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Ergebnis 1 bis 7 von 7
  1. #1
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    Panasonic Lumix GH4R - größerer Sensor oder Speedbooster

    Hallo Leute,


    ich würde mich gerne an hochwertigen Kurzclips rantrauen und hätte hierzu ein paar Fragen.


    Aktuell besitze ich eine GH4R (Videos ohne zeitliche Begrenzung, inkl. Vlog-L) mit dem 12-60 mm F3.5-5.6 Objektiv.
    Für mein Studio hat dieses Objektiv gereicht, jetzt möchte ich mir aber möglichst einmalig Equipment zusammenkaufen, welches für hochwertigere Aufnahmen taugen soll.


    Würdet ihr mir gleich zu einem größeren Sensor, zwecks mehr Low Light Leistung, raten oder eher zu einem Metabones Speedbooster, um alles aus der GH4 rauszuholen?
    Vergleiche zu Vollformat oder APS-C Kameras haben mir bisher gezeigt, dass Panasonic im Videobereich technisch (Auflösung/fps, Zeitlupe) die Nase vorn hat. Sollte ich mal wieder ein bisschen mehr Geld übrig haben, würde ich auf die GH5s wechseln wollen und könnte das jetzt gekaufte Equipment weiter verwenden. Ich kann jetzt noch nicht sagen, was für Aufnahmen angestrebt werden. Es wird aber nicht nur bei Tag oder nur Indoor sein. Ich möchte ein flexibles Setup um auf jede Gegebenheit reagieren zu können.


    Sollte es ein Speedbooster werden, welchen Objektivhersteller könnt ihr dann für cinematic Videos empfehlen?
    Gerade für Follow Focus Systeme bieten sich spezielle Video/Cine Objektive geradezu an.


    Hier drei Videos, dich ich in Punkto Qualität und/oder Kameraführung sehr sehr gut fand:


    https://www.youtube.com/watch?v=OtHc9RYt4R4
    ab 0:23


    https://www.youtube.com/watch?v=79txQrzbjDc
    ab 1:29


    https://www.youtube.com/watch?v=xvE7ztEbDjU


    Ein Gimbal steht noch aus.
    Ich möchte aber definitiv mit dem VLOG Modus und LUTs arbeiten.


    Ich möchte wirklich möglichst nur einmal kaufen :D
    Einmal ordentliches Equipment und dann an den eigenen Möglichkeiten wachsen finde ich besser, als immer im Equipment Limit zu hängen.

  2. #2
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    Der Speedbooster alleine machts ja noch nicht, du brauchst ja auch noch die passenden Linsen, da der Speedboster bei der Konvertierung von Linsen für einen größeren Sensor das Licht für den kleineren Sensor bündelt. Ich würde stattdessen zu ein paar guten/lichtstarken/schnellen Festbrennweiten greifen.

  3. #3
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    Danke für deine schnelle Antwort

    Ich möchte mich auch tatsächlich nur auf Festbrennweiten "beschränken". Aktuell habe ich das Leica 15mm 1.7 und das Samyang 12mm 2.0 zum testen zuhause. Das Problem mit offenen Blenden ist ja irgendwann, dass ich nur noch einen sehr sehr schmalen Schärfebereich habe. Kann ich das mit einem Speedbooster + z.B. Canon Objektiv auffangen?

    Ich bin thematisch noch nicht so ganz im Thema und möchte ungern x fach kaufen.

    Ziel soll sein, dass ich mich jetzt schon entscheide, ob ich mit meiner GH4r (und künftig GH5s) Panasonic/Leica Objektive oder Canon/Nikon/Sony/what ever Objektive nutze oder ob ich jetzt noch auf einen größeren Sensor wechsle

    Wenn ich bei M43 bleibe, möchte ich bestmöglich dem schwachen, kleinen Low Light Sensor entgegen wirken.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Sven Power Beitrag anzeigen
    .. Aktuell besitze ich eine GH4R (Videos ohne zeitliche Begrenzung, inkl. Vlog-L) mit dem 12-60 mm F3.5-5.6 Objektiv. ..

