YouTube Instagram Vimeo RSS VIDEOAKTIV

Roland V-02 HD: kompakter Videomischer im Test

Mit dem V-02 HD liefert Roland einen sehr kompakten Videomischer, der darauf getrimmt ist, besonders leicht und schnell bedienbar zu sein. Mit ihm kann man auch als EinzelkĂ€mpfer bei Live-Events eine Leinwand mit zwei Bildern versorgen und zudem noch den Ton abmischen. Er dient auch als Scaler und unterstĂŒtzt Full-HD-Auflösung. VIDEOAKTIV macht den Test.

Der Roland V-02 HD ist kompakt und passt damit ins kleine „Besteck“ von EinzelkĂ€mpfern, die einen Live-Event etwas grĂ¶ĂŸer fahren wollen. Der scheinbare Widerspruch löst sich auf, wenn man den gerade mal drei Zigarettenschachteln großen Video mischer mit seinen zwei HDMI-EingĂ€ngen anschaut. Er nimmt bis zu Full-HD-Signale und auch das hĂ€ufig von Rechnern verwen dete WUXGA mit 1920 mal 1200 Pixeln entgegen. Dank seines 1/4-Zoll-Gewindes am Boden lĂ€sst er sich geschickt ĂŒber einen Magic Arm am Stativ befestigen – sei es mit Klemme oder den immer hĂ€ufiger werdenden Gewinden in der Stativschulter. So wird der Kameramann gleich zum VJ, der nicht nur fĂŒr den passenden Ausschnitt an einer Kamera sorgt, sondern eben zum Beispiel auch als zweite Quelle eine fest positionierte Kamera mit einbindet.

Roland V 02 HD rig webDer V-02 HD passt bestens in ein Live- Setup, in dem der Kameramann gleichzeitig zum Misch- Operator wird. Der Ton wird scheinbar nebensĂ€chlich behandelt, obwohl er sich sogar pegeln lĂ€sst. Allerdings nur ĂŒber das MenĂŒ oder, deutlich komfortabler, ĂŒber die iPad-App.

Wir haben den Roland V-02 HD in der Praxis getestet, doch der kleine Mischer kann deutlich mehr als nur fĂŒr saubere, weiche ÜbergĂ€nge von zwei Rechnersignalen sorgen. Obwohl er doch auf den ersten Blick nur sehr wenig Funktionen direkt anbietet.

BEDIENUNG
Den meisten Platz nimmt der Schieberegler ein, an den man sich erst gewöhnen muss. So sanft wie ein echter Mischerhebel lĂ€uft er nicht. Der Anfang ist stets etwas ruckelig, wobei dies im Endergebnis nicht wirklich auffĂ€llt. FĂŒr die Übersicht, welche Quelle gerade aktiv ist, lĂ€sst Roland die Tasten der EingĂ€nge rot (fĂŒr aktiv) und grĂŒn leuchten. Beim Bildim- Bild-Effekt leuchtet die Taste der kleinen Einblendung orange. Wer selbst an der Kamera steht und keine Hand frei hat, kann ĂŒber Fußtaster diese eine Quelle mit dem V-02 HD verbinden und damit die automatische Überblendung zur anderen Quelle auslösen. Im oberen Bereich des Mischers findet man einen Regler, mit dem man fĂŒr einen sanften Einstieg in das Geschehen aus dem Schwarz heraus sorgen kann.

Roland V 02 HD front back webVon zwei HDMI-EingĂ€ngen nimmt der Mischer die Signale in Full- HD-Auflösung entgegen und bedient damit einen Ausgang. Über den Preview-HDMI-Buchse kommt man ans MenĂŒ und erhĂ€lt eine Vorschau auf der zweiten Quelle. FĂŒr den Liveeinsatz sind die Tasten und Regler ĂŒbersichtlich positioniert. Die beleuchteten Tasten geben Auskunft darĂŒber, welche Quelle gerade aktiv ist.

