Praxistest: Sigma fp - kompakte Vollformat-Filmkamera

So kompakt wie die Sigma fp ist derzeit keine andere Vollformatkamera – und dennoch zielt der Hersteller sehr eindeutig auf die filmende Zunft. Die kompakte Kamera filmt in UHD-Auflösung, auf Wunsch auch in RAW.

Die kleine fp hat Sigma schon auf der IBC ausgestellt, doch da war die Kamera-Firmware noch nicht fertig. Ein erstes Serienmodell haben wir nun in die Redaktion bekommen und testen dieses derzeit für die kommende VIDEOAKTIV 1/2020, die ab den 26. November am Kiosk liegt.
Im Rahmen unserer Tests haben wir wieder ISO-Belichtungsreihen und einige Testaufnahmen erstellt, die wir hier zusammen mit den ersten Eindrücken liefern. Denn die Kamera ist ganz offensichtlich sehr konsequent auf die Bedürfnisse von Filmern getrimmt. Das zeigt nicht nur der Umschalter zwischen Foto- und Filmfunktion, sondern auch die restliche Tastenbelegung.

Diese Aufnahmen sind im Rahmen unseres Tests für die VIDEOAKTIV 1/2020 entstanden, die dann alle Test- und Messergebnisse liefert und ab 26. November am Kiosk liegt.

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Hinter der großen Optik verschwindet die kompakte Sigma fp schon fast. Dennoch ist sie eine vollwertige Filmkamera ohne Aufnahmebegrenzung.

Der Kamera-Body aus Aluminium misst nur 11,3 x 7 x 4,6 Zentimeter und ist so kompakt, dass die Kamera hinter den meisten Optiken zu verschwinden scheint. Auch das Gewicht von 370 Gramm ist ein Argument für die Kamera – zumindest, wenn man sie auf einem Gimbal oder einer entsprechenden Drohne installieren will. Zwangsläufig ist dann allerdings eine entsprechend kompakte (und somit weitwinklige) Optik wichtig. Mit herkömmlichen L-Mount-Objektive kommt man aufgrund des kompakten Gehäuses kaum um das Rigging herum, denn die Optiken ragen in der Regel über das Gehäuse hinaus, so dass sich eine Stativplatte am Kameraboden kaum oder zumindest nur mit Schwierigkeiten montieren lässt.

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Zugunsten des kompakten Kamerabodys verzichtet Sigma auf den Sucher und verbaut das Display fest. Doch es soll eine Sucherlupe für das Display geben, die bisher noch nicht lieferbar ist.

Der Kompaktheit geschuldet ist auch der Verzicht auf einen Sucher. Das fest verbaute, 3,15 Zoll (8 Zentimeter) großen TFT-Touch-LCD bietet 700.000 RGB-Bildpunkte Auflösung. Zebra- und Peaking-Funktion unterstützen den Kameramann bei der Belichtung. Der Autofokus scheint derzeit noch etwas problematisch – zumindest uns stört das immer wieder auftretende Pumpen im Bild unserer Testaufnahmen.

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Die Bearbeitung der Gamakurfe legt Sigma in den Direktzugriff einer Taste auf der Rückseite. Wie flach das Profil dann sein soll entscheidet man selbst.

Der Vollformatsensor mit effektiven 24,6 Megapixeln arbeitet mit einer klassischen Bayer-Farbfiltermatrix. Die Kamera zeichnet intern auf eine SDXC-Karte mit UHD (3840 x 2160 Pixeln) mit 23.98p, 25p und 29.97p Bildern auf. In Full-HD kann man zudem mit 50, 59.94, 100 und 119.88 Vollbildern in der Sekunde aufzeichnen. In der Regel wird man wohl das MOV-Format nutzen, in dem die Kamera in H.264-Kompression als All-Intra oder GOP speichert. Doch es gibt auch die Option in Adobes CinemaDNG und somit in einem RAW-Format zu speichern. Wobei wir an dieser Option derzeit noch scheitern, da diese Dateien derzeit kein Schnittprogramm (auch nicht Adobe Premiere Pro CC 2020) entgegennehmen will. Die intern geschriebene MOV-Datei mit All-Intra kann die Sigma fp derzeit intern auch nicht wiedergeben. Dennoch konnten wir das so gedrehte Material für unseren YouTube-Film im Schnittprogramm laden und schneiden.

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Das Thema der filmenden Vollformat-Filmkameras Sigma fp und Panasonic Lumix S 1 H sowie das filmen mit wenig Licht sind die Leitthemen der nächsten VIDEOAKTIV 01/2020.

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