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DSLR-Test: 3 Vollformat-Kameras im Vergleich - Canon EOS 6D

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Canon EOS 6D

Will man mit der Canon EOS 6D filmen, muss man erst einen kleinen Wählhebel auf der Kamerarückseite nach unten schieben. Die Videoaufnahme wird dann durch das Drücken einer Taste neben dem Schalter gestartet. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, zumindest für den rechten Daumen liegt die Taste aber griffgünstig.

Für Fotografen hat die Kamera neben den obligatorischen manuellen Einstellmöglichkeiten auch einige Motivprogramme – die sich für Videos aber nicht nutzen lassen. Wer befriedigende Videoresultate erzielen will, muss sich entweder auf die Programmautomatik verlassen oder die Einstellungen von Hand vornehmen. Das geht mit Hilfe von zwei Rändelrädern recht einfach und flott. An der Kamera muss dafür der M-Modus aktiviert werden. Blende und Belichtungszeit lassen sich dann unabhängig voneinander einstellen. Ob so eine korrekte Belichtung erzielt wird, zeigt ein Messbalken auf dem Bildschirm an.

Die Canon bietet für die unterschiedlichen Videoauflösungen und Bildraten jeweils zwei verschiedene Komprimierungsstufen: IPB mit maximal 235 Megabyte und All-I mit bis zu 685 Megabyte pro Minute. Der optische Vergleich der beiden Formate zeigte keine relevanten Unterschiede, für die anspruchsvolle Schnitt- und Compositingbearbeitung kann die All-I-Variante aber von Vorteil sein: Da hier keine Interframe-Komprimierung stattfindet, treten bei der Nachbearbeitung keine Qualitätsverluste und Schnittprobleme auf.

Canon-typisch: Ist im Wiedergabe-Menü die Option NTSC ausgewählt, steht für Videoaufnahmen die 30p-Option zur Verfügung, bei PAL-Vorwahl gibt's 25p-Videos. Alternativ lassen sich stets auch kinogerechte 24 Bilder pro Sekunde einstellen.

Grundsätzlich kann die Canon auch selbstständig fokussieren und erkennt dabei sogar Gesichter im Motiv. Besonders schnell und zuverlässig funktioniert das allerdings nicht, oft stottert der Autofokus beim Einstellen der Schärfe – für befriedigende Resultate sollte besser von Hand am Objektiv scharf gestellt werden. Das integrierte Mono-Mikrofon nimmt allerdings Geräusche, die dabei entstehen, gnadenlos mit auf. Für bessere Tonaufnahmen kann ein externes Mikro angeschlossen werden, mit dem dann auch Stereoaufnahmen möglich sind. Die lassen sich zwar per Menü manuell aussteuern, einen Kopfhörerausgang zur Überprüfung des Sounds hat Canon sich allerdings gespart.

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Canon EOS 6D

Canons „kleine" Vollformatkamera liefert gute Videoqualität mit manuellen Bildeinstellmöglichkeiten und einer – für die Nachbearbeitung wichtigen – hohen Datenrate. Die Bedienung der Kamera überzeugt hingegen nicht wirklich: Einige interessante Funktionen stehen für Filmaufnahmen nicht zur Verfügung, erst nach einer Eingewöhnungszeit wird klar, wie sich die Bedientasten zielgerichtet einsetzen lassen. Und auch die Hilfefunktion liefert nur selten wirklich hilfreiche Tipps. Die manuellen Einstellungen von Blende und Belichtungszeit gehen hingegen schnell von der Hand, und auch die Farbgebung lässt sich unkompliziert individuell anpassen.

+ geringes Bildrauschen

+ einfache manuelle Bildeinstellung

+ hohe Datenrate

komplizierte Bedienung

kein Kopfhörerausgang

Autofokus für Video kaum brauchbar

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Bei hochgeklapptem Spiegel kann man den großen Sensor der 6D gut erkennen. Das Mikrofon verbirgt sich hinter den kleinen Löchern unter dem Schriftzug „EOS 6D".

In die 6D ist ein WLAN-Modul integriert, das eine Fernsteuerung der Kamera per Smartphone oder Tablet ermöglicht. Die Einrichtung ist vergleichsweise einfach. Während die WLAN-Steuerung bei vielen Konkurrenten nur funktioniert, wenn das Smartphone mit einem von der Kamera aufgebauten Netzwerk verbunden wird, genügt es hier, Smartphone oder Tablet und die Kamera an einem vorhandenen WLAN-Zugangspunkt anzumelden. Das ist wesentlich alltagstauglicher.

Auch hier haben Filmer wieder das Nachsehen, und das doppelt: Fotos lassen sich mit Vorschaufunktion auslösen, Videoaufnahmen nicht; Fotos lassen sich von der SD-Karte in der Kamera per WLAN zu einem iPad übertragen, mit Videos funktionierte das nicht. In der Bedienungsanleitung wird die Filmfunktion der Kamera auf gerade mal fünf Seiten beschrieben – viele wichtige Funktionen bleiben da unerwähnt. Allerdings kann die Kamera auf dem Bildschirm Hilfetexte zu verschiedenen Funktionen einblenden. Leider sind die in vielen Fällen eher verwirrend als hilfreich – am Bedienkonzept könnte Canon noch einiges verbessern.

Die Videos gerieten sehr ansehnlich. Vor allem das geringe Bildrauschen – auch bei dunklen Motiven – konnte überzeugen. Bei der Auflösung erzielte die 6D keine Spitzenwerte, dennoch zeigten die Videos viele Details, auch Farben wurden originalgetreu wiedergegeben. Bei schnellen Bewegungen störte aber deutliches Ruckeln

 

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