    .. Aktuell habe ich das Leica 15mm 1.7 und das Samyang 12mm 2.0 zum testen zuhause. ..

    .. Das Problem mit offenen Blenden ist ja irgendwann, dass ich nur noch einen sehr sehr schmalen Schärfebereich habe. Kann ich das mit einem Speedbooster + z.B. Canon Objektiv auffangen? ..
    Ein paar Infos zum Speed Booster (ich habe zwar mit der Panasonic GH2 ebenfalls eine MFT-Kamera, aber keinen Speed Booster, bin also eher Theoretiker):

    a) Der Speed Booster verkleinert das vom Objektiv erzeugte Bild (durch Reduktion der Objektivbrennweite - sie wird weitwinkliger - aus einem 50mm-Objektiv wird z. B. ein 50 * 0.71 = 35.5mm-Objektiv), so dass mehr davon auf den kleineren Sensor passt (hier MFT).

    b) Beim Verkleinern wird auch das Licht gebündelt: Mit dem Standard Speed Booster (0.71x) gewinnt man eine Blende bzw. eine Verschlusszeit-Stufe hinzu - also aus Objektiv-Lichtstärke 4.0 wird 2.8 bzw. aus einer möglichen Belichtungszeit (für bestimmte Lichtverhältnisse) von z.B. 1/125 Sek. wird 1/250 - deshalb auch der Name "Speed (hier: Verschlusszeit, engl. Shutter) Booster".

    c) Der ausgeleuchtete Bildkreis des Objektivs wird nach a) also ebenfalls verkleinert, und zwar sein Durchmesser um den Speed Booster Faktor (0.71 in der Standard-Version).

    Der letzte Punkt deutet an, dass man keine MFT-Objektive mit Speed Booster verwenden kann (an einer Kamera mit MFT-Sensor) - Dein 12-60 mm F3.5-5.6 fällt also weg.

    Den letzten Punkt sollte man auch im Kopf behalten, wenn man APS-C-Objektive mit Speed Booster an MFT verwenden will (z.B. Dein Samyang 12mm 2.0, wenn ich mich nicht täusche). Sie haben gegenüber Vollfomat einen um Faktor 1.5 oder 1.6 kleineren Bildkreis-Durchmesser (weil der auszuleuchtende Sensor diagonal entsprechend kleiner ist). Wenn man diesen Bildkreis jetzt via Speed Booster nochmals verkleinert um den Faktor "mal 0.71" (bzw. invers "geteilt durch 1.41"), dann könnte es bereits knapp werden für den MFT-Sensor - vielleicht sieht man im Sucherbild leichte Abschattungen in den Ecken oder sogar Vignettierung.
    Vielleicht hat das APS-C-Objektiv aber auch genügende Bildkreis-Reserve (BK etwas grösser als für den APS-C-Sensor gerade nötig), dass es trotz Bild(kreis)verkleinerung gerade für den MFT-Sensor ausreicht.

    Es wäre jedoch sicherer, Vollformat-Optiken zusammen mit dem Speed Booster zu verwenden.


    Noch gar nicht bedacht ist bei all diesen Überlegungen, wie harmonisch so ein Speed Booster die Elektronik des Fremdobjektivs mit der Kameraelektronik verbindet - also wie schnell und zuverlässig der Autofokus noch funktioniert und die Blendensteuerung und eine vorhandene Bildstabilsierung auf Seite des Objektivs.