Dreht man den Regler auf die andere Seite, blendet man in eine Grafik ĂŒber, die man vorher ĂŒber den Videoeingang einlesen kann. Auf diese Art lĂ€sst sich als Pausenbild eine Grafik einbinden. Direkt daneben gibt es die Vorauswahl des Effekts; doch genau genommen kann man nur zwischen der weichen Blende oder dem Wipe wĂ€hlen. Über das leider sehr klein gehaltene MenĂŒ des Preview-Ausgangs kann man vorher definieren, wie die weiche Blende und der Wipe-Effekt aussehen sollen, wobei man nicht nur die Blendzeit, sondern auch einen Rahmen samt Farben wĂ€hlen kann. Deutlich mehr Nutzwert hat dagegen der „PinP“-Effekt (Picture in Picture). Dabei lassen sich auch hier ĂŒber das MenĂŒ und die zwei nebenstehenden „Control“-Regler die GrĂ¶ĂŸe und die Position des kleinen Bilds definieren, das das Hauptbild ĂŒberlagert. Sogar ein „Cropping“, also der Randbeschnitt des kleinen eingeblendeten Bildes, ist machbar. Zudem hat der V-02 HD einen eigebauten Key, der sich sowohl fĂŒr die Grafik als auch fĂŒr die VideokanĂ€le nutzen.

Roland V 02 HD side va logo web

Testergebnisse

Hersteller   Roland
Produkt   V-02 HD
Preis   639 Euro
Internet   proav.roland.com/de/products/v-02hd
EingĂ€nge   2x HDMI, 3,5-mm-Stereoklinke
AusgĂ€nge   Programm ĂŒber HDMI, Preview ĂŒber HDMI, Kopfhörer
Signalverarbeitung   4:4:4 (Y/Pb/Pr), 10 Bit, Full-HD (1920 x 1080 Pixel) oder WUXGA (1920 x 1200), bis 60 Hz
Streaming   -
Kamerasteuerung   -
Plus/Minus    
    + sehr kompakt
+ einfache Bedienung
– umstĂ€ndliche Grundkonfiguration mit kleinem MenĂŒ
– Audiopegelung nur via iPad komfortabel
Urteil
  sehr gut
Preis/Leistung   sehr gut

TON
Wer sich die MĂŒhe gemacht und sein Setup gefunden hat, kann dieses via USB und einer kleinen fĂŒr Mac und Windows verfĂŒgbaren Anwendung auf dem Rechner speichern. Schade, dass es die App nur fĂŒr das iPad gibt. Denn mit ihr lĂ€sst sich, ebenfalls via USB, die Audioeinheit viel leichter bedienen, da man hier virtuelle Regler bekommt. Ansonsten bleibt nur der Weg ĂŒbers MenĂŒ, was deutlich fummeliger ist, aber auch funktioniert. Seitlich findet man zur Kontrolle einen regelbaren Kopfhörerausgang und zudem einen Stereo-Klinkeneingang, der die zwei via HDMI-eingebundenen AudioeingĂ€nge ergĂ€nzt. Gerade bei kleinen Events dĂŒrfte jedoch die Option wichtig sein, den Audioeingang zu fixieren. Zum Beispiel dann, wenn man via Funkmikrofon die Verbindung zur ersten Kamera herstellt und dies als Hauptton stetig an den HDMI-Ausgang weitergibt.

FAZIT
Der V-02 HD ĂŒberzeugt besonders mit seinen kompakten Maßen und der einfachen Bedienung ĂŒber die wenigen Tasten. Er ist immer genau dann richtig, wenn EinzelkĂ€mpfer zwei Quellen verarbeiten und eine Leinwand befĂŒllen wollen. Das funktioniert bestens, bedingt aber eine etwas lĂ€stige Grundkonfiguration ĂŒber ein deutlich zu kleines MenĂŒ. Gut gefĂ€llt uns die Option, die Konfiguration auf dem Rechner zu sichern und den Mischer mittels Akkus speisen zu können. Der Mischerschieber könnte etwas ruckfreier anlaufen – doch mit etwas Übung fĂ€llt dies im Bild dann gar nicht mehr auf.