufbau dauert und wie sich mit ihm hantieren lässt, präsentiert VIDEOAKTIV-Redakteur Joachim Sauer in folgendem Testvideo.

 

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