    Abgesehen davon und wenn mit Deiner Bemerkung ".. Sollte es ein Speedbooster werden, welchen Objektivhersteller könnt ihr dann für cinematic Videos empfehlen? .." der oft beschworene Cinema-Look gemeint ist, Du also auf das Spiel mit der Schärfentiefe aus bist (die gerade gross genug ist, das Objekt / die Person scharf abzubilden, aber den Hintergrund dann möglichst unscharf zeigt), dann hast Du mit einer Vollformat-Kamera (aber auch bereits APS-C-Kamera) bessere Karten, weil deren Objektive für den gleichen Bildausschnitt mehr im Telebereich liegen.
    Geändert von Skeptiker (29.01.2018 um 19:11 Uhr) Grund: nur eine Kleinigkeit

  5. #5
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    Vielen Dank für deine ausführliche Erklärung. Das heißt, der Speedbooster arbeitet nicht 100% fehlerfrei? Wenn das Bild durch den Speedbooster negativ beinflusst wird oder werden kann, bin ich diesbezüglich eh raus

    Welche Alternativen hätte ich?
    Eine Vollformatkamera hätte bezüglich Low Light natürlich einen erheblichen Vorteil!
    Ich verstehe nur nicht, wieso Hersteller die besten Videofunktionen in eine Kamera stecken, die im Low Light Bereich (übertrieben gesagt) wie eine Handykamera aussehen.

    Soweit ich weiß, gibt es sonst nur noch Sony, welche ca. die gleichen Videofunktionen verwenden, oder?

    Auflösung, variable (möglichst viele) fps für Zeitlupen, hohe Schreibrate (MB/s), LOG Modus und am liebsten unbegrenzt lange filmen sind meine Voraussetzungen.

    Die GH5s erfüllt diese alle. Nur als ich mir die 4er gekauft habe, gab es die 5er noch nicht :D
    Am liebsten möchte ich für jede Situation nur eine Kamera samt Zubehör verwenden. Auf eine böse Überraschung im Low Light Bereich habe ich ehrlich gesagt keine Lust ^^

  6. #6
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    Zitat Zitat von Sven Power Beitrag anzeigen
    .. Das heißt, der Speedbooster arbeitet nicht 100% fehlerfrei? Wenn das Bild durch den Speedbooster negativ beinflusst wird oder werden kann, bin ich diesbezüglich eh raus ..
    Meine Bemerkung zur Bildqualität bezog sich ja auf mögliche Abschattungen an den Bildrändern. Die Möglichkeit besteht (rechnerisch), wenn man von APS-C Objektiven ausgeht, weil die eben bereits einen (im Vergleich zu Vollformat) verkleinerten Bildkreis haben.
    Die Abbildung eines Objektivs ist ja kreisförmig und in diesen Kreis muss der Kamerasensor hineinpassen, damit es nicht dunkel wird an den Bildecken.
    Das MFT-Format ist kleiner als APS-C, also passt der MFT-Sensor problemlos in einen APS-C Bildkreis.
    Wenn man aber diesen Bildkreis mit einem Speed Booster zusätzlich verkleinert (das ist die Aufgabe von und der Witz am Speed Booster, der treffender auch als "Focal Reducer", als Brennweiten-Verkleinerer (der Bildkreis wird als Nebeneffekt mitverkleinert), bezeichnet wird - also das Gegenstück zum altbekannten Tele-Konverter), dann ist er vielleicht (muss nicht so sein) etwas zu klein für den MFT-Sensor, dessen Ecken nun knapp aus dem ausgeleuchteten Bildkreis herausragen würden.

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    Die Rechnung dazu ist folgende (der Standard-Cropfaktor berechnet sich nach Definition immer als Vollformat(Kleinbild 36x24mm)-Diagonale von 43.2666 mm geteilt durch die kleinere Crop-Diagonale, was z. B. für eine APS-C-Kamera Canon 7D mit einem Sensor von 22.3 x 14.9mm nach Pythagoras eine Diagonale von 26.82 mm ergibt und somit einen (diagonalen) Cropfaktor von 43.267 / 26.82 = 1.61):

    Die GH4 hat Cropfaktor 2.0 (für 4:3 Foto, bei 16:9 Video ist es etwas mehr, weil das Format oben und unten zusätzlich beschnitten ist).

