Im Test: P+S Technik Skater Junior - kompakter Kamera-Dolly

Kaum größer als ein halbes Skateboard – und dieses Werkzeug soll ruhige Kamerafahrten wie mit einem Dolly möglich machen? Tut es! Wie der kleine Kamera-Dolly "Skater Junior" von P+S Technik sich im VIDEOAKTIV-Test schlägt, lesen Sie hier.
 

Das Prinzip des Skater Junior ist einfach: Eine Plattform und drei Hartgummi- Waveboardrollen lassen sich schnell und ruhig über die Oberfläche ziehen, wo auch immer es einen glatten Untergrund gibt. Warum das Ganze mehr kostet als ein Skateboard, merkt man schon beim ersten Anfassen.

Alles ist stabil verarbeitet – es gibt kein Spiel, aber jede Menge exakte 1/4- und 3/8-Zoll-Bohrungen in der Mitte der Plattform, um den einfachen Aufbau von Stativköpfen und Haltevorrichtungen verschiedenster Zubehörhersteller wie Sachtler oder Arri zu er- möglichen.

Interessant wird es für den Skater Junior besonders an Stellen mit wenig Platz, die mit einem gewöhnlichen Dolly kaum zu erreichen wären. Eine Zufahrt auf den Darsteller im Lüftungsschacht ist ebenso unkompliziert umzusetzen wie eine Parallelfahrt auf dem Dachgiebel gleich neben dem Schornstein.

Fehlt der ebene Untergrund, baut man sich den mittels Lichtstativen, einer P+S-Stativkonstruktion (Zubehör: Levelling Support) und ein paar Fahrbahnplatten selbst in der gewünschten Höhe auf. Je nach Gewicht der Kamera tun es aber auch ein paar alte Bierkisten. Eine stabile Holzplatte darauf gelegt, und schon geht‘s los – ohne langwieriges Schienenverlegen.

Warum der Skater anderen Systemen gegenüber im Vorteil ist, liegt an der dritten Rolle, die in sich drehbar ist und mit einer Schraube fixiert werden kann: Skater am zu umkreisenden Objekt ausrichten, Skala auf den gewünschten Winkel einstellen, arretieren – fertig!

Zwischen einem Zentimeter und zwei Metern Distanz kann die Lage zum Objekt präzise eingestellt werden. Nach oben sind kaum Grenzen gesetzt, so dass mit einer sehr flachen Winkeleinstellung auch größere Kreisfahrten realisiert werden können.

Skater Camera
Keine 30 Zentimeter trennen die Kamera vom Boden, wenn sie per Skater sanft über den Untergrund gleitet.
 
 
Skater Junior

Testergebnisse

Hersteller: P+S Technik
Produkt: Skater Junior Camera Dolly
Preis: 790 Euro
Internet: www.pstechnik.de
Gewicht: 2,1 KG (ohne Stativkopf)
Packmaße: 310 x 320 x 72 mm
Fazit
Exotische Blickwinkel, Szenen bei Platzmangel und gut reproduzierbare Fahrten sind die Spezialität des Skater, der den dollyschiebenden Assistenten einspart und allein dadurch oft sein Geld schon wert ist. Ein wertvoller Helfer gerade für Freunde des Großsensor- Filmens auf der Suche nach dem Kinolook.

URTEIL: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

Um Distanz und Geschwindigkeit noch genauer zu regeln, kann auch die „Skater Control Unit (SCU)“ mit einem Motor angebracht werden, der die Bewegung über ein eigens dafür angebrachtes Zahnrad auf die drehbare Rolle überträgt. Sehr weiches Anfahren und Abbremsen der Fahrtbewegung macht die gekabelte Ansteuerung des Skater möglich, die auch die Bewegung bei jeder Wiederholung identisch hält.

Bis zwölf Kilogramm Zuladung gleitet der Skater mit hoher Geschwindigkeit. Selbst aufwändige Konstruktion aus konventioneller Dolly- und Minijib-Technik bringen kaum so wackelfreie, schnell gefahrene Detailaufnahmen hervor.

Über eine kurze Distanz kann der Skater derartig beschleunigt werden, dass die Kamerabewegung schneller ist als die Bewegung des Filmobjekts.

Im Zusammenspiel mit einer Highspeed- Kamera erzielt das den berühmten „Matrix“-Effekt, wenn in Werbespots bei Foodshots die Kamera die Karottenscheibchen überholt, während diese in Zeitlupe in die Pfanne schweben.

Nicht vergessen: Der Skater ist nur für ausgewählte Situationen praktisch. Bei längeren Fahrten oder größerer Zuladung (etwa durch einen Assistenten oder Kamerakran) kann er einen konventionellen Dolly nicht ersetzen.

Johannes Laidler



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