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DSLR-Test: 3 Vollformat-Kameras im Vergleich - Sony Alpha SLT-A 99 V

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Sony Alpha SLT-A 99 V

Die Alpha 99 ist mit 813 Gramm (ohne Objektiv) für eine Kamera mit Vollformat-Sensor relativ leicht. Dennoch macht sie einen robusten und hochwertigen Eindruck. Die Bedientasten sind vergleichsweise groß, und das Gehäuse liegt angenehm in der Hand. Da Sony auch bei dieser Vollformat-Kamera auf einen fest eingebauten, halbtransparenten Spiegel setzt, ist die Live-View-Vorschau stets verfügbar, und muss nicht – wie bei der Spiegelreflex-Konkurrenz – erst aktiviert werden. Das Vorschaubild wird entweder auf dem drehund schwenkbaren Bildschirm auf der Kamerarückseite angezeigt, oder in dem fein auflösenden elektronischen Sucher, der sich automatisch einschaltet, sobald man sich ihm mit dem Auge nähert.

Die Bedienungsanleitung ist umfangreich, geht aber nur am Rande auf die Möglichkeiten ein, welche die Kamera dem Filmer bietet. So muss man etwa selbst herausfinden, wie man Blende, Belichtungszeit oder auch den ISO-Wert von Hand einstellen kann. Das alles ist mit der Alpha 99 nämlich möglich – allerdings nur, wenn der Autofokus ausgeschaltet ist. Dann lassen sich mit Hilfe der Fn-Taste die Modi P, A, S und M auch für Filmaufnahmen aktivieren, die Schärfe wird von Hand am Objektiv eingestellt.

Ist der Autofokus aktiviert, leistet er gute Arbeit: Kontrastreiche Motive werden in weniger als einer Sekunde scharf gestellt, und auch die Fokus-Verfolgung funktioniert zuverlässig. Die Geräusche des Motors sind dann leise auf der Tonspur zu hören – es sei denn, man nutzt den Klinkenstecker für die Verwendung eines externen Mikros. Zur Tonkontrolle lässt sich auch ein Kopfhörer anschließen.

Bei schwacher Motivbeleuchtung arbeitet der Autofokus behäbiger und weniger präzise. Wurde von Hand scharf gestellt, verblüfften die Lowlight-Videos: Selbst relativ feine Details waren darauf zu erkennen, es trat nur moderates Bildrauschen auf, und auch Farben wurden authentisch wiedergegeben.

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Sony Alpha SLT-A 99 V

Dank guter Ausstattung mit zwei Speicherkarten-Einschüben, einem Mikrofonanschluss, einem elektronischen Sucher, der sich auch für Videoaufnahmen einsetzen lässt und umfangreichen manuellen Einstellmöglichkeiten sowie der Option, Motivprogramme und individuelle Farbeinstellungen zu nutzen, ist die Sony für Filmer durchaus interessant. Ärgerlich, dass die Bedienung der Kamera in der Anleitung nur im Ansatz beschrieben wird – so muss sich besonders der Filmer einige Funktionen erst mühsam erarbeiten. Dann kann er aber mit der Sony Alpha 99 Resultate erzielen, die sich sehen lassen können.

+ elektronischer Sucher

+ manuelle Bildeinstellungen

+ dreh- und schwenkbarer Bildschirm

Filmfunktion in der Bedienungsanleitung kaum erläutert

vergleichsweise schlechte Detailwiedergabe

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Das Stereo-Mikrofon ist oben in das Gehäuse integriert, dahinter befindet sich der intelligente Sony-Zubehörschuh.

Auch bei heller beleuchteten Motiven gab es an den Videos der Sony wenig auszusetzen. Bei der Bildschärfe sollte allerdings mit dem Vollformat-Sensor und dem für den Test verwendeten Carl-Zeiss-Objektiv noch etwas mehr drin sein. Einige feine Details gingen verloren – und das lag nicht an der wegen des großen Sensors relativ geringen Schärfentiefe.

Bewegungen gibt die Kamera ohne Ruckler wieder. Bezeichnend für das durchdachte Bedienkonzept: Ein kleines, leichtgängiges Rändelrad direkt neben dem Objektiv erlaubt die schnelle und auf der Tonspur kaum hörbare Anpassung verschiedener Parameter wie der Tonaussteuerung oder des ISO-Werts.

Fazit

Jede der getesteten Kameras liefert sehr gute Videoqualität, ohne dass dabei die Resultate von Kameras mit kleineren Sensoren spürbar übertroffen würden. Der Unterschied macht sich vor allem in der Bildgestaltung bemerkbar: Die geringe Schärfentiefe sorgt für reizvolle Bilder. Um das wirklich nutzen zu können, braucht es allerdings entsprechendes Zubehör: Lichtstarke Objektive mit der Möglichkeit, den Fokus per Hebelantrieb zu verstellen, externe Monitore zur präzisen Bildbeurteilung, Stative mit ausreichend dimensionierten Videoköpfen – die Liste ließe sich noch deutlich verlängern. Aufgrund der besseren Ausstattung, des schnelleren Autofokus und der hörbar hochwertigeren Tonaufzeichnung konnte sich die Sony von den beiden Konkurrenten absetzen – die bei praktisch identischem Preis auch eine exakt gleiche Punktauswertung erzielten.

(Rainer Claaßen)