    Der APSC-Sensor hat Cropfaktor 1.5 bis 1.6 (Canon), nehmen wir 1.5

    Der Speed Booster hat Verkleinerungsfaktor 0.71 (bzw. 1/0.71 = 1.41).
    Das wirkt wie ein zusätzlicher Cropfaktor, der mit dem ersten verrechnet werden kann:

    1.5 x 1.41 = 2.115 (Gesamt-Cropfaktor)

    Das ist bereits etwas mehr als der Foto-Cropfaktor der GH4, weshalb der Sensor (in der Theorie - aber der Bildkreis des APS-C-Objektivs ist in Realität ja etwas grösser als die Diagonale des APS-C-Sensors, mit deren Cropfaktor hier gerechnet wurde) evtl. nicht mehr ganz in den verkleinerten Bldkreis passt.

    Die gleiche Rechnung mit APS-C-Cropfaktor 1.6 führt zu einem Gesamt-Cropfaktor von 1.6 x 1.41 = 2.26.
    ----------------------------------------------------------------------------------------

    Wie geschrieben, lässt sich das sicher durch die Verwendung von Vollformat-Optiken vermeiden und stellt evtl. auch kein Problem mit APS-C-Optiken dar, falls die einen etwas überdimensionierten (fürs APS-C-Format) Bildkreis besitzen.

    Das alles hat mit der Bildqualität (Schärfe, unerwünschte Farbränder (CA) um Konturen, Verzeichnungen des Bildes) an sich nichts zu tun, sondern mit der richtigen Objektivwahl für diesen Zweck.

    Ich traue dem originalen Speed Booster von Metabones mit seinen speziellen Gläsern duchaus zu, die Bildqualität nicht zu verschlechtern (theoretisch nähme dier Bildschärfe sogar etwas zu und Bildfehler des Objektivs wären durch die Verkleinerung weniger auffällig), es gibt via Google genügend Beispiele dazu.

    Aber ich weiss nicht, wie gut das Zusammenspiel der elektronischen Steuerungskomponenten von Kamera und Fremdoptik im konkreten Fall (bestimmtes Fremdobjektiv) zusammen mit dem Speed Booster funktioniert - gibt es evtl. Geschwindigkeitseinbussen beim Autofokus oder sonstwo ?

    Aber auch hierfür gibt es bestimmt zahlreiche YouTube-Videos von Test-Enthusiasten!


    An den Perfektionisten zum Schluss vielleicht noch die Frage:

    Was an der GH4 missfällt Dir in Bezug auf Deine filmischen Pläne (welche? Filmen bei Dämmerlicht?)?
    Wo genau ist sie ungenügend ohne Korrekturmöglichkeit und muss deshalb Besseres her?
    Geändert von Skeptiker (28.01.2018 um 16:59 Uhr) Grund: Rechnung ergänzt

  7. #7
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    Zitat Zitat von Sven Power Beitrag anzeigen
    Welche Alternativen hätte ich?
    In Kürze mindestens drei mehr, weshalb ich an deiner Stelle, wenn möglich, noch etwas warten würde mit der Entscheidung für oder gegen MFT, gerade wenn Lowlight ein wichtiger Faktor ist. Fuji zum Beispiel stellt im Februar mit der X-H1 eine noch weiter videooptimierte APS-C-DSLM im Stil der X-T2 vor, und sowohl Canon als auch Nikon werden kurz darauf ihre professionellen spiegellosen Systeme mit voraussichtlich Vollformatsensoren präsentieren - entweder bereits zur CP+ im März oder dann zur NAB im April.

    Zitat Zitat von Sven Power Beitrag anzeigen
    Auf eine böse Überraschung im Low Light Bereich habe ich ehrlich gesagt keine Lust
    Was verstehst du unter Lowlight und was möchtest du filmen? Du schreibst eingangs von "hochwertigen Kurzclips", gedreht in V-Log, und das klingt nach szenischen Drehs, bei denen man das Licht kontrollieren (und nach Bedarf setzen) kann. Im Dunkeln wäre ja auch V-Log nicht gerade die erste Wahl.
    Ist denn zusätzliches Licht eine Option? Ein Scheinwerfer für 250 Euro verbessert die Bildqualität mehr als eine lichtstarke Kamera für 2500 Euro.

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