Wenn ich sehe, allein wie viele Fernsehsendungen, Kaufvideos oder Kinofilme bei Youtube zu finden sind, dann ist das Gesamtbild wohl nicht ganz so positiv. Ein Beispiel: Selbst wenn Youtube vom Rechteinhaber, der dies bis ins Detail belegen kann, auf einen Verstoß hingewiesen wird, reagiert man dort schon mal nur halbherzig oder lässt sich vom Kanalbetreiber für dumm verkaufen ("Ich darf den Fernsehfilm hochladen, weil ich Rundfunkbeitrag zahle und deshalb Miteigentümer bin!"), so dass der Produzent eine Löschung erst per Abmahnung oder Gerichtsverfahren durchsetzen muss. Das in so einem Fall im Mai diesen Jahres gegen Youtube ergangene Urteil des Landgerichts Leipzig hat ja keinen Zweifel daran gelassen, dass Youtube zumutbare Prüfpflichten verletzt und nicht konsequent genug gegen Urheberrechtsverstöße vorgeht.

Youtube ist eine feine Sache für Filmer, die ihre eigenen Werke zeigen wollen und auf möglichst viele Klicks aus sind. In Sachen Urheberrecht muss man diese Plattform aber eher als (immerhin dann doch nur scheinbar) rechtsfreien Raum nach Wildwestmanier ansehen und ich wage die Schätzung, dass mindestens jeder vierte Film gelöscht werden müsste, würde Youtube den Schutz der Urheber wirklich ernst nehmen. In manchen Sparten dürften es sogar deutlich mehr sein.